NEC PC Engine

NEC PC Engine

Von Evan-Amos - Eigenes Werk, Gemeinfrei

PC Engine

Die PC-Engine ist eine, gemeinsam vom Elektronikkonzern NEC und dem japanischen Videospielunternehmen Hudson Soft, Spielkonsole, die am 30. Oktober 1987 offiziell in Japan veröffentlicht wurde. NEC hatte sich in Japan mit ihren Computerreihen PC-8801, sowie PC-9800, bereits einen guten Ruf erarbeitet und sahen sich nach neuen Betätigungsfeldern um. Der Einstieg in den Videospielsektor war dabei ein logischer Schritt. NEC erkannte jedoch schnell, dass sie nur wenig Erfahrung mit diesem Bereich vorzuweisen hatten und suchte in diesem nach einem geeigneten Partner. Hudson Soft war dabei ein passender Kandidat, schließlich hatte sich das Unternehmen mit Bomberman und anderen Games ein erstaunliches Fachwissen angeeignet.

Hudson Soft selbst erkannte auch recht schnell, dass das NES von Nintendo keine ausreichenden Leistungsreserven besaß, um bestimmte Vorhaben der Programmierer umzusetzen. Präsident Hiroshi Kudo gab daher seinen Mitarbeitern daher den Auftrag diese „Grenzen“ zu verschieben. Dies war möglich, da das Unternehmen auch Halbleiterexperten beschäftigte. Hierfür entwickelten sie das Konzept eines Grafikchips, der in Hinblick auf Animation und Sprite Qualität dem ursprünglichen System deutlich überlegen wäre und passenderweise in die NES Module integriert werden konnte.

Hudson-Techniker Kimio Yamamura erklärte: „Die Entwicklung begann nicht mit dem Ansatz, Hardware zu erschaffen, sondern mit der Idee, Software zu entwickeln. Als die Hardware-Hersteller nicht bereit waren, leistungsstärkere Hardware zu bauen, haben wir entschieden, einen Chip zu entwickeln, um die Leistung zu steigern. Es ging nicht darum, von Anfang an neue Hardware zu entwickeln, sondern rein um die Chipentwicklung.“ Das Software Unternehmen präsentierte ihre Ergebnisse dem Nintendo Präsidenten Hiroshi Yamauchi. Dieser lehnte den zusätzlichen Grafikchip konsequent ab.

Daher setzte sich Hudson Soft mit zahlreichen Halbleiterherstellern in Kontakt, jedoch trafen sie auch hier nicht auf sonderliches Interesse. Während eines letzten Versuches bei Seiko Epson (heute: Epson) konnte sich Präsident Hiroshi Kudo endlich Gehör verschaffen. Während des Treffens gab er zu verstehen, dass er nicht plane den produzierten Chip zu verkaufen, sondern er diesen eher als Machbarkeitsstudie verstanden wissen möchte und er auf seinem „seinem Schreibtisch eine leistungsstärkere Konsole als das Famicom habe.“ Der Halbleiterhersteller gab ihm zu verstehen, das dies mit erheblichen Kosten verbunden sein würde, doch Kudo erwiderte, dass Geld nicht das Problem sei und er dieses, wenn nötig, persönlich vorbeibringen würde. Kudo gab später an, dass Seiko wohl von seiner Hartnäckigkeit beeindruckt waren und sie daher wohl grünes Licht für die Entwicklung gaben.

Zwischen Ende 1985 und Anfang 1986 konnte der nun Hu6270 getaufte Prozessor aus der Taufe gehoben werden. Laut Kudos Aussage betrugen die Herstellungskosten etwa 200 Millionen Yen. Dafür erhielt Hudson Soft „1000 oder 10.000“ Chips, laut Aussage des Präsidenten, der sich über die Anzahl nicht mehr sicher ist. Eines war jedoch sicher: der neue Chip konnte die Leistung der NES CPU übertreffen. Man begann zu überlegen, wieso man nicht der neuen CPU eine leistungsfähigere Umgebung bieten und damit eine neue Konsole erschaffen sollte.

Sofort wurde mit dem HuC6260 Video Color Decoder ein weiterer Grafikchip entwickelt, der 16 Bit Grafiken mitsamt 256 Farben gleichzeitig darstellen konnte.
Diesem wurde ein HuC6280 Prozessor zu Seite gestellt wurde. Dieser basierte auf dem MOS 6205, der in seiner Urform auch schon im VC 20, Atari 800 oder aber auch in der NES zu finden war. Statt 1,79 MHz konnten sich Programmierer wie auch Nutzer über eine Taktrate von 7,16 MHz freuen. Zusätzlich spendierte man dem Chip einen programmierbaren Soundgenerator mit 6 Kanälen.

Mit einem Konzept und der Vision machte sich Hudson auf und traf sich mit Vertretern des Elektronikkonzernes Sharp, die sofort Interesse bekundeten. Die Fertigung sollte beginnen, als Sharp das Projekte aber fallen ließ. Das Unternehmen war einen vermeintlich lukrativeren Deal mit Nintendo selbst eingegangen, da Yamauchi ihnen die Lizenz zur Produktion der Twin Station bot, einem Zwitter aus dem NES und der Famicom Disk Station. Das All in One System sollte Käufer ansprechen, die weder das NES, noch die Disk Station besaßen.

Erneut stand Hudson Soft auf dem digitalen Abstellgleis und wieder musste Präsident Kudo jeden Halbleiterproduzenten Japans besuchen. Bei NEC eröffnete er das Gespräch mit der Bekundung eine Spielkonsole bauen zu wollen. NEC zeigte sich sehr interessiert, da sie selbst bereits seit Ende 1983 erfolglos versuchten eine eigene Konsole zu entwickeln, vorzugsweise mit CD-ROM. Aus Kostengründen wurden sämtliche Pläne verworfen. Waren es zu Beginn die Kosten eines günstigen Prozessors, die im Wege standen, waren es später die Preise eines CD-ROM für den Heimgebrauch, die das Projekt vereitelten. Mit Hudson Soft und dem neuen Chip stand dieser Idee nichts mehr im Wege.

NEC und Hudson Soft planten eine modulare Bauweise an, die das System auf beliebige Art erweitern könnte, bis das Gerät schlussendlich auch ein vollständiger PC wäre. So konnte das Grundsystem mit dem AV Booster ein Composite Video (FBAS) Signal bereitstellen, dass dem RF Signal der Standard PC Engine deutlich überlegen war. Dank eines Erweiterungsanschlusses konnte weitere Hardware angeschlossen werden, u.a. das bereits in Entwicklung befindliche CD-ROM oder aber weitere Komponenten, wie ein Modem oder Tastatur. Als Hauptmedium wurden die HuCards verwendet, die auf Hudsons Bee Card für den MSX Standard basierten (Nintendo selbst war zuvor bereits an den Karten interessiert, nicht jedoch an den Lizenzzahlungen, die damit an Hudson fällig gewesen wären, daher platzte der Deal diese Karten für das NES zu nutzen). Mit den System Cards planten NEC und Hudson etwas Neues: durch den Einsatz von System Cards konnte das System um mehr Arbeitsspeicher oder um weitere Funktionen erweitert werden, die selbst den Käufern der ersten Version erlaubte, auch Jahre später immer auf dem aktuellen Stand der Technik zu bleiben.

Den beiden Unternehmen war jedoch klar, dass sich eine Spielkonsole nicht nur durch ihre Technik verkaufte, sondern einzig und allein durch die angebotene Software. Softone, Vater des Klassikers Wonder Boy konnte ermuntert werden ihren zweiten Teil „Wonder Boy in Monster Land“ für die neue Konsole umzusetzen, allerdings unter dem Namen Bikkuriman World. Bikkuriman ist eine japanische Reihe von Waffelsnacks, die mit zusätzlichen Aufklebern versehen waren und sich im Land der aufgehenden Sonne zu dieser Zeit einer großen Popularität erfreute. Somit wurden die eigentlichen Charaktere, beispielsweise Tom Tom oder Tanya, durch entsprechende Figuren aus der Akuma vs Tenshi Seal Reihe ersetzt, die in den Snacks enthalten waren.

Des Weiteren stellte Hudsons Soft mit „China Warrior“ und „Shanghai“, sowie dem Jum n Run „Kata Chan & Ken Chan“ und dem Rennspiel „Victory Run“ ein interessantes Line-Up auf.

Tandy 2000

Tandy 2000

Tandy 2000

Tandy 2000

Der Tandy 2000 kam im Dezember 1983 auf den Markt, ein ganzes Jahr vor dem Tandy 1000, und erwies sich als eines der größten Missgeschicke in der Geschichte von Tandy. Doch um fair zu bleiben: Tandy war damit nicht allein. Viele Hersteller, die auf die Intel-80186-CPU setzten, scheiterten aus ähnlichen Gründen.
Oberflächlich betrachtet schien der Tandy 2000 ein Glücksgriff zu sein. Er bot im Vergleich zu den TRS-80- und Color Computer (CoCo)-Modellen eine erheblich gesteigerte Leistungsfähigkeit, neue Befehle und eine verbesserte Fehlertoleranz. Mit einem 16-Bit-Intel-Prozessor, der mit 8 MHz getaktet war, übertraf er sogar einige frühe 80286-Modelle. Darüber hinaus verfügte er über eine fortschrittliche Farbgrafik, zwei 5,25-Zoll-Diskettenlaufwerke mit je 720 KB Speicherkapazität und eine robust gebaute Architektur. In vielerlei Hinsicht war er seiner Zeit voraus und wurde von vielen als der erste AT-ähnliche Computer in Nordamerika betrachtet – ein mutiger und riskanter Schachzug von Tandy.

Doch genau dieser Fortschritt wurde dem System zum Verhängnis. Der Einsatz der 80186-CPU war ein schwerwiegender strategischer Fehler. Während Intel den Prozessor primär für eingebettete Systeme entwickelt hatte, war er für Desktop-Computer weniger attraktiv. Softwareentwickler vermieden es, für den 80186 zu programmieren, und es gab nur wenige optimierte Anwendungen.

Zwar wurde der Tandy 2000 als IBM XT-kompatibel beworben, doch die Realität sah anders aus: Viele Programme, die nicht rein textbasiert waren, liefen nicht korrekt. Das lag vor allem an der speziellen Hardware-Architektur. Der Computer nutzte einen proprietären Grafikmodus mit 640 × 400 Pixeln – eine Auflösung, die nicht mit CGA, EGA oder VGA kompatibel war. Zudem führte Tandy mit dem Gerät das Konzept der Tastatur-Scancodes ein, das sich erst mit dem späteren AT-Standard durchsetzte.

Ein weiteres Problem war das spezielle 720-KB-Diskettenformat. Tandy verwendete einseitig hochdichte Disketten, die auf 1,2-MB-Doppelseiten-Disketten basierten. Zwar konnten 360-KB-Disketten gelesen und beschrieben werden, doch die Nutzung auf IBM-kompatiblen Systemen konnte problematisch sein. Viele Anwender berichteten von beschädigten Daten oder nicht lesbaren Datenträgern. Bastler fanden später heraus, dass sich durch Hardware-Modifikationen 3,5-Zoll-720-KB-Diskettenlaufwerke anschließen ließen – doch auch hier blieb unklar, ob die so formatierten Disketten mit standardmäßigen PC-Systemen kompatibel waren.

Erschwerend kam hinzu, dass der Tandy 2000 zwar ein IBM-XT-kompatibles BIOS besaß, doch viele Programme nicht darauf liefen. Während Standard-DOS-Software oft funktionierte, gab es zahlreiche Anwendungen, die das BIOS umgingen, um direkt auf die Hardware zuzugreifen – eine Praxis, die den Tandy 2000 unbrauchbar machte. Microsoft stellte eine spezielle MS-DOS-Version für das Gerät bereit, die einige dieser Probleme umging, doch es blieb ein proprietäres System. Die meisten anderen Tandy-Computer, einschließlich des späteren Tandy 1000, konnten standardmäßiges MS-DOS oder IBM PC-DOS nutzen.

Der Todesstoß für den Tandy 2000 kam jedoch mit der Einführung der 80286-CPU – nur zwei Monate nach seiner Markteinführung. Während IBM und andere Hersteller mit dem AT-Standard auf eine zukunftssichere Architektur setzten, war der 80186 bereits technologisch überholt. Damit reduzierte sich die potenzielle Software-Basis weiter.

Tandy war nicht das einzige Unternehmen, das diesem Irrweg folgte. Auch andere 80186-basierte Computer wie der schwedische Compis oder der australische Dulmont Magnum scheiterten. Während diese Systeme hauptsächlich mit CP/M vertrieben wurden und an mangelnder Software litten, hatte der Tandy 2000 zumindest einige MS-DOS-Anwendungen – wenn auch stark eingeschränkt.
Letztlich ließ Radio Shack den Tandy 2000 schnell fallen und bot kaum noch Unterstützung. Nicht verkaufte Geräte wurden später zu Terminals für die eigenen Filialen umfunktioniert – ein ironischer Schlusspunkt, da bereits der ursprüngliche TRS-80 Modell 1 als Terminal-Ersatz geplant war.

Eine kleine Randnotiz bleibt jedoch: Der Tandy 2000 war der erste Computer von Radio Shack, der das „Tandy“-Logo trug, und gleichzeitig der einzige, der sowohl das „Tandy“- als auch das „TRS-80“-Logo auf dem Gehäuse vereinte. Trotz seiner ambitionierten Technik blieb er jedoch ein Relikt einer Fehleinschätzung – ein Rechner, der seiner Zeit technisch voraus war, aber durch falsche Entscheidungen scheiterte.

Tandy Radio Shack – Tandy 1000

Tandy 1000

Tandy Radio Shack - Tandy 1000Der Tandy 1000 war der Stammvater einer ganzen Serie von IBM-PC-kompatiblen Computern, die ausschließlich über die Ladenkette Tandy Radio Shack vertrieben wurden. Er kann als Nachfolger der bekannten TRS-80-Serie betrachtet werden. Das im November 1984 erschienene Modell 1000 wurde von Tandy gezielt für den Heimcomputer- und Bildungssektor entwickelt, um IBM-Kunden für den IBM-PC-kompatiblen Tandy zu gewinnen. Allerdings war die Kompatibilität in vielerlei Hinsicht nicht immer zu 100 % gegeben.

Tandy Radio Shack übernahm die grafischen Spezifikationen des IBM PCjr sowie dessen Audiofähigkeiten, die dreistimmige Tonausgabe ermöglichten. Der IBM PCjr verwendete ein eigenes Grafiksystem, das auf dem CGA-Standard basierte, jedoch erheblich erweitert wurde. Statt vier standen nun 16 Farben bei einer Auflösung von 320 × 200 Bildpunkten zur Verfügung.

Der IBM PCjr verschwand fast so schnell vom Markt, wie er erschienen war, doch der Tandy 1000 überlebte – und mit ihm auch die technischen Spezifikationen, die nun unter dem Begriff „Tandy compatible“ bekannt wurden. Tandy hatte eines der ersten kompatiblen PC-Systeme entwickelt, das bereits eine Vorstufe der späteren Chipsätze besaß. Grafikkarte, Soundchip und Joystick-Ports (kompatibel mit den TRS-80-Color-Joysticks) waren ebenso auf dem Motherboard integriert wie der Floppy-Controller und die parallele Schnittstelle. Dazu kamen die üblichen IBM-PC-Anschlüsse: Tastatur-Interface, Erweiterungssteckplätze, DMA, Interrupt-Controller sowie ein Sockel für einen optionalen Co-Prozessor (jedoch nur beim Modell 1000A).

Dies führte zu einer erheblichen Platzersparnis. Ein vergleichbar ausgestatteter PC hätte vier wertvolle Steckplätze belegt. Der Tandy 1000 war dadurch deutlich ausbaufähiger, obwohl seine Gehäusedimensionen denen des IBM PC 5150 entsprachen. Im Gehäuse konnten bis zu zwei 5,25-Zoll-Floppylaufwerke (360 KB, doppelseitig mit je 40 Spuren, die über Jumper konfiguriert werden mussten) untergebracht werden.

Im Inneren arbeitete ein typischer Intel 8088 mit 4,77 MHz als zentrale Recheneinheit. Dem Nutzer standen sofort 128 KB RAM zur Verfügung, die bei Bedarf auf bis zu 640 KB erweitert werden konnten. Allerdings beanspruchten die ersten Speichererweiterungen bereits zwei der drei XT-kompatiblen Steckplätze.

Zur Bildausgabe konnte ein RGB-Monitor für CGA- und EGA-Darstellung angeschlossen werden. Alternativ war es möglich, das Bild über den Composite-Video-Antenneneingang auf einem Fernseher auszugeben. Auf der Rückseite des Systems befanden sich zusätzliche Anschlüsse für das Audiosignal, einen Lichtgriffel und – via Edge-Card-Connector – einen Parallel-Drucker. Dieser arbeitete nach dem Centronics-Standard, war jedoch nicht vollständig PC-kompatibel (ein Problem, das auch der Amiga 1000 hatte). PC-Drucker mussten daher über einen Adapter betrieben werden. Als Betriebssystem bot Tandy MS-DOS 2.11 sowie DeskMate 1.0, eine frühe grafische Benutzeroberfläche, die als Konkurrenz zu Windows gedacht war.

Tandy Radio Shack hatte mit dem Modell 1000 einen deutlich größeren Erfolg als IBM mit dem PCjr, der bereits nach kurzer Zeit wieder vom Markt verschwand. Der Misserfolg des PCjr brachte sogar beinahe das damals noch junge Unternehmen Sierra On-Line (bekannt für „Space Quest“, „King’s Quest“ und „Leisure Suit Larry“) an den Rand des Ruins, da das Unternehmen stark auf diese Plattform gesetzt hatte.

Noch heute sind einige Tandy-1000-Modelle in Unternehmen im Einsatz. Für Tandy selbst war das Modell 1000 der letzte ernsthafte Versuch, sich im Computermarkt zu etablieren. Obwohl noch einige weitere Versionen des Ursprungsmodells entwickelt wurden, verlagerte sich das Unternehmen zunehmend auf den Vertrieb von Fremdmarken, allen voran Compaq.

Talent TPC-310

Talent TPC-310

Talent_TPC-310

Talent Argentina entwickelte speziell für den südamerikanischen Markt (in diesem Fall Argentinien, Chile und Uruguay) einen MSX2-kompatiblen Heimcomputer, den Talent TPC-310. Dieser war im Grunde baugleich mit dem koreanischen MSX2-Modell des Herstellers Daewoo, wobei einige Anpassungen vorgenommen wurden, um den regionalen Anforderungen gerecht zu werden. Eine der auffälligsten Ergänzungen war der im ROM enthaltene Turbo BASIC, das gegenüber dem herkömmlichen MSX-BASIC erweiterte Funktionen bot. Zudem wurde eine einfache grafische Benutzeroberfläche implementiert, die eine intuitivere Bedienung ermöglichte – ein Feature, das in den späten 1980er-Jahren bei Heimcomputern noch nicht selbstverständlich war.

Während sich die Softwareseite weiterentwickelte, blieb die Hardware im Wesentlichen unverändert. Der Talent TPC-310 setzte weiterhin auf den bewährten Zilog Z80A-Prozessor mit 3,57 MHz, der bereits in zahlreichen anderen 8-Bit-Computern zum Einsatz kam. Zwei spezialisierte Co-Prozessoren unterstützten die Haupt-CPU: Der Yamaha V9938 diente als Video Display Controller und war eine deutliche Verbesserung gegenüber seinem Vorgänger, dem VDP 9929 aus der MSX1-Serie. Dieser Chip wurde auch in anderen bekannten Computern verwendet, darunter der TI-99/4A-Nachbau Geneve 9640. Talent Argentina stattete den V9938 mit der maximal möglichen Speichergröße von 128 KByte Video-RAM aus, wodurch eine beeindruckende maximale Auflösung von 512 × 424 Pixeln im Interlaced-Modus ermöglicht wurde. In puncto Farben bot das MSX2-Standardmodell zwei Modi: entweder 256 vordefinierte Farben oder 16 individuell wählbare Farben aus einer Palette von 512 – eine beachtliche Leistung für einen Heimcomputer dieser Ära.

Ein zweiter Co-Prozessor war für die Soundausgabe verantwortlich, und hierbei griff Talent Argentina auf eine etablierte, wenn auch veraltete Lösung zurück. Der General Instrument AY-3-8910 war in den 1980er-Jahren ein weit verbreiteter Soundchip, der unter anderem im ZX Spectrum 128, im Atari ST und in der Amstrad CPC-Serie Verwendung fand. Er bot drei Tonkanäle sowie einen Rauschgenerator, doch im Vergleich zu den neuen Soundfähigkeiten des Commodore Amiga mit seinem 4-Kanal-Stereo-Sampling klang der AY-3-8910 zunehmend antiquiert. Während der MSX2-Standard Anfang der 1980er-Jahre ein fortschrittliches System darstellte, war er gegen Ende der Dekade technisch bereits überholt.

Die Marktlage stellte für Talent Argentina eine besondere Herausforderung dar. Mitte bis Ende der 1980er-Jahre dominierten 16-Bit-Systeme wie der Commodore Amiga und der Atari ST zunehmend den Markt, und viele Computerhersteller erkannten die Zeichen der Zeit. Große MSX-Produzenten wie Sony, Philips und Panasonic wendeten sich neuen Technologien zu oder begannen mit der Entwicklung von MSX2+ und später MSX Turbo R-Modellen, die jedoch kaum außerhalb Japans erschienen. Die meisten Hersteller stoppten zudem die Weiterentwicklung von MSX-Systemen für westliche Märkte, da diese von PC-kompatiblen Computern und leistungsstärkeren Heimcomputern verdrängt wurden.

Talent Argentina ging jedoch einen anderen Weg und hielt an der MSX2-Plattform fest. Dies hatte einen besonderen Grund: In Südamerika war die Verbreitung von Heimcomputern anders verlaufen als in Nordamerika oder Europa. Während in den USA der IBM PC und in Europa der Commodore Amiga und der Atari ST populär wurden, blieb der Markt in Ländern wie Argentinien, Brasilien oder Chile stärker von 8-Bit-Systemen geprägt. Zum einen lag dies an den hohen Importzöllen auf ausländische Hardware, zum anderen an wirtschaftlichen Faktoren, die teurere 16-Bit-Systeme für viele potenzielle Käufer unerschwinglich machten.
Talent Argentina nutzte diese Marktsituation geschickt aus. Der Talent TPC-310 bot für viele Nutzer eine günstige, aber leistungsfähige Alternative zu teuren Importcomputern und ermöglichte durch seine MSX2-Kompatibilität Zugriff auf eine breite Palette an Software, darunter Spiele, Anwendungsprogramme und Entwicklungswerkzeuge. Besonders im Bildungsbereich wurde der Talent TPC-310 intensiv eingesetzt, da er mit MSX-kompatibler Software für Schulen und Universitäten genutzt werden konnte.

Heute ist der Talent TPC-310 eine Rarität unter Sammlern, insbesondere außerhalb Südamerikas. Da das Modell in begrenzten Stückzahlen produziert wurde und nie offiziell in den großen Computer-Märkten Europas oder Nordamerikas erhältlich war, ist er ein seltenes Beispiel für eine regionale Anpassung des MSX-Standards. Historisch gesehen zeigt der Talent TPC-310 eindrucksvoll, wie sich Computertechnologien an unterschiedliche wirtschaftliche und kulturelle Gegebenheiten anpassen konnten – ein Beispiel für technologische Vielfalt in der Computergeschichte der 1980er-Jahre.

OKI IF 800

OKI IF 800

BMC IF 800 Model 20

Das ungewöhnlichste Merkmal dieses Computers war mit Sicherheit der fest ins Gehäuse integrierte Drucker, der mit einer Geschwindigkeit von 120 Zeichen pro Sekunde auf 120 Zeilen à 40 Zeichen drucken konnte. Der Drucker war ein 7-Nadeldrucker und ähnelte der OKI Microline 82, wurde jedoch nicht wie diese über die Hardware, sondern per Software angesteuert. Nach Aussagen vieler Benutzer war der Drucker ein schreckliches Gerät – zu langsam und zu laut.

Das System verfügte außerdem über einen 12-Zoll-Monitor, der sowohl monochrome als auch farbige Bilder exzellent darstellen konnte, sowie ein 5,25-Zoll-Doppellaufwerk. OKI bot zahlreiche Erweiterungskarten für das System an, die in den drei vorhandenen Erweiterungssteckplätzen Platz fanden. Dazu gehörten unter anderem ein Controller zur Ansteuerung eines 8-Zoll-Floppylaufwerks und eine Speichererweiterung (wahlweise 64 oder 128 KByte) – daneben gab es jedoch noch viele weitere Optionen.

Damit der Hauptprozessor seine volle Leistung den Programmen zur Verfügung stellen konnte, besaß die Grafikkarte einen eigenen Zilog Z80, der ausschließlich für die Bildschirmausgabe zuständig war. Als Betriebssystem standen CP/M sowie eine angepasste Version von Microsoft BASIC zur Verfügung.

Neben diesem Modell existierte noch der IF 800 Modell 50, der jedoch auf einem Intel 8086 basierte und über 256 KByte RAM verfügte. Diese Version konnte direkt ein 8-Zoll-Laufwerk ansprechen, das maximal 560 KByte Daten speichern konnte. Zudem war eine 7 MB große Festplatte integriert. Als Betriebssystem erhielt der Käufer MS-DOS 1.15. Trotz der Zugehörigkeit zur gleichen Modellreihe war es jedoch nicht möglich, Daten per Diskette zwischen den Systemen auszutauschen.

Dieses kompakte System hätte international sicherlich Erfolg haben können – doch zeitgleich betrat der IBM PC den Markt und fegte selbst die frisch angekündigte Konkurrenz förmlich hinweg.

Kotron Psi 80

Kontron PSI 80

Der Kontron PSI 80 ist ein Vertreter der frühen europäischen Mikrocomputer-Ära und wurde von der deutschen Firma Kontron mit Sitz in Eching bei München entwickelt, die in den 1970er und 1980er Jahren für ihre innovativen Elektronikprodukte bekannt war. Ein baugleiches Modell wurde in Deutschland von Kienzle Apparate GmbH unter dem Namen Kienzle CC-9010 verkauft.
Ursprünglich als System für technische und wissenschaftliche Anwendungen konzipiert, etablierte sich der PSI 80 rasch in der Nische der professionellen Mikrocomputer, insbesondere in Bereichen wie Laborautomatisierung, Steuerungssysteme und industrielle Anwendungen. Der Name „PSI“ steht für „Programmable Scientific Instrumentation“ und unterstreicht den Fokus des Systems auf Anwendungen, die eine präzise Steuerung und Programmierbarkeit erforderten.

Die Entstehungsgeschichte des PSI 80 ist eng mit der Entwicklung des Mikroprozessormarktes verbunden. Kontron, ursprünglich ein Anbieter von modularen Elektroniklösungen, erkannte früh das Potenzial von Mikrocomputern und entschied sich, ein eigenes System zu entwickeln, das auf dem leistungsstarken Zilog Z80-Prozessor basierte. Der Z80, bekannt für seine Vielseitigkeit und seine breite Unterstützung durch Software, wurde zur idealen Wahl für den PSI 80. Kontron setzte auf ein flexibles Design, das eine einfache Integration in bestehende Systeme erlaubte und gleichzeitig Erweiterungsmöglichkeiten bot, um den vielfältigen Anforderungen der Zielgruppe gerecht zu werden.

Die Hardware des Kontron PSI 80 war für ihre Zeit äußerst fortschrittlich. Im Zentrum des Systems arbeitete ein Zilog Z80-Prozessor mit einer Taktfrequenz von 4 MHz. Das Basissystem war mit 64 KB RAM ausgestattet, konnte jedoch auf bis zu 128 KB erweitert werden, um komplexere Anwendungen zu ermöglichen. Ein 4 KB großes ROM enthielt den Systemmonitor, der grundlegende Steuerungsfunktionen bereitstellte und den Zugriff auf Speicher und Peripheriegeräte erleichterte. Besonders hervorzuheben war der modulare Aufbau des Systems, der durch eine Vielzahl von Steckplätzen für Erweiterungskarten ergänzt wurde. Diese Modularität machte den PSI 80 besonders attraktiv für Nutzer, die maßgeschneiderte Lösungen benötigten. Der integrierte Monochrom-Bildschirm war standradmäßig in grün erhältlich, konnte allerdings auch in bernstein geordert werden und besaß eine Auflösung von 256 x 512 Pixel.

Die Ein-/Ausgabeoptionen des PSI 80 waren ebenfalls beeindruckend. Neben einer standardmäßigen Tastatur- und Monitorschnittstelle bot das System serielle und parallele Ports, die die Anbindung an Drucker, Terminals und andere Peripheriegeräte ermöglichten. Die Speicherung von Programmen und Daten erfolgte über zwei 5,25“ Diskettenlaufwerken mit einer Kapazität von jeweils 154 KByte. Spätere Modelle, beispielsweise der Psi 80/Q, hatten eine Kapazität von jeweils 313 KByte. Spätere Modelle konnten zudem auf eine Festplatte mit fünf MByte zugreifen.

Als Betriebssystem stand dem Anwender das eigens entwickelte KOS zur Verfügung, dass eine Softwarekompatibilität zu CP/M 2.2 bot, aber deutliche Verbesserungen besaß. User konnten Multitasking mit Vorder- und Hintergrundbetrieb verwenden, während der Drucker mittels Spooling zu druckende Texte bereits in einem Puffer zwischenlagern konnte. Des Weiteren besaß KOS eine automatische Speicherverwaltung, eine Dateisuche über alle angeschlossenen Massenspeicher und konnte Dateiattribute wie Schreibschutz, Löschschutz oder Passwortschutz setzen.

Eine der bemerkenswertesten Eigenschaften des PSI 80 war seine Flexibilität in der Programmierung. Das System unterstützte verschiedene Programmiersprachen, darunter BASIC, FORTRAN und Assembler, wodurch es sowohl für Anfänger als auch für erfahrene Entwickler geeignet war. Diese Vielseitigkeit machte den PSI 80 zu einem beliebten Werkzeug in Schulen, Universitäten und Forschungseinrichtungen. Ein Anwenderbericht aus der damaligen Fachpresse lobte den PSI 80 als „eines der flexibelsten und am besten dokumentierten Systeme seiner Klasse“.

Trotz seiner technischen Stärken und der Anerkennung in Fachkreisen konnte der PSI 80 jedoch nie eine breite Marktakzeptanz erreichen. Die Konkurrenz durch international etablierte Marken wie Apple, Commodore und IBM, die stärker auf den Heim- und Büromarkt setzten, machte es schwierig, größere Marktanteile zu gewinnen. Dennoch hinterließ der PSI 80 einen bleibenden Eindruck in der Geschichte der Mikrocomputer und wird heute von Sammlern und Enthusiasten geschätzt.

Kaypro 2000

Kaypro 2000

Kaypro hatte schon einige Computer entwickelt, als sie 1985 den Kaypro 2000 der Öffentlichkeit präsentierten, der in der Fachwelt bereits für sein Äusseres Lob ausgesprochen bekam. Das Gehäuse bestand aus einem dunkelgrauen und gebürsteten Aluminium, dass an den Ecken deutlich abgeschrägt wurde. Auf einem Panzerschlachtfeld hätte das Kaypro 2000 damit einem modernen Panzer sicherlich zur Ehre gereicht. Um das Gehäuse lief ein Kamm aus schwarzen Plastik, der den Eindruck einer Gummischicht erwecken sollte. Jedoch konnte das Plastik diese Aufgabe nicht übernehmen, sodass der "Schutzmantel" lediglich eine kosmetische Daseinsberechtigung hatte.

Wurde das System jedoch geöffnet, verliess dem Anwender das positive Gefühl: bereits das Display nutzte nicht annähernd die gesamte Breite des Gehäusedeckels, sondern konzentrierte sich lediglich auf einem schmalen Bereich im Zentrum und war in die Länge gezogen worden (erst später erschien eine überarbeitete Version, die auch ein Display besaß, dass den gesamten Raum nutzte). Man muss dem Kaypro jedoch zugute halten, dass das LCD zur ersten Generation gehörte und darüber hinaus auch nicht mit technischen Rafinessen, wie Backlight, ausgerüstet war. Auch der Kontrast war mehr als dürftig, jedoch wurden 16 Grauschattierungen bei einer Auflösung von 640 x 200 dargestellt, wenn der kompatible CGA Modus verwendet wurde. Normalerweise nutzte das Kaypro 2000 eine Darstellung von 25 Zeilen mit maximal 80 Zeichen. Allerdings bestand auch die Möglichkeit einen externen Monitor zu verwenden. Gefertigt wurde das Gehäuse, ebenso wie das LCD nicht von Kaypro, sondern von Citizien Watch Company, dem damals bekannten Uhrenhersteller. Citizen liess sich diesen Auftritt in der elektronischen Welt fürstlich bezahlen, auch wenn das Design, vor allem aber das Gehäuse nicht richtig durchdacht wurde.

Interessant hingegen war jedoch die Möglichkeit die Tastatur aus dem Gehäuseboden zu entnehmen und sie auf dem Schreibtisch zu plazieren. Ein Spiralkabel verband das Keyboard mit dem Kaypro 2000. Über dieser war ein kleines Fach für Disketten vorhanden, die damit bequem zu transportieren waren. Rechts davon befand sich das 3,5" Diskettenlaufwerk, das für die Aufnahme von Medien ein wenig nach oben sprang und das Wechseln dadurch vereinfachte.

Als Herz des Systems diente ein Intel 8088 mit 4,77 MHz, dem 256 KByte RAM zur Seite gestellt wurden. Maximal konnte dieser bis auf 768 KByte ausgebaut werden. MS-DOS verwendete nur 640 KByte des Speichers, jedoch konnten die restlichen KByte als virtuelles Laufwerk verwendet werden. Für die Grafik standen zudem noch 16 KByte VRAM zur Verfügung. Sollte die Leistung in bestimmten Bereichen einmal nicht ausreichen, konnte in den Coprozessor-Sockel ein 8087 installiert werden.

Da Kaypro ein wenig an Anschlussmöglichkeiten gespart hatte, war es möglich zwei Erweiterungen des Systems seperat zu erwerben: eine Dockingstation, sowie einen Laufwerkadapters. Letzterer ermöglichte den Anschluss eines weiteren Diskettenlaufwerk (wahlweise 5,25" oder 3,5"). Die Dockingstation war ein ein weiteres Gehäuse, dass der Anwender mit sich herum schleppen musste, allerdings war dieses sinnvoller, als der reine Laufwerksadapter. Im Inneren konnte ein zusätzliches Laufwerk, sowie eine Festplatte, verbaut werden. Beide Zusätze erweiterten das Laptop mit einem kurzen Steckkartenplatz, jedoch waren bei der Dockingstation sogar zwei vorhanden. Im Laufe der Zeit kamen Erweiterungen auf den Markt, wobei das anschliessbare Telefon sicherlich das Interessanteste war. Dieses kam, wie auch schon die Tastatur, aus Hong Kong. Aber auch ein erweiterter Akku war zu erstehen, der das Laptop bis zu acht Stunden betreiben konnte.

Softwareseitig erhielt der Anwender bei Kauf, neben MS-DOS, Wordstar, Mailmerge, CalcStar, InfoStar und StarBurst. Dank des Betriebssystems, das zu dieser Zeit sich bereits durchgesetzt hatte, konnten auch zahlreiche weitere Programme genutzt werden. Insgesamt war der Kaypro 2000 interessant genug, dass auch das französische Unternehmen SMT, bekannt durch den SMT Goupil 2, das Laptop lizenzierte und unter dem Namen Goupil Club in Europa anbot. Der Erfolg war jedoch äusserst bescheiden.

Jupiter ACE

Jupiter ACE

Richard Altwasser und Steven Vickers, zwei ehemalige Angestellte von Sinclair, gründeten nach ihrer Arbeit am Sinclair ZX Spectrum ein eigenes Unternehmen. Altwasser war maßgeblich an der Entwicklung des ZX81 und der Hardware des ZX Spectrum beteiligt, während Vickers das ROM-Upgrade des ZX80 auf den ZX81 erstellte und eine zentrale Rolle bei der Entwicklung des ROMs des ZX Spectrum spielte. Ihr neu gegründetes Unternehmen, Jupiter Cantab, benannte seinen ersten (und einzigen) Computer nach dem , einem frühen britischen Rechner, der 1945 von Alan Turing entwickelt wurde. Die Namenswahl sollte eine Verbindung zu Innovation und Fortschritt herstellen und beim Käufer Assoziationen zu modernster Technologie wecken.

Das Besondere am Jupiter ACE war die Wahl von FORTH als Programmiersprache, eine damals exotische Alternative zu BASIC. FORTH war effizienter und kompakter, benötigte rund 50 % weniger Speicher und war etwa fünfmal schneller in der Befehlsverarbeitung. Zudem erlaubte die Sprache eine effektive Speicherverwaltung, indem Programme leicht auf bereits vorhandenen Code zurückgreifen konnten. Diese Effizienz machte die Entscheidung, FORTH anstelle des weit verbreiteten BASIC zu verwenden, nachvollziehbar, wenngleich es die Zielgruppe einschränkte.

Der Jupiter ACE wurde oft mit dem ZX81 von Sinclair verglichen, da er ähnliche Größe und Kosten aufwies. Im Gegensatz zu seinem Konkurrenten nutzte der Jupiter jedoch ein besser optimiertes Design. Während der Prozessor des ZX81 einen Großteil seiner Zeit für die Videodarstellung aufwenden musste, war der Prozessor des Jupiter ACE vollständig für die Programmbearbeitung reserviert. Dies wurde durch einen dedizierten Videospeicher von 2 KB erreicht, während für Programme 1 KB RAM zur Verfügung stand.

Im Gegensatz zur Folientastatur des ZX81 verfügte der Jupiter ACE über eine robuste Gummitastatur, die die Benutzerfreundlichkeit erhöhte. Auch in Sachen Audio war der Jupiter fortschrittlicher: Ein interner Lautsprecher konnte Töne mit frei programmierbaren Frequenzen und Längen wiedergeben, die direkt vom Prozessor gesteuert wurden. Die Videoausgabe erfolgte über einen handelsüblichen Fernseher, allerdings war das Bild, wie beim ZX80, nur monochrom. Zur Speicherung von Daten konnte ein herkömmlicher Kassettenrekorder angeschlossen werden, was zu dieser Zeit ein gängiges Verfahren war.

Der Jupiter ACE bot viele innovative Ansätze, konnte jedoch nie den Markt durchdringen. Die Wahl von FORTH, einer Sprache, die vor allem in Spezialanwendungen geschätzt wurde, und die starke Konkurrenz durch Sinclair und andere Hersteller führten dazu, dass der ACE ein Nischenprodukt blieb.

Sinclair ZX81

Sinclair ZX81

Die Entwicklung des ZX81 begann bereits vor der Veröffentlichung des ZX80, seines direkten Vorgängers. Dem Unternehmen war klar, dass eine Reduzierung der Komponenten automatisch auch eine Kostenreduzierung bedeuten konnte. Sinclair beauftragte Jim Westwood, den Chefingenieur des Unternehmens, dieses Problem zu lösen und darüber hinaus einige ärgerliche Fehler des ZX80 auszumerzen. Bei der Untersuchung des Modells kamen alle Beteiligten zu der Erkenntnis, dass es möglich war, die Kosten erheblich zu senken, wenn 18 Chips des ZX80 zu einem einzigen zusammengefügt würden. Dabei dachten die Entwickler auch daran, dass es erheblich einfacher wäre, diesen Chip zu modifizieren, anstatt für jeden neuen Computer eine Vielzahl von Chips einzeln zu entwerfen. Das Unternehmen Ferranti produzierte dann diesen neuen Chip, und das Resultat war beeindruckend: Der fertige ZX81 benötigte für sämtliche Funktionen nur vier Chips, während der TRS-80 von Tandy für die gleichen Funktionen 44 Chips benötigte! Dies hatte jedoch auch Schattenseiten: Zwar wurden nur 70 % des Chips wirklich genutzt, jedoch entschied sich Sinclair, die volle Leistung auszukosten, was zu einem thermalen Problem führte. Zyniker behaupteten schon damals, der ZX81 lasse sich nur durch das Balancieren einer kalten Milchpackung auf dem Gehäuse kühlen. Überhaupt war das Design des Gehäuses zweischneidig. Zwar konnte die Qualität des Gehäuses aufgrund eines neuen Verfahrens erheblich gesteigert werden, jedoch ließ die Tastatur noch immer zu wünschen übrig. Wie auch bei seinem Vorgänger setzte das Unternehmen auf eine Membrantastatur anstelle von echten Schreibmaschinentasten.

Am 5. März 1981 veröffentlichte Sinclair den ZX81, wie schon zuvor in zwei Versionen: fertig zusammengebaut oder als Selbstbaukit, das preislich erheblich günstiger war. Beide Versionen wurden von Timex, einem bekannten Hersteller von Uhren, gefertigt. Das Unternehmen war nicht die erste Wahl seitens Sinclair, da es zuvor wenig Erfahrung mit dem Bau von elektronischen Geräten hatte. Allerdings produzierte Timex seit 1980 auch den ZX80, da sie selbst ein neues Betätigungsfeld suchten. Geplant war der Bau von monatlich 10.000 Einheiten des ZX81, die später auf 30.000 Einheiten erhöht werden sollten. Doch Timex hatte erhebliche Schwierigkeiten, den tatsächlichen Bedarf zu decken, der weit höher lag. Kunden, die den Computer per Post bestellten, mussten mit einer Lieferzeit von bis zu neun Wochen rechnen. Erst nach fünf Monaten konnte Timex das Problem in den Griff bekommen und lieferte jeden ZX81 innerhalb eines Zeitrahmens von maximal 28 Tagen, wie es ursprünglich geplant war. Zusätzlich bot man allen Besitzern eines ZX80 oder jenen, die bereits einen ZX80 bestellt hatten, ein Upgrade Angebot: Kunden, die den ZX80 maximal zwei Wochen vor Veröffentlichung des ZX81 bestellt hatten, erhielten automatisch einen ZX81. Besitzer des Vorgängermodells konnten für 20 £ das neue ROM bestellen und ihren Computer auf den Stand eines ZX81 bringen.

Im Vergleich zum Vorgänger verdoppelte sich das ROM auf 8 KByte und ermöglichte nun die Nutzung eines verbesserten ANSI Minimal BASIC. Das neue ROM beherrschte nun auch trigonometrische und Fließkommaberechnungen und stellte damit seinen Vorgänger in den Schatten, der nur mit ganzen Zahlen operieren konnte. Besonders praktisch war der Syntax-Checker, der falsche Eingaben im BASIC sofort erkannte. Die meisten Interpreter konnten dies nicht und wiesen auf Fehler nur dann hin, wenn das Programm bereits gestartet war. Mit all den Verbesserungen traten jedoch auch ärgerliche Fehler auf, wie etwa der „Square-Root-Bug“. Der Chefentwickler Grant war dafür verantwortlich. Dieser Fehler „errechnete“ für die Quadratwurzel von 0,25 den Wert 1,3591409. Verantwortlich hierfür war der Programmcode des ZX-Druckers, der ebenfalls in das ROM integriert wurde. Der Fehler konnte zwar behoben werden, jedoch änderte dies nichts daran, dass Sinclair nach einigen Kontroversen den ersten ZX81-Käufern eine überarbeitete Version überreichen musste. Auch die Haltbarkeit des Modells war äußerst problematisch, und zahlreiche Anbieter kauften mehr Maschinen, als notwendig, um so schnell und unkompliziert defekte Geräte auszutauschen. In den USA war das Problem so dramatisch, dass nur ein Drittel aller ZX81 tatsächlich funktionierte. Interne Studien des Unternehmens zeigten jedoch, dass nur 2,4 % der fertigen ZX81 defekt zurückgesandt werden mussten. Bei den Selbstbau-Kits lag die Ausfallquote bei 13 %. Sir Clive Sinclair wehrte sich strikt gegen Äußerungen zur Ausfallhäufigkeit („Wir haben die niedrigste Ausfallrate der Welt und dies daran, dass wir alles tun, um die Qualität zu sichern. Der ZX81 ist ein Wunder der Effizienz, alle 10 Sekunden wird ein Modell hergestellt. Sie durchlaufen die unglaublichste Qualitätskontrolle. Zudem benötigen wir weniger Komponenten als alle anderen. Wir benötigen nur vier Chips, wo jeder andere 40 benötigt.“). Tatsächlich waren die höheren Ausfallquoten bei den Selbstbau-Kits auf unsachgemäßen Zusammenbau zurückzuführen. Sinclair gab lediglich zu, dass ein Problem mit den Netzteilen bei beiden Versionen bestand. Allerdings war ein weiteres Problem gravierender: Sinclairs Kundenservice. Robin Clarke, Redakteur des Magazins *New Scientist*, beschrieb ihn als einen der schlechtesten Services überhaupt. Die Financial Times berichtete, dass die Büros des Unternehmens mit eingeschickten Computern überfüllt seien und es Monate dauern würde, diese zu reparieren. Sinclair schadete damit seiner eigenen Reputation erheblich.

Großartige Reaktionen erhielt jedoch das BASIC-Handbuch, das in verständlicher und einfacher Weise das Thema Programmiersprachen dem Anwender näherbrachte. Kein Thema wurde ausgelassen, und alle Themen waren gut abgedeckt, sodass erfahrene Benutzer auch erweiterte Funktionen nutzen konnten. Dies war sicherlich auch einer der Gründe, warum der ZX81 so erfolgreich war. Hinzu kam die Marketingkampagne, die auch Menschen an den Computer führte, die zuvor keinen Bezug zu dieser Technologie hatten. Clive Sinclair sagte dazu in einem Interview 1982 (mit dem Magazin Your Computer): „Es existieren zwei große Märkte. Das sind die Hobbyisten und der Mann auf der Straße. Der Hobbynutzer war eine todsichere Sache. Wir wussten, wir würden ihn (den ZX81) an ihn verkaufen können, weil wir damit so viel Erfahrung hatten und ein besseres Produkt anboten. Der Mann von der Straße war weniger ein potenzieller Kunde. Es gab aber die Hoffnung, dass, wenn wir ihm einen Computer anböten, plus ein Handbuch zu einem vernünftigen Preis, er diesen bestellen würde – was er dann auch tat.

Zu diesem Zweck entwickelte Sinclair groß angelegte Werbekampagnen. Auch wenn Sinclair Research ein relativ kleines Unternehmen war, setzte es stets auf große Werbung, die die Kampagnen der Konkurrenz weit in den Schatten stellte. Doppelseitige Anzeigen stellten den ZX81 stark in den Vordergrund und verkündeten mit großen Lettern den niedrigen Preis. Der Werbeslogan lautete: „Sinclair ZX81 Personal Computer – das Herz eines Systems, das mit dir wächst.“ In den USA war die Werbung noch klarer: „Für weniger als 100 $ startet der Sinclair ZX81 mit Ihnen das ‚Personal Computing‘ jetzt. Ihre Kinder gewinnen Verständnis für Computer, von dem sie für den Rest ihres Lebens profitieren können. Und Sie können Entscheidungen zum Kauf und Nutzen eines Computers treffen, sowohl für Ihre Karriere als auch privat.

Nicht nur mit dieser Werbestrategie griff Sinclair den Markt der Heimcomputer aggressiv an. Der Preis war entscheidender geworden als die Technik, die hinter dem Computer stand. Dies war übrigens typisch für die gesamte Zeit von Sinclair. Bereits für 49,95 £ (als Kit) war der ZX81 zu kaufen (ein zusammengebauter ZX81 kostete 69,95 £) und bereitete den Mitbewerbern Acorn, Apple, Commodore und Tandy sicherlich Kopfzerbrechen. Und diese Sorgen waren berechtigt, denn das Unternehmen verkaufte insgesamt über 1,5 Millionen Einheiten, obwohl zwar Verbesserungen gegenüber dem Vorgänger deutlich zu sehen waren, jedoch der RAM äußerst knapp war und die Ausfallsicherheit, selbst bei den Modellen, die für Magazine getestet wurden, einfach nicht gegeben war (bei Your Computer musste der Computer zweimal ausgetauscht werden, bevor ein Testbericht überhaupt erstellt werden konnte…). Zudem war die Gesamtperformance deutlich geringer als die der Konkurrenz, wenn es sich um das Basispaket handelte.

Trotzdem entstand eine große Anzahl an Zusatzgeräten und Software, die sogar Sir Clive Sinclair erstaunte. Doch er nutzte die Nachfrage nicht aus und überließ den Drittanbietern einen äußerst lukrativen Markt. Mit dieser Entscheidung verpasste Sinclair viel Potenzial, vor allem im Hinblick auf die spätere Zukunft des Unternehmens. Beispielsweise entdeckte W.H. Smith, dass einfache Monokassettenrekorder weitaus besser als Massenspeichermedien funktionierten als teure Hi-Fi-Kassettendecks. Mit dieser Erkenntnis kaufte Smith Paletten billiger Kassettenrekorder auf dem asiatischen Markt, versah sie mit einem neuen Logo und verkaufte sie, mit erheblichem Aufschlag, als Datenrekorder. Innerhalb von 18 Monaten konnten mehr als 100.000 Geräte verkauft werden.

Sinclair selbst verkaufte lediglich zwei Erweiterungen: das 16 KByte RAM-Pack (das allerdings lediglich eine ZX80-Erweiterung war, die ein neues Typenschild erhielt und 49,95 £ kostete) sowie den ZX Printer. Dieser Drucker nutzte Aluminium-ummanteltes Papier und war für seine schlechte Druckqualität bekannt. Durch eine elektrische Entladung an zwei Fühlern wurde das jeweilige Zeichen auf das Aluminium „gebrannt“, sodass das darunter liegende schwarze Papier sichtbar wurde. Waren die ersten Ausdrucke noch passabel, verschlechterte sich die Druckqualität mit jedem weiteren Vorgang. Der Drucker war jedoch bereits für 49,95 £ erhältlich. Beide Erweiterungen wurden am Edge-Connector in das System eingebunden. Vor allem das RAM-Pack war dafür bekannt, häufig aus seinem Steckplatz zu rutschen und einen Systemabsturz zu verursachen, wodurch alle nicht gesicherten Daten verloren gingen. Not macht erfinderisch, und viele Käufer wurden zu echten Genies bei der sicheren Befestigung des RAM-Packs (mit Klebeband, Gummibändern, Kaugummi etc.).

Die Drittanbieter nutzten die Mängel des Systems und rüsteten es mit Funktionen aus, die Sinclair ursprünglich nicht bedacht hatte. So gab es Tastaturumbaukits, die dem ZX81 eine Gummitastatur lieferten, welche den Schreibkomfort erheblich verbesserte, Speichererweiterungen bis zu 64 KByte (ohne zusätzliche Haltevorrichtungen!), bessere Drucker und sogar Festplattenschnittstellen, die für Clive Sinclair undenkbar gewesen wären – nicht aufgrund technischer Schwierigkeiten, sondern weil er der Meinung war, dass für einen solchen Computer solche Geräte niemals notwendig wären. Weit über 200 unabhängige Unternehmen stellten Hardwareprodukte exklusiv für diesen Computer her.

Innerhalb eines Jahres besaß der ZX81 eine Softwarebibliothek, die sich vor der Konkurrenz nicht verstecken musste. Im Laufe seiner Existenz konnte der Computer auf Tausende von Programmen zugreifen. Viele davon wurden auf Kassetten oder Disketten verkauft, und es gab auch zahlreiche Magazine, die seitenlange Listings anboten, die nur abgetippt werden mussten. Es entstand auch eine Reihe später bekannter Programmierer, die im „Kinderzimmer“ ihre ersten Ideen umsetzten, sie kopierten und dann verkauften. Es war durchaus möglich, wie ICL zeigte, innerhalb von drei Monaten 100.000 Kopien zu verkaufen. Auch wenn der ZX81 eigentlich keine Grafik darstellen konnte, fanden findige Programmierer immer einen Weg. 3D Monster Maze, ein Spiel, das in BASIC und Maschinensprache geschrieben wurde, versetzte den Spieler in eine Ich-Perspektive innerhalb eines dreidimensionalen Labyrinths, in dem er von einem Tyrannosaurus Rex verfolgt wurde.

Der ZX81 war ein voller Erfolg. Die wahre Größe wurde jedoch erst deutlich sichtbar, als im Januar 1982 Mike Johnstone eine Convention in der Westminster Central Hall organisierte. Ganze sieben Aussteller waren vor Ort, und man erwartete etwa hundert Besucher. Dies stellte zunächst kein Problem dar, schließlich konnte das Gebäude 650 Besucher aufnehmen. Doch tatsächlich kamen an diesem Tag weit mehr als 12.000 Besucher, und die Polizei musste gerufen werden, um die Besucherströme zu lenken. Viele kamen aus ganz England und warteten bis zu drei Stunden auf Einlass. Die sieben Aussteller verkauften ihre Hardware in solchen Mengen, dass sie den Erlös im vierstelligen Bereich berechnen mussten. Die Ware wurde schneller aus den Paketen gerissen, als sie entnommen werden konnte.

Für Sinclair stellte sich der ZX81 als großer Erfolg heraus. Hatte das Unternehmen 1980/81 einen Umsatz von 4,6 Millionen Pfund erzielt, so steigerte sich dieser bis 1981/82 auf 27,17 Millionen Pfund. Clive Sinclair selbst erging es nicht schlechter: Neben seinem Jahreseinkommen von 13.000 £ erhielt er einen Bonus von 1.000.000 £, wurde von der Queen zum Ritter geschlagen und erhielt den Titel „Young Businessman of the Year“.

Der Sinclair ZX81 selbst veränderte, vor allem in Großbritannien, das Leben entscheidend. Computing war plötzlich nicht nur ein Hobby von „komischen Gesellen“. Vom Leser der Sunday Times bis hin zum Leser der Sun (vergleichbar mit der Bild) waren plötzlich alle mit dem gleichen Computer beschäftigt. Den größten Anteil daran hatte jedoch die Gruppe der 30-Jährigen, obwohl Umfragen ergeben hatten, dass der ZX81 hauptsächlich für Bildungszwecke eingesetzt wurde. Vor allem aber begann der Siegeszug der neuen Programmiersprachen: Waren die früheren Sprachen nur zur Kommunikation verwendet worden, beherrschten die neuen auch die Umsetzung von Ideen und boten selbst Anfängern zahlreiche Möglichkeiten. Der ZX81 war die Speerspitze dieses Erfolges in Großbritannien und trug maßgeblich zur Verbreitung von Computern im Alltag bei.

Xerox 820

Xerox 820

Als der Computermarkt in den frühen 1980er-Jahren immer mehr Menschen faszinierte, wurde auch Xerox bewusst, wie wichtig es sein würde, in diesem Sektor Fuß zu fassen. Das Unternehmen, das vor allem für seine bahnbrechenden Entwicklungen im Bereich der Druck- und Kopiertechnologie bekannt war, verfügte zu diesem Zeitpunkt jedoch weder über ein eigenes Computerkonzept noch über die Infrastruktur, um ein solches von Grund auf zu entwickeln. Die Lösung fand Xerox in einer Lizenzierung des Big Board von George Morrow und Ferguson. Dieses integrierte Computerdesign bot eine Grundlage, auf der Xerox den 820 aufbaute und weiterentwickelte. Die Hardware des Xerox 820 basierte auf einem Zilog Z80-Prozessor, einem damals weit verbreiteten und beliebten 8-Bit-Mikroprozessor. Der Prozessor arbeitete mit einer Taktfrequenz von 2,5 MHz, was für viele Anwendungen ausreichend war, im Vergleich zu einigen Wettbewerbern jedoch als etwas langsam galt. Das System war mit 64 KB Arbeitsspeicher ausgestattet, was die maximal unterstützte Größe des CP/M-Betriebssystems nutzte und es ermöglichte, umfangreiche Anwendungen auszuführen. Dem Anwender standen damit Programme, wie WordStar, SuperCalc, SuperSort oder MailMerge zur Verfügung, die den Computer für Büroanwendungen und produktives Arbeiten nutzbar machten.

Ein wesentlicher Unterschied zum ursprünglichen Big Board war der Wechsel von den üblichen 8"-Diskettenlaufwerken zu 5,25"-Laufwerken im Xerox 820. Diese hatten jedoch nur eine Kapazität von 83 KByte und brachten zudem einen ärgerlichen Fehler mit sich: Das Laufwerk erkannte nicht, ob eine einseitige oder doppelseitige Diskette eingelegt war. Dies führte dazu, dass doppelseitige Disketten lediglich einseitig formatiert wurden. Versuchte man, mehr Daten zu speichern, als das Laufwerk verarbeiten konnte, kam es häufig zu Datenverlusten. Aufgrund dieser Einschränkungen wurde der Xerox 820 oft mit 8"-Laufwerken verwendet, die ebenfalls unterstützt wurden und pro Diskette bis zu 300 KByte speichern konnten. Für noch höhere Speicherkapazitäten bot Xerox optional eine 10-MByte-Festplatte an, was den 820 für datenintensive Anwendungen attraktiver machte.

Eine besondere Funktion des Xerox 820 war das integrierte Basic Operating System (BOS). Dieses im ROM gespeicherte System bot einen Systemmonitor, der einige Funktionen bereitstellte, ohne dass ein Betriebssystem geladen werden musste. Eine dieser Funktionen war der sogenannte Schreibmaschinenmodus, bei dem eingegebene Daten direkt auf dem Monitor angezeigt und gleichzeitig an einen angeschlossenen Drucker gesendet wurden. Darüber hinaus konnte der Xerox 820 als Terminal für Mainframes genutzt werden. Über den seriellen Anschluss konnte das Gerät mit Großrechnern kommunizieren, wobei die maximale Übertragungsrate 19,2 KBit/s betrug.

Das Gehäuse des Xerox 820 war robust und bot Platz für die gesamte Elektronik sowie die Diskettenlaufwerke. Das monochrome Display, das eine Auflösung von 24 Zeilen mit jeweils 80 Zeichen bot, war fest in das System integriert. Die Tastatur war extern und ergonomisch gestaltet, was das Arbeiten erleichterte. Der Xerox 820 bot zudem eine Vielzahl von Erweiterungsmöglichkeiten über seine I/O-Schnittstellen. Neben den bereits erwähnten Disketten- und Festplattenoptionen konnten auch Drucker und Modems angeschlossen werden. Besonders die Nutzung als Terminal war ein stark beworbenes Verkaufsargument.

Die Einführung des Xerox 820 wurde von einem professionellen Marketingansatz begleitet. In den Medien wurde der Computer als "leistungsstarker Allrounder für das Büro" beworben. Zitate aus zeitgenössischen Fachzeitschriften lobten die Vielseitigkeit und Robustheit des Systems, kritisierten jedoch auch die vergleichsweise langsame Prozessorleistung und die begrenzte Kapazität der standardmäßigen 5,25-Zoll-Disketten. In einer Ausgabe von Byte Magazine aus dem Jahr 1981 hieß es beispielsweise: „Der Xerox 820 ist ein solider Einstieg in die Welt der Mikrocomputer, aber seine Standardkonfiguration könnte ambitionierte Nutzer schnell an ihre Grenzen bringen.“ Während der Xerox 820 in bestimmten Märkten, wie der Bildung und kleineren Unternehmen, erfolgreich war, konnte er sich langfristig nicht gegen Konkurrenten wie IBM und Apple durchsetzen, die innovativere und benutzerfreundlichere Systeme anboten. Aussagen von interessierten Anwendern aus der Zeit berichten, dass viele den 820 hauptsächlich wegen der Verlässlichkeit der Marke Xerox wählten, sich jedoch oft von der komplexen Bedienung des CP/M-Betriebssystems abgeschreckt fühlten.

Trotz einiger Schwächen, wie dem eingeschränkten Laufwerk und der begrenzten Prozessorleistung, war der Xerox 820 dank seiner Vielseitigkeit und der breiten Software-Unterstützung ein praktikables System für viele Unternehmen und Bildungseinrichtungen. Seine Fähigkeit, sowohl als eigenständiger Computer als auch als Terminal eingesetzt zu werden, machte ihn zu einer flexiblen Lösung in einer Zeit, in der die Computertechnologie noch in den Kinderschuhen steckte.