Saify 2600 Dactari

Saify Dactari
Der Sayfi Atari 2600 Dactari Clone war eine der zahlreichen inoffiziellen Nachbauten des legendären Atari 2600, die in den 1980er- und frühen 1990er-Jahren in verschiedenen Ländern auf den Markt kamen. Diese Klone wurden insbesondere in Regionen populär, in denen der offizielle Vertrieb der Atari-Konsolen entweder eingeschränkt war oder hohe Importzölle den Preis in die Höhe trieben. Der Dactari war ein solcher Klon, der vor allem in Brasilien große Bekanntheit erlangte, aber auch in anderen südamerikanischen Märkten zu finden war.
Die Geschichte des Dactari ist eng mit den besonderen wirtschaftlichen Bedingungen in Brasilien während der 1980er-Jahre verknüpft. Aufgrund strenger Importbeschränkungen für Elektronikprodukte war es für ausländische Unternehmen wie Atari schwierig, ihre Konsolen offiziell zu vertreiben. Dies führte dazu, dass zahlreiche lokale Hersteller begannen, eigene Versionen der beliebten Systeme zu produzieren. Sayfi, ein brasilianisches Unternehmen, war eines dieser Unternehmen, das eine fast identische Kopie des Atari 2600 entwickelte – den Dactari. Der Name „Dactari“ war offensichtlich an die populäre US-Fernsehserie „Daktari“ aus den 1960er-Jahren angelehnt, was möglicherweise auf die Zielgruppe von Kindern und Jugendlichen abzielte. Die Konsole wurde in Brasilien und anderen südamerikanischen Ländern als kostengünstige Alternative zum originalen Atari vermarktet und bot vollständige Kompatibilität zu den originalen Atari-2600-Cartridges.
Der Sayfi Dactari war in seinen Spezifikationen nahezu identisch mit dem originalen Atari 2600. Er verwendete denselben Hauptprozessor, den MOS Technology 6507, eine abgespeckte Version des 6502, die mit 1,19 MHz getaktet war. Als Grafikchip kam ebenfalls der TIA (Television Interface Adapter) zum Einsatz, der eine Auflösung von 160 x 192 Pixeln mit einer begrenzten Farbauswahl ermöglichte. Für den Sound nutzte die Konsole ebenfalls den TIA-Chip, der zwei Soundkanäle zur Verfügung stellte und einfache Klangeffekte erzeugen konnte.
Optisch unterschied sich der Dactari nur geringfügig vom Atari 2600. Es gab Modelle mit einer Holzoptik, ähnlich der ursprünglichen „Woodgrain“-Edition des Atari 2600, sowie spätere Versionen in schwarzem Kunststoffgehäuse, das sich am „Atari 2600 Jr.“ orientierte. Einige Versionen hatten zusätzliche Aufkleber oder alternative Farbvarianten, um sich leicht von der Originalkonsole abzuheben.
Der Dactari war vollständig kompatibel mit den originalen Atari-2600-Cartridges, was bedeutete, dass Spieler auf eine riesige Bibliothek an Klassikern wie Pitfall!, Space Invaders, River Raid oder Pac-Man zugreifen konnten. Zudem unterstützte die Konsole alle gängigen Controller des Atari 2600, darunter Joysticks wie den CX40 sowie Paddle-Controller für spezielle Spiele wie Breakout. Es gab allerdings auch einige Cartridges, die speziell für den Dactari produziert wurden. Diese waren oft Neuauflagen von bestehenden Atari-2600-Spielen, manchmal mit leicht veränderten Labels oder Verpackungen.
Exakte Verkaufszahlen des Sayfi Dactari sind schwer zu bestimmen, da es sich um ein inoffizielles Produkt handelte und keine offiziellen Berichte existieren. Dennoch gilt der Dactari als einer der bekannteren Klone des Atari 2600 in Brasilien. Er konkurrierte dort mit anderen Klonen wie dem Dynacom MegaBoy oder dem CCE Supergame VG-2800, die ähnliche Hardware boten. Aufgrund seines günstigen Preises und der breiten Spielekompatibilität erfreute sich der Dactari großer Beliebtheit, insbesondere bei Familien, die sich keine importierte Originalkonsole leisten konnten. Viele Spieler in Brasilien hatten ihren ersten Kontakt mit Videospielen über Klone wie den Dactari. Während es keine umfangreichen Rezensionen in internationalen Fachzeitschriften gab, wurde der Dactari in brasilianischen Magazinen wie VideoGame oder Ação Games gelegentlich erwähnt. Kritisiert wurde oft die Verarbeitung, die nicht ganz der Qualität des originalen Atari 2600 entsprach, sowie kleinere Kompatibilitätsprobleme mit bestimmten Cartridges. Dennoch wurde der Dactari als eine solide Alternative für preisbewusste Konsumenten angesehen. Besonders hervorgehoben wurde die vollständige Kompatibilität mit der riesigen Atari-2600-Spielebibliothek, was ihn für viele Spieler attraktiv machte.
Mit dem Fortschreiten der 1990er-Jahre wurde der Dactari zunehmend von leistungsfähigeren Konsolen wie dem Nintendo Entertainment System (NES) oder dem Sega Mega Drive verdrängt. Zudem begann die brasilianische Regierung, Importrestriktionen zu lockern, wodurch offizielle Konsolen wie das Super Nintendo Entertainment System (SNES) endlich legal erhältlich waren.
Sayfi stellte die Produktion des Dactari schließlich ein, doch viele dieser Klone blieben noch Jahre im Umlauf. Heute sind Dactari-Konsolen begehrte Sammlerstücke, insbesondere in Brasilien, wo sie als wichtiger Teil der Videospielgeschichte des Landes betrachtet werden.