Saify 2600 Dactari

Saify 2600 Dactari

Saify Dactari

Saify Dactari

Der Sayfi Atari 2600 Dactari Clone war eine der zahlreichen inoffiziellen Nachbauten des legendären Atari 2600, die in den 1980er- und frühen 1990er-Jahren in verschiedenen Ländern auf den Markt kamen. Diese Klone wurden insbesondere in Regionen populär, in denen der offizielle Vertrieb der Atari-Konsolen entweder eingeschränkt war oder hohe Importzölle den Preis in die Höhe trieben. Der Dactari war ein solcher Klon, der vor allem in Brasilien große Bekanntheit erlangte, aber auch in anderen südamerikanischen Märkten zu finden war.

Die Geschichte des Dactari ist eng mit den besonderen wirtschaftlichen Bedingungen in Brasilien während der 1980er-Jahre verknüpft. Aufgrund strenger Importbeschränkungen für Elektronikprodukte war es für ausländische Unternehmen wie Atari schwierig, ihre Konsolen offiziell zu vertreiben. Dies führte dazu, dass zahlreiche lokale Hersteller begannen, eigene Versionen der beliebten Systeme zu produzieren. Sayfi, ein brasilianisches Unternehmen, war eines dieser Unternehmen, das eine fast identische Kopie des Atari 2600 entwickelte – den Dactari. Der Name „Dactari“ war offensichtlich an die populäre US-Fernsehserie „Daktari“ aus den 1960er-Jahren angelehnt, was möglicherweise auf die Zielgruppe von Kindern und Jugendlichen abzielte. Die Konsole wurde in Brasilien und anderen südamerikanischen Ländern als kostengünstige Alternative zum originalen Atari vermarktet und bot vollständige Kompatibilität zu den originalen Atari-2600-Cartridges.

Der Sayfi Dactari war in seinen Spezifikationen nahezu identisch mit dem originalen Atari 2600. Er verwendete denselben Hauptprozessor, den MOS Technology 6507, eine abgespeckte Version des 6502, die mit 1,19 MHz getaktet war. Als Grafikchip kam ebenfalls der TIA (Television Interface Adapter) zum Einsatz, der eine Auflösung von 160 x 192 Pixeln mit einer begrenzten Farbauswahl ermöglichte. Für den Sound nutzte die Konsole ebenfalls den TIA-Chip, der zwei Soundkanäle zur Verfügung stellte und einfache Klangeffekte erzeugen konnte.

Optisch unterschied sich der Dactari nur geringfügig vom Atari 2600. Es gab Modelle mit einer Holzoptik, ähnlich der ursprünglichen „Woodgrain“-Edition des Atari 2600, sowie spätere Versionen in schwarzem Kunststoffgehäuse, das sich am „Atari 2600 Jr.“ orientierte. Einige Versionen hatten zusätzliche Aufkleber oder alternative Farbvarianten, um sich leicht von der Originalkonsole abzuheben.

Der Dactari war vollständig kompatibel mit den originalen Atari-2600-Cartridges, was bedeutete, dass Spieler auf eine riesige Bibliothek an Klassikern wie Pitfall!, Space Invaders, River Raid oder Pac-Man zugreifen konnten. Zudem unterstützte die Konsole alle gängigen Controller des Atari 2600, darunter Joysticks wie den CX40 sowie Paddle-Controller für spezielle Spiele wie Breakout. Es gab allerdings auch einige Cartridges, die speziell für den Dactari produziert wurden. Diese waren oft Neuauflagen von bestehenden Atari-2600-Spielen, manchmal mit leicht veränderten Labels oder Verpackungen.

Exakte Verkaufszahlen des Sayfi Dactari sind schwer zu bestimmen, da es sich um ein inoffizielles Produkt handelte und keine offiziellen Berichte existieren. Dennoch gilt der Dactari als einer der bekannteren Klone des Atari 2600 in Brasilien. Er konkurrierte dort mit anderen Klonen wie dem Dynacom MegaBoy oder dem CCE Supergame VG-2800, die ähnliche Hardware boten. Aufgrund seines günstigen Preises und der breiten Spielekompatibilität erfreute sich der Dactari großer Beliebtheit, insbesondere bei Familien, die sich keine importierte Originalkonsole leisten konnten. Viele Spieler in Brasilien hatten ihren ersten Kontakt mit Videospielen über Klone wie den Dactari. Während es keine umfangreichen Rezensionen in internationalen Fachzeitschriften gab, wurde der Dactari in brasilianischen Magazinen wie VideoGame oder Ação Games gelegentlich erwähnt. Kritisiert wurde oft die Verarbeitung, die nicht ganz der Qualität des originalen Atari 2600 entsprach, sowie kleinere Kompatibilitätsprobleme mit bestimmten Cartridges. Dennoch wurde der Dactari als eine solide Alternative für preisbewusste Konsumenten angesehen. Besonders hervorgehoben wurde die vollständige Kompatibilität mit der riesigen Atari-2600-Spielebibliothek, was ihn für viele Spieler attraktiv machte.

Mit dem Fortschreiten der 1990er-Jahre wurde der Dactari zunehmend von leistungsfähigeren Konsolen wie dem Nintendo Entertainment System (NES) oder dem Sega Mega Drive verdrängt. Zudem begann die brasilianische Regierung, Importrestriktionen zu lockern, wodurch offizielle Konsolen wie das Super Nintendo Entertainment System (SNES) endlich legal erhältlich waren.

Sayfi stellte die Produktion des Dactari schließlich ein, doch viele dieser Klone blieben noch Jahre im Umlauf. Heute sind Dactari-Konsolen begehrte Sammlerstücke, insbesondere in Brasilien, wo sie als wichtiger Teil der Videospielgeschichte des Landes betrachtet werden.

 

Apricot Qi 300

Apricot Qi 300

Apricot Qi 300

Bild stammt von https://apricot-archive.co.uk/qi-300

Der Qi 300 (ausgesprochen „Key 300“) war das letzte Modell des britischen Herstellers Apricot Computers, bevor das Unternehmen vollständig von Mitsubishi übernommen wurde. Mit der Übernahme gingen viele der innovativen Designmerkmale verloren, die Apricot zuvor von der Konkurrenz abgehoben hatten. Während frühere Modelle oft mit futuristischen Designs aufwarteten, erinnerten die späteren Geräte eher an klassische Büromaschinen. Doch nicht nur das äußere Erscheinungsbild des Qi 300 war bemerkenswert, auch sein Innenleben wies einige innovative Features auf. Besonders hervorzuheben war das Sicherheitskonzept: Der Rechner konnte nur mithilfe einer Keycard aktiviert werden – ohne diese brach der Qi 300 den Bootvorgang umgehend ab. Diese Funktion machte ihn besonders für den Einsatz in Unternehmen interessant, da sie unbefugten Zugriff verhinderte. Ein weiteres technisches Alleinstellungsmerkmal war die Verwendung des Microchannel-Standards (MCA). Apricot gehörte damit zu den wenigen Herstellern, die auf IBMs proprietären Microchannel-Bus setzten, der den ISA-Standard ablösen sollte. Allerdings war die Lizenzierung von MCA mit hohen Kosten verbunden, weshalb nur wenige Unternehmen – darunter Tandy, Olivetti und Research Machines – bereit waren, diese Investition zu tätigen. Das Jupiter-Motherboard des Qi 300 wurde von einem Intel 386SX angetrieben – eine solide Wahl für die Zeit. Dabei ist eine falsche Jahresangabe in einigen Quellen kursiert: Der Qi 300 wurde nicht 1984, sondern erst 1992 vorgestellt. Der Arbeitsspeicher konnte von 1 MB auf maximal 5 MB erweitert werden.

Modellvarianten:
Apricot bot drei verschiedene Konfigurationen des Qi 300 an:

Qi 310: 1 MB RAM, nur Diskettenlaufwerk
Qi 330: 1 MB RAM, 47 MB Seagate LPS52S Festplatte
Qi 350: 2 MB RAM, 47 MB Seagate LPS52S Festplatte

Der Qi 300 war mit einer integrierten Grafikeinheit ausgestattet, die eine maximale Auflösung von 720 × 256 Pixeln unterstützte. Kunden hatten die Wahl zwischen einem 9-Zoll-Farbmonitor oder einem Monochrom-Display. Im Bereich Sound bot der Qi 300 nur rudimentäre Funktionen: Es gab einen einfachen PC-Speaker, der lediglich Systemtöne ausgeben konnte. Erweiterte Soundkarten waren nicht standardmäßig enthalten, konnten jedoch über den Microchannel-Bus nachgerüstet werden. Standardmäßig waren zwei 3,5-Zoll-Diskettenlaufwerke verbaut. Eine optionale 10 MB Festplatte war ebenfalls erhältlich – allerdings war dies zur Markteinführung bereits unterdurchschnittlich, da viele Konkurrenten größere Festplatten anboten. Dank MCA konnten jedoch zusätzliche Controller-Karten für größere Speicherkapazitäten nachgerüstet werden. Ebenfalls bemerkenswert war das All-in-One-Gehäusekonzept, das den Qi 300 besonders kompakt machte. Um den Komfort zu erhöhen, wurde der Rechner mit einer kabellosen Maus und einer ergonomisch gestalteten Tastatur ausgeliefert – ein weiteres innovatives Feature für die damalige Zeit.

Auf dem Apricot Qi 300 kam standardmäßig MS-DOS 5.0 zum Einsatz, was eine hohe Kompatibilität mit gängiger Software sicherstellte. Zusätzlich wurde Windows 3.1 als grafische Benutzeroberfläche unterstützt, wenngleich es auf den schwächeren Modellen mit nur 1 MB RAM nicht sonderlich performant lief. Apricot lieferte zudem einige hauseigene Dienstprogramme mit, darunter ein erweitertes Setup-Utility, das eine komfortable Konfiguration der Hardware erlaubte.

Die britische Computerpresse reagierte zwiespältig auf den Qi 300. Während das Design und die Sicherheitsfunktionen gelobt wurden, gab es Kritik an der Leistung und den hohen Kosten. Die Zeitschrift PC Pro schrieb in ihrer Ausgabe von Oktober 1992: "Der Apricot Qi 300 ist innovativ, aber sein Preis könnte potenzielle Käufer abschrecken. MCA ist eine zweifelhafte Wahl, da die meisten Erweiterungskarten teuer und selten sind." Auch das Magazin BYTE merkte an, dass der Qi 300 für Unternehmensanwender konzipiert sei, aber für Privatanwender wenig attraktiv wirke. Die Verkaufszahlen blieben hinter den Erwartungen zurück. Während Apricot mit 50.000 verkauften Einheiten in den ersten zwei Jahren rechnete, wurden insgesamt nur rund 22.000 Stück abgesetzt. Die hohen Lizenzkosten für MCA und die Konkurrenz durch günstigere ISA-basierte Systeme dürften den Absatz zusätzlich gebremst haben. Zur Markteinführung im Jahr 1992 kostete der Qi 300 1.965 britische Pfund. Inflationsbereinigt entspricht dies im Jahr 2024 etwa 9.100 Euro. Besonders im Vergleich zu anderen PCs mit ähnlicher Leistung galt der Qi 300 als überteuert.

Der Apricot Qi 300 war ein ambitionierter, aber letztlich wenig erfolgreicher Rechner. Seine Sicherheitsfunktionen und das elegante Design machten ihn zu einer interessanten Wahl für Unternehmen, doch die Entscheidung für den Microchannel-Standard sowie die hohen Preise schränkten den kommerziellen Erfolg erheblich ein. Letztlich markierte der Qi 300 das Ende von Apricot als eigenständige Marke – nach der Übernahme durch Mitsubishi verschwand das Unternehmen allmählich vom PC-Markt.

Hitachi H1 / H1E

Hitachi H1 / H1E

Wie so ziemlich jedem Elektronikhersteller blieb auch Hitachi das stetig wachsende Interesse der Konsumenten an Computern nicht verborgen. Schnell wurde klar, dass die Entwicklung eines eigenen Modells nicht nur enorme Ressourcen verschlingen, sondern auch viel Zeit in Anspruch nehmen würde. Besonders der Faktor Zeit war entscheidend. „Warum also nicht dem offenen MSX-Standard folgen?“ dürfte man sich bei Hitachi gedacht haben – und so entschied sich das Unternehmen, den bestehenden Vorgaben des MSX-Konsortiums zu folgen.

Gemäß den MSX-Spezifikationen wurde als CPU der Zilog Z80A gewählt, der mit mindestens 8 KByte Arbeitsspeicher betrieben werden musste. Hitachi stattete den H1 jedoch großzügig mit 32 KByte RAM aus, während das Modell H1E mit 16 KByte auskommen musste. Als Grafikeinheit kam der Texas Instruments TMS-9918 zum Einsatz, der eine maximale Auflösung von 256 × 192 Bildpunkten mit 16 Farben und 32 Sprites ermöglichte. Der Videospeicher betrug 16 KByte. Für die Tonausgabe entschied sich das MSX-Konsortium für den Yamaha AY-3-8910, der drei Stimmen über einen Acht-Oktaven-Bereich hinweg erzeugen konnte. Neben den vorgegebenen Schnittstellen und Anschlüssen lief auf dem Rechner eine erweiterte Version des Microsoft BASIC, das in einem 32 KByte großen ROM untergebracht war.

Über diese Standards hinaus hatten die Hersteller die Möglichkeit, ihre Geräte nach eigenem Ermessen zu verfeinern oder sie in einer möglichst kostengünstigen Grundausstattung in Massenproduktion herzustellen. Hitachi entschied sich bei den Modellen H1 und H1E für eine besonders kompakte Bauweise, sodass die Geräte sogar als Handheld-Computer vermarktet wurden. Mit einer Größe, die in etwa einem DIN-A4-Blatt entsprach, war der Begriff „Handheld“ durchaus wörtlich zu nehmen. Zusätzlich integrierte Hitachi unter der Tastatur einen Tragegriff, um die Mobilität des Rechners weiter zu betonen.

Anstelle eines einzelnen Cartridge-Ports, wie es der MSX-Standard vorschrieb, spendierte Hitachi dem H1 gleich zwei dieser Erweiterungssteckplätze – ein durchaus bemerkenswertes Feature für ein Gerät dieser Klasse. Interessanterweise bot Hitachi den H1 auf zwei verschiedenen Vertriebswegen an: Privatanwender konnten ihn wie gewohnt im Handel erwerben, während das Unternehmen für Firmenkunden eine spezielle Version mit zusätzlichen 64 KByte RAM anbot – allerdings nur auf Anfrage.

Wie bei den meisten „mobilen“ Computermodellen jener Zeit war jedoch kein Akkubetrieb möglich. Nutzer mussten stets das schwere Netzteil mitführen und sicherstellen, dass sich in der Nähe ihres Arbeitsplatzes eine Steckdose befand. Als kleinen Ausgleich war der H1 jedoch in den modischen Farben „Elegant Almond“ oder „Trad Red“ erhältlich, was ihm ein zeitgemäßes und stilvolles Erscheinungsbild verlieh.

Im Dezember 1983 kam der Hitachi H1 in Japan zum Preis von 62.800 Yen auf den Markt – inflationsbereinigt entspricht das im Jahr 2024 etwa 919 Euro. Auch heute noch versprüht dieser MSX-Minicomputer mehr Charme als so manches moderne Tablet.

Acorn A5000

Acorn A5000

A5000

A5000

1991 stellte Acorn der Öffentlichkeit eine weitere Variante der Archimedes-Produktreihe vor, auch wenn der Name des berühmten Mathematikers nun nicht mehr explizit genannt wurde. Der A5000 sollte mittelfristig den bisherigen Spitzenreiter, den A540, ablösen. Sein größeres Gehäuse wirkte wuchtiger und unterstrich seine Position als leistungsstarkes Arbeitspferd. Das Design erinnerte zunehmend an den Amiga 2000, was dem professionellen Anspruch des Geräts gerecht wurde. Die Erweiterungsmöglichkeiten blieben im Vergleich zum A540 unverändert: Es war weiterhin möglich, das System mit bis zu vier Steckkarten auszubauen.
Als Hauptprozessor setzte Acorn auf den ARM3, der zuvor bereits im Acorn A4 Laptop seine Leistungsfähigkeit unter Beweis gestellt hatte. Spätere Modelle waren mit bis zu 33 MHz getaktet und stellten zu dieser Zeit die schnellste verfügbare Variante dar. Dem ARM3 standen drei speziell entwickelte Chips zur Seite: der MEMC (Memory Controller) für den Speicher, der VIDC (Video and Sound Controller) für die audiovisuelle Ausgabe und der IOC (Input/Output Controller) für die Ein- und Ausgabe.

Der A5000 wurde mit einem VGA-kompatiblen Ausgang ausgestattet. Da jedoch auch Bildschirmauflösungen mit einer Zeilenfrequenz von 15 kHz unterstützt wurden, konnten nicht alle Monitore problemlos angeschlossen werden. Ähnlich dem Amiga-Konzept besaß der Archimedes eine Farbpalette mit 4096 Farben, von denen 256 gleichzeitig bei einer Auflösung von 640 × 256 Pixeln dargestellt werden konnten. In der höchsten Auflösung von 800 × 600 Bildpunkten waren maximal 16 Farben gleichzeitig darstellbar.

Der A5000 war für seine Vielseitigkeit bekannt und bot eine Reihe von Erweiterungsmöglichkeiten. Neben den vier internen Steckplätzen für Erweiterungskarten standen auch externe Schnittstellen für Peripheriegeräte zur Verfügung. Dazu gehörten unter anderem:

• SCSI-Erweiterungskarten, die den Anschluss von Festplatten und CD-ROM-Laufwerken ermöglichten
• Ethernet-Karten, die den A5000 netzwerkfähig machten, was insbesondere in Bildungseinrichtungen und Unternehmen von Vorteil war
• Digitale Signalprozessoren (DSPs) zur Verbesserung der Audioverarbeitung
• Second Processor Modules, die eine zusätzliche CPU für komplexe Rechenaufgaben bereitstellten
• Genlock-Karten, mit denen Videoüberlagerungen für den professionellen Einsatz erstellt werden konnten

Als Massenspeicher konnten erstmals handelsübliche IDE-Festplatten genutzt werden, wodurch sich die Kosten für Speichererweiterungen erheblich reduzierten. Dennoch existierten zahlreiche SCSI-Steckkarten, die den Betrieb von CD-ROM-Laufwerken und weiteren Peripheriegeräten ermöglichten. Zusätzlich unterstützte das System 3,5-Zoll-Disketten mit Kapazitäten von 800 KB, 1,44 MB oder 1,6 MB. Acorn bot zudem eine Vielzahl an offiziellen Peripheriegeräten an, darunter Drucker, externe Festplatten, Mäuse, Joysticks und sogar Grafiktabletts. Als Betriebssystem kam RISC OS 3 zum Einsatz, das im ROM fest integriert war und somit extrem schnell geladen werden konnte. Im Vergleich zum Vorgänger RISC OS 2 vervierfachte sich der Speicherbedarf auf 2 MB. Die überarbeitete Version verbesserte das Multitasking erheblich und enthielt zahlreiche nützliche Programme, die zuvor erst nachträglich installiert werden mussten. Dazu gehörten:

• Ein überarbeiteter Desktop, der erstmals Drag-and-Drop-Funktionen bot
• Erweiterte Druckertreiber, die eine breitere Palette an Druckern unterstützten
• Ein verbesserter Dateimanager, der den Zugriff auf externe Speichermedien erleichterte

Trotz der Verbesserungen war das System nicht fehlerfrei. Acorn veröffentlichte bereits wenige Monate nach der Markteinführung Version 3.1, die zahlreiche Fehlerbehebungen enthielt und in späteren A5000-Modellen vorinstalliert wurde.

Der Acorn A5000 wurde von der Fachpresse weitgehend positiv aufgenommen. Besonders gelobt wurden die hohe Geschwindigkeit des ARM3-Prozessors, die verbesserte Grafikleistung und die umfangreichen Erweiterungsmöglichkeiten. Die britische Zeitschrift Acorn User schrieb in ihrer Ausgabe von Dezember 1991: "Der A5000 ist das leistungsstärkste und vielseitigste System, das Acorn je veröffentlicht hat. Seine Leistung übertrifft die der meisten Konkurrenten in seiner Preisklasse, und die Unterstützung für Standard-IDE-Festplatten macht ihn endlich auch für den Massenmarkt erschwinglich." Die Zeitschrift Byte lobte die überarbeitete Benutzeroberfläche von RISC OS 3 und verglich sie mit frühen Versionen von macOS: "Acorns RISC OS 3 ist ein großer Schritt nach vorne. Die Benutzeroberfläche ist intuitiver als viele der aktuellen PC-Betriebssysteme und bietet ein angenehmes Nutzungserlebnis, das in dieser Form sonst nur Apple-Nutzer kennen." Kritik gab es jedoch an der Softwarekompatibilität. Viele Programme, die für ältere Archimedes-Modelle entwickelt wurden, liefen nicht ohne Anpassungen auf dem neuen System. Dies betraf insbesondere Spiele und spezialisierte Business-Software.

Der A5000 wurde vor allem in Bildungseinrichtungen und Universitäten eingesetzt, fand aber auch seinen Weg in viele Unternehmen. Die Verkaufszahlen blieben jedoch hinter den Erwartungen zurück, insbesondere weil der Markt für RISC-Computer außerhalb Großbritanniens relativ begrenzt war. Schätzungen zufolge wurden zwischen 15.000 und 20.000 Einheiten verkauft, was zwar respektabel war, aber nicht ausreichte, um Acorn langfristig als Konkurrenten zu IBM-kompatiblen PCs oder dem aufkommenden Macintosh LC zu etablieren. In Großbritannien konnte der A5000 dennoch einige bedeutende Erfolge verbuchen. Viele Schulen und Hochschulen setzten das System aufgrund seiner stabilen Architektur und der einfachen Wartung ein. Die britische Regierung förderte in den frühen 1990er-Jahren den Einsatz von Acorn-Computern im Bildungswesen, was die Verkaufszahlen unterstützte.

Zum Verkaufsstart im Jahr 1991 kostete der A5000 ohne Festplatte 999 britische Pfund, was inflationsbereinigt etwa 2.595 Euro (Stand 2025) entspricht. Die Variante mit einer Festplatte verteuerte sich um weitere 500 Pfund, was heute rund 1.300 Euro zusätzlich bedeuten würde. Damit lag der A5000 preislich in einem Bereich, der für Privatanwender kaum erschwinglich war, aber für Bildungseinrichtungen und Unternehmen attraktiv blieb. Der Acorn A5000 war ein technisch beeindruckender Computer mit einer starken Prozessorleistung, einer leistungsfähigen Benutzeroberfläche und umfangreichen Erweiterungsmöglichkeiten. Dennoch verhinderten hohe Preise, eine begrenzte Softwarebibliothek und die wachsende Dominanz von IBM-kompatiblen PCs einen größeren kommerziellen Erfolg. Heute gilt der A5000 als eines der letzten großen Werke Acorns, bevor das Unternehmen sich zunehmend aus dem Hardware-Geschäft zurückzog. Trotz seiner begrenzten Marktverbreitung bleibt der A5000 in der Computergeschichte ein bemerkenswertes Beispiel für die Innovationskraft von Acorn und die Leistungsfähigkeit der ARM-Architektur, die später die Grundlage für Milliarden von mobilen Geräten weltweit bilden sollte.

Acorn BBC Model A / B / B+ (Proton)

Acorn BBC Model A / B / B+ (Proton)

Der BBC Microcomputer, entwickelt von Acorn Computers in den frühen 1980er Jahren, entstand im Rahmen des BBC Computer Literacy Project, das die britische Bevölkerung mit der aufkommenden Computertechnologie vertraut machen sollte. Die BBC suchte nach einem Partner für die Entwicklung eines Computersystems, das ihre Bildungsziele unterstützen konnte. Acorn, unter der Leitung von Hermann Hauser und Chris Curry, gewann den Auftrag mit ihrem Prototyp "Proton", der später zum BBC Micro wurde.

BBC Micro

By BBC_Micro.jpeg: Stuart Bradyderivative work: Ubcule (talk) - BBC_Micro.jpeg

Das erste Modell, der BBC Micro Model A, wurde 1981 eingeführt und verfügte über 16 KB RAM. Kurz darauf folgte der Model B mit 32 KB RAM. Beide Modelle nutzten den MOS Technology 6502A Prozessor mit einer Taktfrequenz von 2 MHz. Dieser 8-Bit-Prozessor ermöglichte effiziente Berechnungen und war für seine Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit bekannt. Die enge Integration von Prozessor und Speicher ermöglichte es dem BBC Micro, sowohl im Bildungsbereich als auch bei Heimnutzern beliebt zu werden.

Bei der Markteinführung lag der Preis des Model A bei £235 und der des Model B bei £335. Aufgrund gestiegener Kosten wurden die Preise jedoch schnell auf £299 bzw. £399 angehoben. Inflationsbereinigt entspricht der Preis des Model B heute etwa £1.900, was ungefähr 2.200 Euro entspricht.

1985 brachte Acorn das Model B+ auf den Markt, das mit 64 KB RAM ausgestattet war. Diese zusätzliche Speicherkapazität wurde in 20 KB "Shadow RAM" für die Bildschirmausgabe und 12 KB "Sideways RAM" für Erweiterungen unterteilt. Trotz dieser Verbesserungen blieb der Markterfolg des B+ begrenzt.

Der BBC Micro war für seine Erweiterbarkeit bekannt. Geplante Peripheriegeräte umfassten unter anderem Diskettenlaufwerke, Drucker, Netzwerkmodule (Econet) und Second-Processor-Erweiterungen über die sogenannte "Tube"-Schnittstelle. Diese Erweiterungen ermöglichten es, die Funktionalität des Systems erheblich zu erweitern und an unterschiedliche Bedürfnisse anzupassen.

Ein bemerkenswertes Merkmal des BBC Micro war die integrierte Programmiersprache BBC BASIC, die für ihre Geschwindigkeit und Effizienz gelobt wurde. Ein zeitgenössischer Bericht hob hervor: "BBC BASIC is fast - to my knowledge it is the fastest BASIC running on a popular micro - and it's easy to mix assembler and BASIC, which means you can speed up critical parts of your programs even further." („BBC BASIC ist schnell – soweit ich weiß, ist es das schnellste BASIC, das auf einem verbreiteten Mikrocomputer läuft – und es ist einfach, Assembler und BASIC zu kombinieren, was bedeutet, dass man kritische Teile seiner Programme noch weiter beschleunigen kann.“)
Der BBC Micro wurde in Großbritannien zu einem Symbol für Computerbildung und fand weite Verbreitung in Schulen und Haushalten. Seine Robustheit, Erweiterbarkeit und die Unterstützung durch die BBC trugen zu seinem anhaltenden Erfolg bei. Insgesamt wurden über 1,5 Millionen Einheiten verkauft, was die Bedeutung dieses Computers in der Geschichte der Heimcomputer unterstreicht.

Commodore SuperPET 9000

Commodore SuperPET 9000

Commodore SuperPET 9000

Commodore SuperPET 9000

Der Commodore SuperPET 9000, auch bekannt als Micro Mainframe 9000, wurde 1981 in Zusammenarbeit zwischen Commodore und dem Department of Computer Science der University of Waterloo in Ontario, Kanada, entwickelt. Ziel war es, einen Computer für Universitäten und Forschungseinrichtungen bereitzustellen, der sowohl für Lehre als auch für Softwareentwicklung geeignet war.

Der SuperPET basiert auf der CBM-8000-Serie und verfügt über zwei Prozessoren:
MOS Technology 6502: Dieser 8-Bit-Prozessor mit einer Taktfrequenz von 1 MHz war für die Ausführung von Standardsoftware der CBM-8000-Serie zuständig.
• Motorola 6809: Ebenfalls mit 1 MHz getaktet, ermöglichte dieser Prozessor die Nutzung fortschrittlicher Entwicklungsumgebungen und Programmiersprachen wie C, PASCAL, BASIC, APL, FORTRAN, COBOL und Assembler.

Beide Prozessoren konnten gleichzeitig auf denselben RAM zugreifen, jedoch war der Kernel des ROMs für den jeweils anderen Prozessor weder nutz- noch einsehbar. Diese Architektur ermöglichte es Entwicklern und Wissenschaftlern, ihre Arbeit zu Hause fortzusetzen und per RS-232-Schnittstelle an zentrale Mainframe-Systeme zu übertragen.

Beim Einschalten des SuperPET präsentierte sich dem Benutzer ein Menü, das den Zugriff auf verschiedene Programme, Texteditoren und Programmiersprachen ermöglichte.

Für Besitzer eines Commodore 8000er-Modells bot Commodore ein offizielles Upgrade-Programm an, mit dem sie ihre Geräte gegen eine entsprechende Gebühr auf den SuperPET aufrüsten konnten. Zum Zeitpunkt seiner Markteinführung im Jahr 1981 wurde der SuperPET für 1.695 US-Dollar angeboten. Inflationsbereinigt entspricht dies heute etwa 5.300 US-Dollar, was ungefähr 4.800 Euro entspricht. Genaue Verkaufszahlen des SuperPET sind nicht dokumentiert, jedoch wurde er in akademischen Kreisen für seine Vielseitigkeit und Leistungsfähigkeit geschätzt.

Die Fachpresse lobte den SuperPET für seine duale Prozessorarchitektur und die breite Unterstützung verschiedener Programmiersprachen, was ihn zu einem leistungsfähigen Werkzeug für Bildung und Forschung machte. Der Commodore SuperPET 9000 bleibt ein bemerkenswertes Beispiel für die Zusammenarbeit zwischen Industrie und akademischen Institutionen zur Schaffung spezialisierter Computerlösungen.

Dragon 200

Dragon 200

Dragon200

Dragon200

Der Dragon 200 war im Wesentlichen ein Dragon 64 mit überarbeitetem Gehäuse und spanischer Tastatur, das es dem Benutzer ermöglichte, einen Monitor direkt auf den Computer zu stellen. Zusätzlich verfügte der Computer über eine Power-LED, die anzeigte, ob das System in Betrieb war.

Das Gehäuse wurde von Eurohard S.A., einer Tochtergesellschaft von Dragon Data U.K., in Spanien entwickelt. Nach dem Konkurs von Dragon Data im Jahr 1984 übernahm Eurohard die Produktion und den Vertrieb der Dragon-Computer. Der Dragon 200 wurde hauptsächlich in Spanien und anderen Ländern unter der Marke IDS verkauft und war dort ein großer Erfolg. Sein Nachfolger, der Dragon 200E, unterschied sich durch eine zusätzliche Videokarte für den 80-Zeilen-Modus.

Der Dragon 200 war mit einem Motorola 6809E Prozessor ausgestattet, der mit einer Taktfrequenz von 0,89 MHz arbeitete. Dieser 8-Bit-Prozessor war für seine fortschrittliche Architektur bekannt und unterstützte mehrere Adressierungsmodi, was eine effiziente Programmierung ermöglichte. Er basierte auf der CISC-Architektur (Complex Instruction Set Computing) und konnte komplexe Befehle mit wenigen Maschinenzyklen ausführen.

Zum Zeitpunkt seiner Markteinführung kostete der Dragon 32, das Vorgängermodell des Dragon 200, £199,50. Inflationsbereinigt entspricht dies heute etwa £700, was ungefähr 820 Euro entspricht.

Genaue Verkaufszahlen des Dragon 200 sind nicht verfügbar, jedoch war das Gerät in Spanien und anderen Ländern ein großer Erfolg. Sein Nachfolger, der Dragon 200E, verfügte über eine zusätzliche Videokarte für den 80-Zeilen-Modus. Später entwickelte Eurohard den Dragon MSX, dessen Misserfolg jedoch zum Niedergang des Unternehmens führte, das schließlich 1988 seine Tore schließen musste.
Zu den bekannten Spielen für das Dragon-System gehörten Titel wie "Chuckie Egg", "Manic Miner" und "Jet Set Willy", die aufgrund der ähnlichen Hardware auch auf dem Dragon 200 spielbar waren.

Dynalogic Hyperion

Dynalogic Hyperion

Dynalogic Hyperion

Dynalogic Hyperion

Der Dynalogic Hyperion nimmt einen besonderen Platz in der Computergeschichte ein, da er der erste tragbare IBM-PC-kompatible Computer weltweit war. Oft wird fälschlicherweise angenommen, dass der Compaq Portable diese Auszeichnung verdient, jedoch erschien der Hyperion tatsächlich etwa zwei Monate früher auf dem Markt. Dynalogic war eine Tochtergesellschaft der Bytec Management Corporation, die mit dem Hyperion 1983 ein tragbares Gerät auf den Markt brachte, das für Aufsehen sorgte. Der Computer verfügte über zwei 5,25-Zoll-Diskettenlaufwerke mit einer Kapazität von jeweils 320 KB. Im Gehäuse war ein 7-Zoll-Bernstein-Monitor integriert, der ein monochromes Bild anzeigte; alternativ konnte ein externer CGA-Monitor mit 4-Farben-Darstellung angeschlossen werden.

Der Hyperion wurde von einem Intel 8088 16-Bit-Prozessor mit einer Taktfrequenz von 4,77 MHz angetrieben und war mit 256 KB RAM ausgestattet, erweiterbar auf maximal 640 KB. Der Intel 8088 ist eine Variante des 8086-Prozessors mit einem 8-Bit-Datenbus, was kostengünstigere und einfachere Systemdesigns ermöglichte. Er arbeitet nach dem Prinzip der CISC-Architektur (Complex Instruction Set Computing), die eine umfangreiche Befehlssatzarchitektur bietet und komplexe Operationen in wenigen Befehlen ausführen kann.

Beim Kauf des Hyperion erhielt der Anwender ein Softwarepaket, das unter anderem Textverarbeitung, Datenbank- und Kommunikationssoftware umfasste, wodurch eine sofortige Nutzung möglich war.

Trotz seines geringeren Gewichts im Vergleich zum Compaq Portable hatte der Hyperion einige Nachteile: Er war nicht vollständig IBM-PC-kompatibel und konnte daher nicht alle verfügbare Software ausführen. Zudem waren die integrierten Laufwerke anfällig für Ausfälle. Diese Probleme führten dazu, dass der Compaq Portable den Hyperion in den Verkaufszahlen schnell überholte. Obwohl der Hyperion noch zwei Jahre lang verkauft wurde, geriet er schnell in Vergessenheit, während der Compaq Portable in Erinnerung blieb.

In Deutschland wurde der Hyperion ab 1983 unter dem Namen Ajile von der Anderson Jacobs Cie vertrieben. Zudem erwarb Commodore eine Lizenz, um das Modell unter eigenem Namen zu vertreiben, wobei lediglich die Typenschilder geändert wurden. Der Hyperion wurde 1983 zu einem Preis von 4.955 US-Dollar angeboten. Inflationsbereinigt entspricht dies heute etwa 14.000 US-Dollar, was ungefähr 12.800 Euro entspricht. Genaue Verkaufszahlen des Hyperion sind nicht verfügbar, jedoch setzte sich der Compaq Portable aufgrund seiner besseren IBM-PC-Kompatibilität und Zuverlässigkeit am Markt durch.

Eagle PC

Eagle PC

Eagle PC

Eagle PC

Wenige Monate nach der Veröffentlichung des IBM PC, schickte auch Eagle Computers einen IBM PC kompatiblen Computer in das Rennen um Marktanteile. Ursprünglich sollte der Eagle PC ein Terminal zum Eagle 2000 System darstellen, der den Intel 8086-Prozessor als Client nutzte. Als sich jedoch der Erfolg des IBM PC abzeichnete, wurde das System geringfügig geändert und konnte dann als eigenständiger PC operieren. Dabei war Eagles Version sicherlich durchdachter als das Modell des Branchenprimus selbst. Beispielsweise konnte die Tastatur unter dem PC geschoben werden und nahm dann keinen Platz mehr auf dem Tisch in Anspruch. Ebenso setzte das System keine Ventilatoren ein und war in der Lage passiv gekühlt zu werden, was in jener Zeit keine Selbstverständlichkeit war.

Grafisch konnte der Eagle PC ebenfalls überzeugen, denn statt der Auflösung 320 x 200, die der IBM PC lieferte, beherrschte der Eagle Auflösungen bis zu 720 x 352 Pixel. Bemerkenswert war der interne Aufbau: das Mainboard war nicht auf dem Boden, sondern kopfüber befestigt und war auch sonst alles andere als benutzerfreundlich, obwohl Eagle zuvor exzellente Computer entwickelte, die problemlos erweiterbar waren (Eagle I - V). Beispielsweise waren manche Schalter schwer zu finden, geschweige denn zu erreichen, obwohl sie benötigt wurden, um andere Grafikkarten einzubauen und diese dann zu betreiben.

Dafür war das System so kompatibel zum IBM Standard, das es sogar möglich war PC-DOS-Disketten ohne Probleme zu booten.

Insgesamt war der Adler also das bessere Gesamtpaket, allerdings gab es auch Probleme, die jedoch mehr juristischer Natur waren: Eagle hatte das hauseigene BIOS etwas zu nah an das IBM BIOS programmiert und IBM verklagte darauf das kleinere Unternehmen. Eagle programmierte dieses dann zwar um, allerdings durften in dieser Zeit keine Eagle PCs verkauft werden. Dies bedeutete, das wichtige Einnahmen wegbrachen. Ebenso dramatisch war der Unfalltod des Präsidenten des jungen Unternehmens, der mit Charisma und viel Arbeit das Unternehmen erst so weit gebracht hatte.

Fujitsu FM-8

Fujitsu FM-8

Fujitsu FM-8

Fujitsu FM-8

Mit der Veröffentlichung des FM-8 stellte Fujitsu 1981 ihren zweiten Computer für den Massenmarkt vor. Vier Jahre zuvor kam der LKIT-8 Hobby-Computer auf den Markt, der allerdings noch als Selbstbaukit entwickelt worden war. Mit dem FM-8 hatte Fujitsu nun einen fertigen Heimcomputer entwickelt, der sofort betriebsbereit war. Zudem war der Computer der erste einer langen Reihe von Modellen, die mit dem Kürzel FM (Fujitsu Micro) begann und mit dem FM-Towns zu einem Traumcomputer der frühen 1990er wurde. Der FM-8 war zudem der erste Heimcomputer, der mit 64 KByte DRAM ausgestattet war. Diese Speichergröße war zuvor ausschließlich Mainframe-Rechnern vorbehalten.

Zu seiner Veröffentlichung war der FM-8 ein beeindruckendes Stück Technik, das bereits mit zwei Prozessoren ausgestattet war und auf 64 KByte RAM Zugriff hatte. Ebenso wie der Computer GRiD Compass besaß er einen Magnetblasenspeicher (Bubble Memory). Magnetblasenspeicher ist ein Datenspeicher, der auf einem dünnen Film basiert, der zahlreiche kleine Magnetbereiche besitzt (sogenannte Blasen), die jeweils 1 Bit speichern können. Positiv ist die Nichtflüchtigkeit, das heißt, dass selbst beim Ausschalten des Computers der Speicher nicht gelöscht wird. Im Grunde ist es ein Urahn heutiger SSD-Festplatten.

Wurde der Computer gestartet, erschien ein Boot-Menü, das das F-BASIC, DOS für Mini-Floppy-Disketten, den Bubble Memory und DOS für Standard-Floppy-Disketten enthielt. Der FM-8 beherrschte eine große Anzahl von Zeichendarstellungen, die es ihm ermöglichten, das Gerät weltweit ohne Modifikation anzubieten. Neben 69 alphanumerischen Zeichen beherrschte das System zusätzlich 63 Katakana-Zeichen und 62 grafische Symbole. Dies alles in der Zeichenauflösung von 8 × 8 Pixeln. Wurde die 16 × 16 Pixel-Auflösung gewählt, waren dazu noch 2.965 chinesische Zeichen sowie 453 nicht-chinesische Zeichen möglich.

Eines der auffälligsten Merkmale ist die Nutzung von zwei Prozessoren: Der Hauptprozessor ist ein Fujitsu 68A09, der mit 1,2 MHz getaktet ist, während der zweite Prozessor, ein Motorola 6809, mit 1 MHz arbeitet und für die Grafikdarstellung zuständig ist. Der Grafikprozessor besitzt ein eigenes Boot-ROM. Wird eine Grafikdarstellung benötigt, erhält der Grafikprozessor eine Anfrage vom Hauptprozessor und nutzt seine Software zur Erstellung des Bildes. Zur Kommunikation zwischen den Prozessoren existiert ein eigener Speicherbereich, der ausschließlich von den Prozessoren genutzt werden kann. Allerdings konnte die Nutzung zweier Prozessoren durchaus zum Flaschenhals werden, der die Leistung des Systems stark beeinträchtigte. Dies geschah immer dann, wenn der Hauptprozessor Befehle in den speziellen Speicherbereich schrieb. Dies führte dazu, dass der Grafikprozessor in dieser Zeit nicht auf die Daten zugreifen konnte und gestoppt wurde. Erst nach einem Neustart des Grafikprozessors konnte dieser mit seiner Arbeit beginnen. Das Problem hierbei war der äußerst kleine Speicherbereich für beide Prozessoren, der lediglich 128 Bytes umfasste. Für die Geschäftswelt war dieser Umstand nicht problematisch, für den Heimanwender, der zumeist spielte, war dieser Fehler schwerwiegender. Umgangen wurde das Problem durch einen fähigen Programmierer bei Fujitsu namens Yamauchi. Dieser hatte das Problem bereits bei der Entwicklung erkannt und zahlreiche Subroutinen in das BIOS integriert, die das System erheblich beschleunigten. Nachdem diese Subroutinen bekannt wurden, war der FM-8 ein beliebter Spielcomputer, der für seine nun gute Performance in Spielen bekannt wurde. Zusätzlich zu den beiden 6809-Prozessoren konnte der FM-8 mit Erweiterungskarten ausgestattet werden, die es ermöglichten, alternative Betriebssysteme wie CP/M-80 oder CP/M-86 auszuführen. Hierfür standen beispielsweise die MB22401 Z80-Karte oder die MB22404 8088-Karte zur Verfügung.

Der FM-8 wurde 1981 in Japan zu einem Preis von ¥218.000 angeboten. Inflationsbereinigt entspricht dies heute etwa ¥290.000, was ungefähr 1.690 Euro entspricht.