Acorn Archimedes A305 und A310

Acorn Archimedes A305 und A310

Die Modelle Acorn Archimedes A305 und A310, die 1987 auf den Markt kamen, markierten einen bedeutenden Wendepunkt in der Geschichte der Mikroprozessoren. Sie waren die ersten Modelle einer neuen Generation von Computern, die auf der damals revolutionären ARM-Architektur basierten, einer Technologie, die später die Grundlage für unzählige Geräte weltweit bilden sollte. Entwickelt von der britischen Firma Acorn Computers, zielten diese Modelle darauf ab, leistungsstarke Rechner mit einer benutzerfreundlichen Umgebung zu verbinden, die sowohl für Bildungseinrichtungen als auch für Privatanwender attraktiv war.

Die Entstehung des Archimedes A305 und A310 geht auf das Jahr 1983 Jahre zurück, als Acorn nach dem Erfolg der BBC Micro-Serie neue Wege suchte, um innovative Technologien zu entwickeln. Die Firma erkannte früh, dass der Markt für Heimcomputer in Richtung höherer Leistung und effizienterer Designs drängte. Nach intensiver Forschung und Experimenten entstand der erste ARM-Prozessor (Acorn RISC Machine), der die Grundlage für den Archimedes bilden sollte. Der ARM2-Chip, der in den A305 und A310 zum Einsatz kam, war ein 32-Bit-RISC (Reduced Instruction Set Computer, eine Prozessorarchitektur, die darauf ausgelegt ist, statt eines komplexen Befehlssatzes, einen vereinfachten zu verwenden, der die Befehle deutlich schneller ausführen kann)-Prozessor, der mit einer Taktrate von 8 MHz lief. Trotz seiner vergleichsweise niedrigen Taktfrequenz übertraf der ARM2 dank seines optimierten Designs viele Konkurrenten und war in der Lage, pro Taktzyklus beeindruckend viel Arbeit zu leisten.

Dank des RISC-Designs des ARM2-Prozessors benötigte der Computer weniger Energie und lieferte dabei eine Leistung, die vielen Konkurrenten mit CISC-Architektur überlegen war. Dies zeigte sich besonders in Anwendungen, die intensive Berechnungen oder grafische Operationen erforderten. Und der Archimedes war schnell, verdammt schnell. Ein potenzieller Kunde auf einer Computermesse, der an der Vorführung eines CAD-Programms interessiert war, bemerkte, dass der Archimedes selbst komplexe Aufgaben ohne merkliche Verzögerung ausführte. Er war überzeugt, dass es sich um eine Täuschung handeln musste, da kein Computer so schnell sein konnte. Erst als ein Techniker die Abdeckung des Geräts entfernte, um den ARM2-Chip zu zeigen, war der Kunde überzeugt. Diese Geschichte unterstreicht, wie revolutionär die Architektur des Archimedes für ihre Zeit war.

Der A305 wurde mit 512 KByte, während der A310 bereits mit 1 MByte Arbeitsspeicher ausgestattet war. Findige Verkäufer in Deutschland statteten den A305 mit 1 MByte aus und klebten über die Versionsnummer einen Sticker mit der Bezeichnung A310. Auch der A310 erfuhr eine „Verbesserung“, dies jedoch bereits in Großbritannien. Dort erhielten sie nach einer kurzen Behandlung Upgrades auf 2 oder 4 MByte. Der Videochip ermöglichte Auflösungen von bis zu 640 x 256 Pixeln bei 256 Farben oder 1152 x 896 Pixeln in monochromer Darstellung, was für Anwendungen wie Textverarbeitung oder Grafikdesign ideal war. Das Audio wurde durch einen 8-Kanal-Soundchip bereitgestellt, der Stereoton erzeugte und qualitativ hochwertig genug war, um auch in Musikprojekten Verwendung zu finden. Der Computer bot mehrere Anschlussmöglichkeiten, darunter serielle und parallele Schnittstellen, sowie einen Erweiterungssteckplatz für zusätzliche Hardware, der die Flexibilität des Systems weiter erhöhte.

Das ursprüngliche Betriebssystem der Archimedes-Serie nannte sich Arthur und wurde in der ersten Verkaufsversion als Version 0.20 bereitgestellt, das kurze Zeit später von Version 0.30 und darauf von 1.20 beerbt wurde. Arthur enthielt darüber hinaus die Programmiersprache BBC Basic und einen Emulator für den BBC Micro. Bis dahin war das OS kein Multitasking-Betriebssystem, sondern bot nicht präemptives Multitasking, das bedeutet, die Prozesse mussten freiwillig die Kontrolle in regelmäßigen Abständen oder im Leerlauf abgeben, damit mehrere Anwendungen gleichzeitig laufen konnten. Im April 1989 erschien Arthur 2, dass bei der Veröffentlichung in RISC OS 2 umgetauft und käuflich erworben werden musste, sofern man Besitzer eines älteren Modelles war. Frisch produzierte Modelle konnten sofort mit dem neuen OS loslegen.

RISC OS war seiner Zeit weit voraus und kombinierte eine grafische Benutzeroberfläche mit einer leistungsstarken Shell. Es war für seine Geschwindigkeit und Effizienz bekannt und bot unter anderem Multitasking-Funktionen, die damals nur selten in Heimcomputern zu finden waren. Eine zeitgenössische Rezension in der Zeitschrift Byte nannte RISC OS „ein Paradebeispiel dafür, wie ein Betriebssystem die Hardware optimal ergänzen kann, ohne den Benutzer zu überfordern“.

Die Modelle A305 und A310 erhielten viel Lob von der Fachpresse, wurden aber kommerziell von der wachsenden Konkurrenz durch IBM-kompatible PCs und den Apple Macintosh überschattet. Dennoch gelang es Acorn, mit der Archimedes-Serie eine treue Fangemeinde aufzubauen und die Grundlage für zukünftige Entwicklungen zu legen. Die ARM-Technologie, die in diesen Computern debütierte, entwickelte sich später zu einem der wichtigsten Standards in der Halbleiterindustrie und ist heute in Milliarden von Geräten weltweit zu finden. Für all jene, die sich das nicht vorstellen können: Ob Ihr Euch nun ein Apple iPhone oder ein Samsung an die Hörmuschel drückt, der Prozessor basiert auf der ARM Architektur von Acorn, die 1983 entwickelt wurde.

Der Acorn Archimedes A305 und A310 sind heute Kultobjekte unter Retro-Computer-Enthusiasten und gelten als Meilensteine in der Geschichte des Personal Computing. Ihre innovative Hardware, das fortschrittliche Betriebssystem und ihre wegweisende Architektur machen sie zu einem faszinierenden Beispiel für technologischen Fortschritt und visionäre Ingenieurskunst.

Sony Hit Bit 75

Sony Hit Bit 75

Der Sony Hit Bit 75 war ein Heimcomputer, der auf dem MSX1-Standard basierte und 1984 auf den Markt kam. Sony brachte dieses Modell als Teil seiner „Hit Bit“-Serie heraus, die sowohl Einsteigern als auch technikbegeisterten Nutzern den Zugang zur aufkommenden MSX-Plattform ermöglichen sollte. Der MSX-Standard, 1983 von ASCII und Microsoft eingeführt, hatte das Ziel, eine einheitliche Plattform für Heimcomputer zu schaffen, um die Fragmentierung des Marktes zu überwinden. Der Hit Bit 75 war eines der Top-Modelle in Sonys MSX1-Portfolio und zeichnete sich durch hochwertige Verarbeitung, umfangreiche Funktionen und ein elegantes Design aus.

Die Hardware des Hit Bit 75 basierte auf einem Zilog Z80A-Prozessor, der mit einer Taktrate von 3,58 MHz arbeitete. Das Gerät war mit 64 KB RAM ausgestattet, wobei 16 KB davon für den Videospeicher reserviert waren. Diese Konfiguration entsprach den Anforderungen des MSX1-Standards und ermöglichte eine Grafikauflösung von bis zu 256 x 192 Pixeln mit maximal 16 Farben aus einer Palette von 32. Der Ton wurde über einen General Instrument AY-3-8910 Soundchip erzeugt, der drei unabhängige Klangkanäle bot und für die musikalische Untermalung vieler MSX-Spiele verantwortlich war und zuvor bereits in einigen Arcade Automaten und später auch in einigen erfolgreichen Computermodellen zu finden war, beispielsweise in der Amstrad CPC oder der Atari ST Reihe.

Das Design des Hit Bit 75 spiegelte Sonys typisches Streben nach Qualität und Ästhetik wider. Das Gehäuse war robust und funktional gestaltet, mit einer hochwertigen Tastatur, die sich durch ihre angenehme Haptik und klare Beschriftung auszeichnete. Sony integrierte auch spezielle Funktionstasten, darunter die berühmte HELP-Taste, die Anwendern Kontextinformationen oder Fehlererklärungen bot – ein innovatives Feature für diese Zeit. Der Computer verfügte über zwei Cartridge-Slots, die die Nutzung von ROM-Modulen für Spiele und Anwendungen ermöglichten, sowie über einen Erweiterungsport zur Verbindung mit Peripheriegeräten.
Die Software des Hit Bit 75 basierte auf MSX-BASIC, einer von Microsoft entwickelten Programmiersprache, die für die MSX-Plattform optimiert war. MSX-BASIC war besonders einsteigerfreundlich, da viele Befehle direkt auf der Tastatur verfügbar waren und so das Programmieren erleichterten. Sony lieferte das Gerät mit einer umfangreichen Bedienungsanleitung aus, die nicht nur die technische Nutzung erklärte, sondern auch Programmierbeispiele enthielt, die die Vielseitigkeit des Systems demonstrierten.

Der Hit Bit 75 war das Flaggschiff der ersten MSX Modelle des Elektronikkonzerns. Mit 64 KByte Arbeitsspeicher ausgestattet war der Computer dem Hit Bit 55 (16 KByte) deutlich überlegen. Wie auch dieser besaß der Hit Bit 75 die Personal Data Bank. Hinter dem hochtrabenden Namen verbarg sich eine kleine Datenbank, die Telefonnummern, Notizen und Termine speichern konnte. Das ROM wuchs daher von 32 KByte auf 48 KByte an. Zur Speicherung von Daten konnte ein gewöhnlicher Kassettenrekorder angeschlossen und verwendet werden. Der Hit Bit 75 bot zudem zwei Modulsteckplätze (eines prominent auf der Gehäusestirn, das andere war auf der Gehäuserückseite platziert), das auch einen Floppy Controller aufnehmen konnte. Durch die Nutzung eines Diskettenlaufwerkes, dass den Zugriff auf 3,5-Zoll-Disketten mit 360 KB Kapazität bot, steigerte sich das Arbeitstempo deutlich. Darüber hinaus wurden Drucker, Joysticks und sogar MIDI-Interfaces angeboten, die das Gerät für Musiker attraktiv machten. Der HBI-55 Data Recorder, ein von Sony speziell entwickeltes Zubehör, ermöglichte es, Daten aus Sensoren zu erfassen und sie auf dem Computer zu analysieren – ein frühes Beispiel für das Potenzial von Heimcomputern in wissenschaftlichen und technischen Anwendungen.
Die Funktionalität des Hit Bit 75 zeigte sich auch in seiner robusten Bauweise und der Kompatibilität mit einer Vielzahl von MSX1-Softwaretiteln. Spiele wie „Knightmare“, „Thexder“ und „Penguin Adventure“ waren populär und nutzten die Hardware des Systems voll aus. Gleichzeitig ermöglichte die offene Architektur der MSX-Plattform Entwicklern, eigene Software und Hardware für den Hit Bit 75 zu entwickeln, was die Lebensdauer und Vielseitigkeit des Computers erheblich steigerte.

Heute ist der Sony Hit Bit 75 ein begehrtes Sammlerstück unter Retro-Computer-Enthusiasten. Seine Rolle als Vertreter der MSX1-Plattform und Sonys hochwertiger Ansatz in Design und Verarbeitung machen ihn zu einem Symbol für die Blütezeit der Heimcomputer in den 1980er-Jahren. Der Hit Bit 75 war nicht nur ein technisches Gerät, sondern auch ein Fenster in eine Ära, in der Heimcomputer erstmals für breite Bevölkerungsschichten erschwinglich wurden und einen wichtigen Platz im Alltag fanden.

Sinclair ZX80

Sinclair ZX80

Der Sinclair ZX80, der 1980 auf den Markt kam, revolutionierte den Computer-Markt und machte den Heimcomputer für die breite Bevölkerung zugänglich. Entwickelt von Sinclair Radionics, dem späteren Sinclair Research, war er der erste erschwingliche Heimcomputer, der zu einem Preis von 99 Pfund angeboten wurde – ein Betrag, der bis dato unerreicht war. Dieses Angebot wirkte nahezu magisch auf die Zielgruppe. Der ZX80 konnte entweder als Bausatz oder als fertiges Gerät erworben werden, wobei der genannte Preis sich auf den Bausatz bezog. Die Nachfrage war so enorm, dass es zu langen Wartelisten und Warteschlangen vor den Verkaufsstellen kam.

Das Innenleben des ZX80 war denkbar einfach gestaltet und basierte auf einem Zilog Z80A-Prozessor, der mit 3,5 MHz getaktet war. Unterstützt wurde der Prozessor von handelsüblichen TTL-Chips. Der Arbeitsspeicher war mit nur 1 KB äußerst begrenzt, konnte jedoch mit Speichererweiterungen ausgebaut werden. Zudem war ein 4 KB ROM enthalten, das die Sinclair-eigene BASIC-Programmiersprache, einen Editor und das Betriebssystem beinhaltete. Diese kompakte Ausstattung reichte für die damaligen Anforderungen völlig aus und trug entscheidend zur Kostensenkung bei.

Der Export des ZX80 war ein weiteres Kapitel, das Sinclair prägte. Für den internationalen Markt wurden lediglich kleine Anpassungen vorgenommen, etwa an der Videoausgabe-Frequenz, um den jeweiligen TV-Standards zu entsprechen. Die Netzteile wurden entsprechend der örtlichen Spannungsanforderungen angepasst, gehörten jedoch nicht standardmäßig zum Lieferumfang. Der Hitzeproblem des Systems, das durch fehlende Lüftungsschlitze im weißen Gehäuse mit der markanten blauen Folientastatur verursacht wurde, blieb auch bei Exportmodellen bestehen.

Die Benutzeroberfläche des ZX80 sorgte gelegentlich für Verwirrung. Einige Tastenbezeichnungen wichen von internationalen Standards ab. So hieß die Enter-Taste beispielsweise Newline, während die Löschtaste als Rubout bezeichnet wurde. Diese ungewohnten Bezeichnungen führten zu Irritationen, insbesondere bei Nutzern, die bereits Erfahrungen mit anderen Computersystemen hatten.

Der ZX80 wurde an einen Fernseher angeschlossen, der als Monitor diente. Programme konnten auf einem handelsüblichen Kassettenrekorder gespeichert und geladen werden. Die Videowiedergabe war jedoch an eine zentrale Einschränkung gekoppelt: Da der Prozessor sowohl die Bildausgabe als auch die Rechenaufgaben übernehmen musste, schaltete das System das Bild ab, sobald es rechnete. Der Bildschirm wurde dann schwarz, was bewegte Bilder und flüssige Animationen nahezu unmöglich machte. Dennoch war dies für die frühen Tage des Heimcomputings kein großes Problem, da die monochrome Darstellung und der Fokus auf einfache Anwendungen ausreichten.

Die Tastatur des ZX80 bestand aus einer robusten Folie, wobei jede Taste mehrere Funktionen hatte. Dies war besonders beim Programmieren in BASIC von Bedeutung, da die Befehle nicht buchstabiert, sondern über spezielle Tastenkombinationen eingegeben wurden. Der integrierte Zeichensatz erlaubte rudimentäre grafische Darstellungen, wobei die Zeichen oft mit kreativer Interpretation zu Bildern kombiniert wurden.

Der Erweiterungssteckplatz auf der Rückseite des Geräts ermöglichte zahlreiche Erweiterungen. Sinclair selbst bot Speichererweiterungen mit bis zu 16 KB RAM an. Zudem konnten Peripheriegeräte wie Drucker oder Diskettenlaufwerke angeschlossen werden. Eine bemerkenswerte Entwicklung war das Upgrade-Kit, das mit dem Erscheinen des ZX81 veröffentlicht wurde. Dieses Set ermöglichte es, das ROM des ZX80 durch ein 8 KB ROM zu ersetzen, wodurch die Nutzer Zugang zu einem verbesserten BASIC und zusätzlichen Funktionen erhielten. Allerdings blieb der sogenannte SLOW-Modus, der beim ZX81 für stabilere Bildausgabe sorgte, weiterhin nicht verfügbar.

Die DIY-Community um den ZX80 war bemerkenswert aktiv. Viele Nutzer bauten alternative Gehäuse mit besseren Tastaturen, um die Nutzung zu erleichtern und die Überhitzung zu vermeiden. Diese Modifikationen verbesserten nicht nur die Ergonomie, sondern verlängerten auch die Lebensdauer des Systems.

Der Sinclair ZX80 war ein Meilenstein in der Computergeschichte und verkaufte sich weltweit etwa 50.000 Mal – eine bis dahin unvorstellbare Zahl. Der Erfolg des ZX80 zeigte nicht nur das enorme Potenzial des Heimcomputermarkts, sondern führte auch zu einem Boom in der britischen Computerindustrie. Großbritannien wurde dadurch in den frühen 1980er Jahren zum Vorreiter im Bereich Heimcomputer. Heute ist der ZX80 ein begehrtes Sammlerstück, das in gutem und unverbasteltem Zustand hohe Preise erzielt.

Czerweny CZ 1000 Plus

Czerweny CZ 1000 Plus

Der Czerweny CZ 1000 Plus war ein weiterer bemerkenswerter Schritt des argentinischen Unternehmens Tadeo Czerweny, das in der Provinz Entre Ríos ansässig war. Das Modell CZ-1000 Plus hatte mit seinem Vorgänger CZ-1000 mehr gemein, als man ahnen konnte: nämlich alles, abgesehen von seinem Äußeren, das nun mehr dem Sinclair Spectrum glich und die gleiche Radiergummi-Tastatur besaß (was jedoch gegenüber dem Keyboard des ZX81 noch immer eine Verbesserung darstellte).

Nach dem Erfolg des CZ 1000, der als Klon des Timex Sinclair 1000 und damit auch des Sinclair ZX-81 auf den Markt gekommen war, entschied sich das Unternehmen, einen Nachfolger zu entwickeln, der mit moderater Hardware-Verbesserung und einer leicht angepassten Funktionalität aufwartete. Der CZ 1000 Plus stellte eine logische Weiterentwicklung dar und richtete sich an die argentinische Bevölkerung, die nach erschwinglichen Heimcomputern suchte. Mit diesem Modell konnte Czerweny seine Position als einer der führenden Anbieter im lokalen Computermarkt weiter festigen.

Die Hardware des CZ 1000 Plus basierte nach wie vor auf dem bewährten Zilog Z80A-Prozessor, der mit einer Taktfrequenz von 3,25 MHz arbeitete. Im Vergleich zum ursprünglichen CZ 1000 wurde der Arbeitsspeicher nicht erweitert: noch immer war der Rechner mit 2 KB RAM ausgestattet, konnte jedoch bis auf 56 KByte aufgerüstet werden.

Eine der auffälligsten Änderungen war die Überarbeitung des Designs. Der CZ 1000 Plus präsentierte sich mit einem moderneren Gehäuse, das ergonomischer gestaltet war und den Anforderungen eines wachsenden Marktes entsprach. Die Tastatur, die beim Vorgängermodell häufig kritisiert wurde, weil sie aus einer einfachen Folie bestand, wurde durch eine „verbesserte“ Gummi Version ersetzt, die ein „besseres“ Schreibgefühl bot. Diese Änderungen zielten darauf ab, das Gerät sowohl für Anfänger als auch für fortgeschrittene Benutzer attraktiver zu machen.

Das Gerät unterstützte eine monochrome Anzeige mit einer Auflösung von 64 x 48 Pixeln, die für einfache Programme und Spiele ausreichend war, aber im Vergleich zu internationalen Standards bereits veraltet wirkte. Für den argentinischen Markt jedoch reichte diese Leistung aus, da dort preisgünstige Geräte mit grundlegender Funktionalität bevorzugt wurden. Die Benutzer konnten weiterhin die charakteristischen, auf BASIC basierenden Programme schreiben, die auf den ursprünglichen ZX-81 und dessen Klonen liefen.

Ein interessanter Aspekt der Entstehungsgeschichte des CZ 1000 Plus war die enge Zusammenarbeit zwischen Czerweny und lokalen Bildungs- und Technologieförderprogrammen. Argentinien, das zu dieser Zeit von wirtschaftlichen Herausforderungen geprägt war, suchte nach Möglichkeiten, erschwingliche Technologie zu entwickeln, um den Zugang zur Informatik zu fördern. Der CZ 1000 Plus wurde häufig in Schulen und Universitäten eingesetzt, da er eine kostengünstige Plattform für den Informatikunterricht bot. Gleichzeitig trugen Initiativen zur Förderung des Programmierens dazu bei, die Akzeptanz des Geräts zu steigern. In einer Geschichte berichtet ein Händler aus Buenos Aires, dass die Nachfrage nach dem CZ 1000 Plus so groß war, dass er regelmäßig Kundenlisten führen musste, um die Bestellungen zu organisieren. Dies war ein deutlicher Beleg für den Erfolg des Modells auf dem heimischen Markt. Ein anderer Bericht beschreibt, wie ein Lehrer einen Wettbewerb veranstaltete, bei dem Schüler Programme für den CZ 1000 Plus schreiben mussten. Dieser Wettbewerb förderte nicht nur die Kreativität der Teilnehmer, sondern zeigte auch die Vielseitigkeit des Systems.

Trotz seiner begrenzten technischen Möglichkeiten und der Konkurrenz durch fortschrittlichere Modelle wie den Mikrodigital TK85 oder den Spectrum TK90X, blieb der CZ 1000 Plus ein wichtiges Stück Technik in der argentinischen Computergeschichte. Er bot vielen Menschen zum ersten Mal Zugang zu einem Heimcomputer und förderte die Entwicklung lokaler Softwareprojekte.

Czerweny CZ 1000

Czerweny CZ 1000

Der CZ-1000 sorgte in vielerlei Hinsicht für Verwirrung hinsichtlich seiner Herkunft. Das Namenskürzel „CZ“ ließ nicht auf ein tschechisches Silicon Valley schließen, und auch der Name Tadeo Czerweny führte leicht zu falschen Annahmen. Tatsächlich handelte es sich dabei um ein elektromechanisches Unternehmen aus den Tiefen Argentiniens. In der Provinz Entre Ríos, genauer gesagt in der Hauptstadt Concepción del Uruguay, entwickelte Tadeo Czerweny ursprünglich Transformatoren und Elektromotoren. Mit dem Aufkommen der Heimcomputer entschied sich das Unternehmen jedoch, auch in diesen aufstrebenden Markt einzusteigen. Statt jedoch eine eigene und kostspielige Entwicklung zu starten, wandte man sich an das Ausland. Timex zeigte Interesse, und nach wenigen Vertragsverhandlungen begann Czerweny mit der Produktion des Modells 1000. Dieses stellte im Kern einen Timex Sinclair 1000 dar, der wiederum ein nahezu baugleicher Klon des Sinclair ZX-81 war.

Wie bei seinem Vorbild war auch im CZ-1000 ein Zilog Z80A mit einer Taktfrequenz von 3,5 MHz verbaut. Czerweny erkannte jedoch, dass der ursprüngliche Arbeitsspeicher von 1 KB im Jahr 1985 niemanden mehr beeindrucken konnte. Daher entschied man sich, diesen auf 2 KB zu erhöhen – eine moderate Verbesserung, obwohl der Sinclair ZX-81 technisch bereits bis zu 64 KB Arbeitsspeicher unterstützte.

Auch die grafischen Fähigkeiten des CZ-1000 blieben unverändert, was ihn aus heutiger Sicht technologisch stark limitiert erscheinen lässt. Tatsächlich hätte man meinen können, dass der CZ-1000 angesichts der Veröffentlichung des technisch überlegenen Amiga in dieser Zeit eine Totgeburt gewesen wäre. Doch dem war keineswegs so. Auf dem argentinischen Heimatmarkt verkaufte sich der CZ-1000 überraschend gut und setzte sich erfolgreich gegen die Konkurrenz durch. Zu den Rivalen gehörten unter anderem die Mikrodigital TK 83 und TK 85 – ebenfalls Klon-Versionen des ZX-81 – sowie der TK 80x, ein Nachbau des Spectrum.

Die Entscheidung, auf eine bewährte Architektur zu setzen, sowie das geschickte Einfügen in den lokalen Markt, machten den CZ-1000 zu einem unerwarteten Erfolg.

Compaq Portable I

Compaq Portable I

Kompatibilität und Qualität sollten die Schlagwörter der Firma sein, die Rod Canion, Jim Harris und Bill Murto im Februar 1982 gründeten. Der daraus entstandene Unternehmensname Compaq brachte dies kurz und bündig auf den Punkt. Die drei ehemaligen Manager des Unternehmens Texas Instruments richteten ihren Fokus auf IBM und dessen PC 5150, der innerhalb kürzester Zeit die gesamte Geschäftswelt dominierte. Dieser Erfolg war einerseits auf die Seriosität des Branchenriesen zurückzuführen, andererseits aber auch auf das wachsende Interesse vieler Unternehmen an diesem neuen Personal Computer.

IBM hatte zur Kostenreduzierung zahlreiche Standardkomponenten verwendet, wodurch der Preis des Systems erheblich gesenkt wurde. Dies eröffnete anderen Firmen die Möglichkeit, ähnliche Geräte zu konstruieren. Weitaus problematischer war jedoch die Entwicklung eines passenden BIOS, da dieses von IBM geschützt war und nicht einfach kopiert werden konnte, ohne markenrechtliche Konsequenzen zu riskieren.

Compaq wählte einen innovativen Ansatz und entwickelte das BIOS von Grund auf neu, ohne es direkt zu kopieren. Das Stichwort lautete Reverse Engineering. IBM fühlte sich offenbar sicher, denn es gab bis dahin keine juristischen Präzedenzfälle für diesen Ansatz. Compaq bildete zwei unabhängige Programmiergruppen: Die erste analysierte den Originalcode und dokumentierte die Funktionsweise, während die zweite aus diesen Aufzeichnungen eine völlig neue, aber kompatible BIOS-Version entwickelte. Um jegliche rechtlichen Probleme zu vermeiden, war es den Entwicklern der Analysegruppe untersagt, an der Implementierung des neuen Codes mitzuwirken, um sicherzustellen, dass kein IBM-Code unabsichtlich übernommen wurde. Dieser Entwicklungsprozess dauerte ein Jahr und kostete etwa eine Million Dollar. Der Aufwand zahlte sich aus: IBM hatte keine rechtliche Handhabe gegen Compaq.

Parallel dazu verfolgte Compaq einen klaren Plan für das Gesamtsystem. Der entwickelte PC-kompatible Computer sollte außerdem tragbar sein. Zwar gab es bereits tragbare Computer auf dem Markt, jedoch war keiner von ihnen IBM-PC-kompatibel. Compaq konnte mit dieser Kombination punkten, wobei "tragbar" eher relativ zu verstehen war: Mit einem Gewicht von über 20 Kilogramm war der Compaq Portable, wie das System genannt wurde, eher ein „transportabler“ Computer als ein Laptop.

Die Hardware des Compaq Portable unterschied sich nicht wesentlich vom IBM PC 5150. Ein Intel 8088-Prozessor mit 4,77 MHz bildete das Herzstück des Systems, unterstützt von 128 KB Arbeitsspeicher, der auf bis zu 640 KB erweitert werden konnte. Optional war ein mathematischer Co-Prozessor Intel 8087 installierbar. Für die Anzeige sorgte ein integrierter grünleuchtender Phosphor-Monitor, der im Textmodus 25 Zeilen mit 80 Zeichen darstellen konnte. Die Grafikmodi MDA und CGA ermöglichten Auflösungen von bis zu 640 × 200 Pixel. Das Netzteil war mit 130 Watt zwar kompakt, zählte jedoch zu den leistungsstärksten seiner Zeit.

Als Massenspeicher bot Compaq verschiedene 5,25-Zoll-Diskettenlaufwerke mit Kapazitäten zwischen 160 und 360 KB an. Das Plus-Modell verfügte über eine 10-MB-Festplatte, während die Basisversion zwei Diskettenlaufwerke bot. Für zusätzliche Robustheit waren die Festplatten so ausgelegt, dass sie Stöße von bis zu 40-facher Erdbeschleunigung aushalten konnten. Einige Modelle waren sogar mit seltenen Bandlaufwerken ausgestattet, die 20 bis 40 MB speicherten.

Der Compaq Portable wurde im November 1982 angekündigt und kam im Januar 1983 auf den Markt. Zum Verkaufsstart standen jedoch nur 300 Einheiten zur Verfügung, da Compaq den Erfolg des Systems offenbar unterschätzt hatte. Die Nachfrage war überwältigend, und das Unternehmen musste schnell nachproduzieren. Bereits im ersten Jahr erzielte Compaq einen Umsatz von 111 Millionen Dollar und verkaufte 53.100 Geräte.

Die Veröffentlichung des Compaq Portable legte den Grundstein für den Erfolg des Unternehmens. Es war einer der wenigen Fälle in der Geschichte, in denen ein Erstlingsprodukt eines neuen Unternehmens nicht nur einen neuen Markt erschloss, sondern auch zu einem Vorbild für andere wurde. Compaq hatte gezeigt, dass Innovation und Präzision in der Umsetzung den Grundstein für eine erfolgreiche Zukunft legen können.

ColecoVision Adam

ColecoVision Adam

Die ColecoVision Adam war ein ambitioniertes Projekt des Unternehmens Connecticut Leather Company (kurz Coleco), das ursprünglich für seine Lederwaren bekannt war, später jedoch in die Videospielbranche expandierte. Nach dem Erfolg der ColecoVision-Konsole von 1982 strebte Coleco an, den Markt für Heimcomputer zu betreten und die sich abzeichnende Nachfrage nach leistungsstarken Heimcomputern zu bedienen. 1983 präsentierte Coleco schließlich den Adam, einen Heimcomputer, der als Erweiterung des erfolgreichen ColecoVision-Systems gedacht war.

Der ColecoVision Adam war jedoch mehr als nur ein reiner Heimcomputer. Es handelte sich um ein hybrides System, das sowohl als Spielkonsole als auch als persönlicher Computer fungieren sollte. Technisch gesehen verfügte der Adam über eine zentrale CPU auf Basis des Zilog Z80-Prozessors, der auch in vielen frühen Heimcomputern der 1980er-Jahre zu finden war. Der Prozessor arbeitete mit einer Geschwindigkeit von 4 MHz, was für damalige Verhältnisse akzeptabel war. Der Arbeitsspeicher des Adam bestand aus 64 KB, was im Vergleich zu vielen anderen Systemen der Zeit relativ großzügig war, aber angesichts der schnell wachsenden Ansprüche der Softwareentwickler schließlich als begrenzt angesehen wurde.

Die Adam konnte nicht nur als eigenständiger Computer genutzt werden, sondern auch als Erweiterung und Plattform für ColecoVision-Spiele. Dies machte den Adam zu einer hybriden Lösung, die sowohl als Heimcomputer als auch als Spielkonsole genutzt werden konnte. Die Integration von ColecoVision-Spielen auf dem Adam war ein cleverer Schachzug, um den bestehenden Kundenstamm von Coleco zu erreichen und den Übergang von der Spielekonsole zum Computer nahtlos zu gestalten.

Die Konsole nutzte die gleiche TMS9928A-Grafikchip-Technologie wie die ColecoVision, die in der Lage war, bis zu 16 Farben auf dem Bildschirm darzustellen. Der Soundchip, der ebenfalls auf der Texas Instruments SN76489-Technologie basierte, konnte einfache, aber effektive Soundeffekte und Musik erzeugen. Für den Heimcomputer-Teil des Adam war eine zusätzliche Textverarbeitungssoftware und Tabellenkalkulation vorinstalliert, die ihn als ernsthaften Personal Computer positionieren sollten. Doch die Kombination aus Computer und Spielekonsole stieß auf einige technische Hürden und führte letztlich zu einem eher durchwachsenen Erfolg.

Die Funktionsweise des Adam war relativ einfach und benutzerfreundlich. Ein Monitor war als separates Zubehör erhältlich, obwohl auch die Möglichkeit bestand, den Adam an ein Fernsehgerät anzuschließen. Interessanterweise war der Adam auch mit einer Drucker-Einheit ausgestattet, die als eine der frühen Drucker-Peripherien für Heimcomputer angesehen wurde. Der Drucker war ein wichtiger Bestandteil des Systems, da er in einer Zeit, in der Bürogeräte und Heimcomputer begannen, miteinander zu verschmelzen, eine zukunftsweisende Funktion darstellte. Im ROM war eine kleine Textverarbeitung integriert, die insofern einzigartig war, als das sie das geschriebene sofort auf den Drucker ausdruckte. Hier konnte man nur denen gratulieren, die erst denken und dann schrieben. Für Legastheniker war das System damit grundsätzlich überflüssig.

Zu den weiteren geplanten Peripheriegeräten gehörten eine Tastatur, die das System zu einem vollwertigen Heimcomputer machte, sowie diskettenbasierte Erweiterungen für zusätzliche Software und Speicher. Das Floppy-Laufwerk war jedoch aufgrund technischer Probleme und der Marktnachfrage nicht sofort verfügbar, was die Funktionalität des Adam zu Beginn einschränkte. Die Tastatur selbst war ein weiterer Punkt der Kritik, da sie für die damaligen Standards als schwerfällig und wenig benutzerfreundlich galt. Der Neffe des Vizepräsidenten von Coleco, Greg Bowman, berichtet, dass er auch ein CD-ROM für das System besitzt, was für diesen alten Rechner wirklich innovativ und vor allem einzigartig wäre. Das System war zwar nicht direkt für den Adam gedacht, aber interessant ist es allemal.

Die Entstehungsgeschichte des Adam war von Anfang an von Ambitionen und großen Erwartungen geprägt. Als Coleco die Entwicklung des Adam startete, setzte das Unternehmen große Hoffnungen auf die Kombination aus Heimcomputer und Spielkonsole. Der Markt für Heimcomputer war zu dieser Zeit jedoch bereits hart umkämpft, mit etablierten Marken wie Commodore und Atari, die die Führung innehatten. Zudem kämpfte Coleco mit Produktionsproblemen und Lieferengpässen, was die Markteinführung des Adam erheblich verzögerte. Ursprünglich war der Adam als Antwort auf die wachsende Popularität des Heimcomputermarktes konzipiert worden, doch als er 1983 auf den Markt kam, war der Markt für Heimcomputer bereits deutlich reifer und die Konkurrenz deutlich stärker.

Ein weiterer wichtiger Aspekt der Geschichte des Adam war der Fehlstart des Systems. Trotz der ambitionierten Features und der technischen Leistungsfähigkeit hatte der Adam mit zahlreichen Problemen zu kämpfen. Die Produktionsqualität des Systems war oft mangelhaft, was zu fehlerhaften Geräten führte, die zurückgerufen wurden. Viele Käufer berichteten von Problemen mit der Tastatur, die nicht richtig funktionierte, und von Software-Inkompatibilitäten. Auch das für den Heimcomputer geplante Floppy-Laufwerk war lange nicht verfügbar, was das System im Vergleich zu anderen Computern der Zeit stark einschränkte. Der Adam war auch für die hohe Fehlerquote seiner Cartridges bekannt, die für das System entwickelt wurden.

Trotz der anfänglichen Euphorie und der aufgerüsteten Marketing-Kampagne, die große Verkaufszahlen versprochen hatte, geriet der Adam bald in Schwierigkeiten. Das System wurde aufgrund der schlechten Qualität, der fehlenden Software und der späten Markteinführung schnell von den Konsumenten abgelehnt. Die Verkaufszahlen fielen hinter den Erwartungen zurück, und Coleco musste 1984 die Produktion des Systems einstellen. Ein entscheidender Moment für das Unternehmen, das in der Folge auch mit finanziellen Problemen zu kämpfen hatte.

Heute ist der ColecoVision Adam ein kultiges Sammlerstück, das für die frühe Ära der Heimcomputer und Konsolen steht. Die Marktprobleme und die Schwierigkeiten, mit denen Coleco konfrontiert war, machten den Adam zu einem eher tragischen, aber dennoch faszinierenden Kapitel in der Geschichte der Heimcomputer und Spielkonsolen.

Coleco Gemini

Coleco Gemini

1982 entwickelte Coleco für das ColecoVision eine Erweiterung mit dem Namen Expansion Module #1, die es dem Anwender ermöglichte, auch Spiele des Atari 2600 zu nutzen. Damit wurde es erstmals möglich, die besten Titel zweier Konsolensysteme auf einer Plattform zu genießen. Erwartungsgemäß zeigte sich Atari von dieser Idee wenig begeistert und zog mit einer Armee von Anwälten vor Gericht. Das Unternehmen forderte Schadensersatz in Höhe von 500 Millionen US-Dollar und behauptete, Coleco habe Patente verletzt.

Das Gericht entschied jedoch überraschend zugunsten des kleineren Unternehmens Coleco. Die Begründung lautete, dass die Erweiterung keine Patente verletzte und das Innenleben technisch völlig anders aufgebaut war als das des Atari 2600. Geschlagen musste Atari zusehen, wie Coleco seine Pläne weiter vorantrieb. Noch provokanter wurde es, als Coleco offiziell ankündigte, eine eigene Version des Atari 2600 auf den Markt zu bringen. Diese Konsole, die den Namen Gemini (Zwilling) trug, machte unmissverständlich klar, was sie darstellen sollte: eine Nachbildung des Atari 2600.

Die Gemini-Konsole war jedoch nicht mit dem ColecoVision kompatibel. Stattdessen entschied sich Coleco, die Leistungsgrenzen des inzwischen technisch überholten Atari 2600 unverändert zu übernehmen. Damit musste man sich mit einem Arbeitsspeicher von lediglich 128 Byte und einem Hauptprozessor mit einer Taktrate von 1,19 MHz zufriedengeben. Wie das Original konnte die Gemini 128 Farben darstellen, allerdings bei einer vergleichsweise niedrigen Auflösung von 160 x 120 Pixeln. Zum Vergleich: Das ColecoVision bot eine Auflösung von 256 x 192 Pixeln, was es grafisch deutlich überlegen machte.

Das Design der Gemini konnte nicht mit der hochwertigen Verarbeitung des Atari 2600 mithalten. Das Gehäuse bestand aus billig wirkendem Plastik, dessen Oberfläche teils glatt, teils strukturiert war. Die markanten Holzverzierungen des Atari 2600 fehlten vollständig, und der Modulschacht war nicht mehr zentral, sondern in die rechte Ecke des Gehäuses verlegt. Einen Pluspunkt gab es jedoch bei den Controllern: Coleco integrierte einen 8-Wege-Joystick und ein 270°-Paddle in einem einzigen Pad. Diese innovative Kombination war technisch eine deutliche Verbesserung gegenüber den Original-Controllern des Atari 2600. Allerdings erforderte der Einsatz eines zweiten Controllers für Multiplayer-Spiele einen zusätzlichen Y-Connector.

Die Produktion der Gemini-Konsole war nur von kurzer Dauer. Der Grund dafür lag weniger an mangelndem Interesse der Käufer, sondern vielmehr an den dramatischen Ereignissen des Jahres 1982. In diesem Jahr brach der Videospielmarkt ein, ausgelöst durch die unkontrollierte Produktion zahlreicher minderwertiger Spiele, die kaum Abnehmer fanden. Hersteller versuchten, ihre Lagerbestände panisch zu räumen, und verkauften Spielemodule zu Ramschpreisen. Anstatt die Verluste abzufedern, beschleunigte dieser Schritt den Niedergang des Marktes.

Auch Coleco konnte sich diesem Schicksal nicht entziehen. Selbst ein Bundle mit dem beliebten Spielhallen-Klassiker Donkey Kong, das ursprünglich die Verkaufszahlen der Gemini ankurbeln sollte, konnte den Kollaps nicht aufhalten. Die Gemini bleibt dennoch ein faszinierendes Beispiel für die Rivalität und Innovationen in der frühen Videospielgeschichte.

Telstar Arcade

Telstar Arcade

Das Telstar Arcade wurde, ebenso wie das Atari VCS 2600, im Jahr 1977 auf den Markt gebracht. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich der Markt für Heimkonsolen zu einem Sammelplatz unzähliger PONG-Varianten entwickelt, während die Spieler auf bahnbrechende Neuerungen warteten. Das Spielerlebnis war auf den meisten Geräten nahezu identisch: Die Steuerung erfolgte über ein Paddle mit einem Drehknopf, und alternative Eingabemethoden waren nicht verfügbar. Auch die Konsolen selbst unterschieden sich kaum, da viele von ihnen Custom-Chips aus dem Hause General Instruments nutzten.

Das Telstar Arcade unterschied sich von seinem Konkurrenten, dem Atari VCS 2600, in einem wesentlichen Punkt: Es war kein vollständig programmierbares System. Stattdessen konnte es als eine evolutionäre und logische Weiterentwicklung der bestehenden Konsolenidee angesehen werden. Die Konsole selbst besaß keinen Hauptprozessor, da dieser auf den Cartridges (vom Typ MPS-7600) integriert war. Die Telstar Arcade war in erster Linie ein geräumiges Gehäuse, das verschiedene Eingabegeräte beherbergte, darunter eine Lichtpistole, ein Lenkrad mit Schalthebel sowie die klassischen Paddles.

Besonders interessant war die Gestaltung der Module. Ähnlich wie Atari entschied sich Coleco für die Verwendung von Cartridges als Spielemedium. Anders als der Konkurrent setzte Coleco jedoch auf eine einzigartige Modulbauweise, die später nie wieder verwendet wurde: Die Spielemodule hatten eine markante dreieckige Form, die das gesamte System optisch prägte. Diese Module beherbergten den MPS-7600-Chip, der Entwicklern die Möglichkeit bot, Inhalte mit maximal 512 Wörtern im ROM zu speichern – eine für damalige Verhältnisse bemerkenswerte Einschränkung.

Das Systembundle enthielt ein erstes Spielmodul. Die Cartridge #1 umfasste die Spiele Road Race, Tennis und Quick Draw. Jedes dieser Spiele war spezifisch auf eine der Eingabemethoden der Konsole zugeschnitten. Trotz der Vielfalt der mitgelieferten Spiele konnten diese das Interesse der Nutzer langfristig nicht aufrechterhalten. Um die Attraktivität der Konsole zu steigern, veröffentlichte Coleco drei weitere Module:

Cartridge #2

  • Hockey
  • Tennis (eine 4-Spieler-Variante des auf Cartridge #1 enthaltenen Spiels)
  • Handball
  • Target

Diese Cartridge wurde mit zwei zusätzlichen Handcontrollern ausgeliefert, um das Multiplayer-Erlebnis zu erweitern.

Cartridge #3

  • Bonus Pinball
  • Shooting Gallery
  • Shoot the Bear
  • DeLuxe Pinball

Cartridge #4

  • Naval Battle
  • Speed Ball
  • Blast-Away

Die zusätzlichen Cartridges wurden zu einem Stückpreis von 25 US-Dollar verkauft. Trotz dieser Bemühungen blieb die Spielauswahl des Telstar Arcade begrenzt. Insgesamt wurden lediglich vier Module entwickelt. Rückblickend wirkt diese geringe Anzahl enttäuschend, was jedoch nicht ausschließlich Coleco anzulasten ist. Selbst Atari hatte zum Start des VCS 2600 lediglich neun Spiele im Angebot, die qualitativ nicht herausragend waren.

Ein wesentlicher Grund für den begrenzten Erfolg des Telstar Arcade lag in der wachsenden Konkurrenz. Systeme wie das Atari VCS 2600, die Magnavox Odyssey² und das Mattel Intellivision boten eine größere Vielseitigkeit und umfangreichere Spielbibliotheken. Zudem war die Speichergröße der Telstar-Module eine erhebliche Einschränkung.

Erst mit der Einführung der ColecoVision im Jahr 1982 konnte Coleco der Konkurrenz für eine gewisse Zeit das Fürchten lehren. Das Telstar Arcade bleibt jedoch ein interessantes Kapitel in der Geschichte der Videospielkonsolen und ein Beispiel für den Versuch, durch innovative Designs und neuartige Eingabemethoden frischen Wind in die Branche zu bringen.

Amiga 2500

Amiga 2500

Der Amiga 2500, ein Computer von Commodore, ist kein "eigenständiges" Modell innerhalb der Amiga Reihe, sondern ein Handelsname für einen Amiga 2000 mit erweiterten Komponenten. Eingeführt wurde das Modell 1989 und war speziell für den professionellen Markt und rechenintensive Anwendungen produziert worden, beispielsweise 3D-Rendering und Videobearbeitung. Das Herzstück des Systems war ein Motorola 68020-Prozessor mit 14 MHz, der deutlich leistungsstärker war als der Motorola 68000 des ursprünglichen Amiga 2000. Einige Modelle des Amiga 2500, speziell der Amiga 2500/30, waren sogar mit einem Motorola 68030-Prozessor ausgestattet, der mit 25 MHz getaktet war und zusätzlich eine 68882-FPU (Floating Point Unit) zur Unterstützung von Gleitkommaberechnungen bot. Diese Konfiguration machte den Amiga 2500 besonders attraktiv für Berechnungen in der Wissenschaft, technische Simulationen und Grafikrendering.

Die Prozessoren wurden mittels der Beschleunigerkarten Commodore A2620- oder A2630 integriert, die dem Anwender zusätzlich bis zu 9 Mbyte Fast-RAM zur Verfügung stellen konnten, was in Kombination mit dem 32-Bit-Datenbus eine signifikante Verbesserung gegenüber älteren Modellen darstellte. Der A2620 enthielt eine Motorola 68881 FPU und eine Motorola 68851 MMU, während der A2630 eine Motorola 68882 FPU (und eine im 68030

integrierte MMU) enthielt. Die sonstigen Hardwarekomponenten hatten sich hingegen nicht verändert: weiterhin werkelten die bekannten Custom Chips Paula, Agnus und Denise im Gehäuse und regelten unter anderem die beiden Coprozessoren Blitter und Copper (Agnus), steuerten die Grafikausgabe (Denise) oder übernahmen die Tonausgabe (Paula). Kurioserweise verblieb der Motorola 68000 weiterhin auf der Platine, was das Design sicherlich nicht sehr kosteneffizient machte. Zwar plante man bereits in einem Projekt diesen durch einen integrierten Motorola 68020 zu ersetzen, der Plan wurde jedoch nie realisiert, da Dave Haynie einen Amiga Entwurf mit Zorro III Bussystem entwarf, der zum Amiga 3000 führte.

Die Markteinführung des Amiga 2500 wurde von der Fachpresse überwiegend positiv aufgenommen. Ein Artikel in Compute! aus dem Jahr 1989 lobte das System als „eine würdige Ergänzung zur Amiga-Familie, die zeigt, wie weit Commodore bereit ist, in den professionellen Markt vorzudringen“. Gleichzeitig wurde jedoch kritisiert, dass der Preis von über 3.000 US-Dollar für das Basismodell viele potenzielle Kunden abschrecken könnte.
Während die Modelle ursprünglich für den US-Markt gedacht waren, gab es Verzögerungen bei der Anpassung an die europäischen Standards, insbesondere bei der PAL-Videokompatibilität. Ein Ingenieur bei Commodore scherzte einmal in einem Interview: „Der Amiga 2500 war schneller als sein Vorgänger, aber unsere Bürokratie war langsamer als je zuvor.“

Der Amiga 2500 war ein Pionier in der Welt der Videoproduktion. Mit der Unterstützung der Video Toaster-Hardware von NewTek wurde er zu einem bevorzugten Werkzeug in der Fernsehwelt, insbesondere für Spezialeffekte und 3D-Animationen. Der Video Toaster ermöglichte Funktionen wie Bildmischung, Keying und Echtzeit-Grafikeffekte, die sonst nur auf teureren Spezialmaschinen möglich waren. Ein Artikel aus dem Magazin Amiga World nannte den Amiga 2500 „einen Traum für kreative Profis“ und hob hervor, dass das System dank seiner Hardwareleistung und der Verfügbarkeit von Software wie LightWave 3D ein „beispielloses Preis-Leistungs-Verhältnis“ bot.

Auch nach der Einführung des Nachfolgers blieb der Amiga 2500 noch in Produktion, da der Video Toaster nicht ohne weiteres in das Gehäuse des Amiga 3000 passte.

Zu den geplanten Peripheriegeräten für den Amiga 2500 gehörten unter anderem spezielle Grafikkarten wie die Commodore A2410, die höhere Auflösungen und Farbunterstützung boten, sowie externe Festplattengehäuse, die über den SCSI-Anschluss des Systems betrieben werden konnten. Besonders innovativ war das Konzept einer „Amiga Multimedia Station“, einer Kombination aus Hardware und Software, die den Amiga 2500 in ein zentrales Medienbearbeitungssystem verwandeln sollte. Dieses Projekt wurde jedoch nie vollständig umgesetzt, da Commodore bereits mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte.