Der Microdigital TK-82 ist ein Heimcomputer, der 1981 von dem brasilianischen Unternehmen Microdigital Eletrônica entwickelt wurde. Als einer der ersten Heimcomputer, die in Brasilien produziert wurden, spielte der TK-82 eine wichtige Rolle bei der Einführung der Computertechnologie in einer Region, die zu dieser Zeit noch stark von Importbeschränkungen geprägt war. Mit der Einführung des TK-82 wollte Microdigital die wachsende Nachfrage nach erschwinglichen und einfach zu bedienenden Computern bedienen.
Das Gerät war eine lizenzfreie Kopie des Sinclair ZX80, angepasst an die Anforderungen des brasilianischen Marktes. Optisch ähnelte er jedoch dem Timex TS-1000 und damit dem Sinclair ZX-81.
Der TK-82 basiert auf einem Zilog Z80-Prozessor mit einer Taktrate von 3,25 MHz und ist mit 2 KB RAM ausgestattet, das auf bis zu 16 KB erweitert werden konnte. Sein Betriebssystem und die BASIC-Programmiersprache waren nahezu identisch mit dem des Sinclair ZX81, was ihn für Einsteiger in die Programmierung attraktiv machte. Der Computer nutzte ein Kassettenlaufwerk zur Speicherung von Daten und bot eine monochrome Darstellung mit einer Auflösung von 64 × 48 Pixeln. Das Gerät war mit einer Folientastatur ausgestattet, die in Funktionalität und Haltbarkeit allerdings begrenzt war.
Im Vergleich zu seiner Konkurrenz, insbesondere dem Sinclair ZX81, war der TK-82 technisch nahezu identisch, aber durch lokale Anpassungen besser auf den brasilianischen Markt zugeschnitten. Importbeschränkungen und hohe Zölle auf ausländische Elektronik machten den TK-82 zu einer erschwinglichen Alternative für brasilianische Kunden. Während der ZX81 aufgrund seiner weltweiten Verbreitung über eine größere Community und umfangreichere Softwarebibliotheken verfügte, punktete der TK-82 mit seiner Verfügbarkeit und lokalen Unterstützung in Brasilien. Andere Konkurrenzprodukte wie der Apple II oder der Commodore PET waren in Brasilien deutlich teurer und daher für viele Nutzer unerschwinglich.
Die Preise für den Microdigital TK-82 lagen bei seiner Markteinführung bei etwa 25.000 und 30.000 Cruzeiros (inflationsbereingt heute etwa 790 Euro), was ihn für viele brasilianische Haushalte erschwinglich machte. In Kombination mit seiner einfachen Bedienbarkeit und dem Fokus auf Bildung wurde der TK-82 insbesondere von Schulen und Universitäten geschätzt, die die Geräte zur Einführung in die Informatik nutzten.
In der Funktionsweise war der TK-82 bewusst minimalistisch gehalten. Das Gerät startete direkt in die BASIC-Programmierumgebung, was den Einstieg erleichterte. Daten konnten über ein Kassettenlaufwerk gespeichert und geladen werden, während ein gewöhnlicher Fernseher als Monitor diente. Die Folientastatur war zwar funktional, wurde jedoch häufig als unkomfortabel und wenig langlebig kritisiert. Dennoch erfüllte sie ihren Zweck als Einstiegshardware für den brasilianischen Markt.
Die Marktrelevanz des Microdigital TK-82 war in Brasilien hoch, da er eine der wenigen erschwinglichen Optionen für den Kauf eines Heimcomputers darstellte. Microdigital baute mit dem TK-82 die Grundlage für eine Reihe weiterer Modelle, die zunehmend leistungsfähiger wurden. Obwohl er im internationalen Vergleich aufgrund seiner Abhängigkeit vom ZX81 kaum Aufmerksamkeit erlangte, war der TK-82 ein bedeutender Schritt zur Verbreitung der Computertechnologie in Brasilien. Er trug dazu bei, eine neue Generation von Programmierern und Technikbegeisterten auszubilden, die das Fundament für die spätere Technologieentwicklung in der Region legten.
Der Microdigital TK-82C ist eine verbesserte Version des ursprünglichen TK-82 und wurde 1983 eingeführt. Es gibt mehrere Unterschiede zwischen den beiden Modellen, die sowohl die Hardware als auch die Benutzererfahrung betreffen:
- Der TK-82verwendet den Zilog Z80A Prozessor mit einer Taktrate von 3,25 MHz. Der TK-82C verwendet ebenfalls einen Zilog Z80, jedoch in einer verbesserten Version und leicht höheren Taktfrequenzen (meist 4 MHz), was zu einer besseren Gesamtleistung führt.
- Der TK-82C hatte 16 KB RAM standardmäßig, was eine erhebliche Verbesserung darstellt, da der Speicher für komplexere Programme und Anwendungen genutzt werden konnte. Beide Modelle unterstützten eine Auflösung von 64 × 48 Pixeln, jedoch war die C Variante in der Lage, eine größere Farbpalette und verbesserte Grafikdarstellung zu bieten, insbesondere bei der Darstellung von Texten und einfachen grafischen Anwendungen.
- Der TK-82C hatte mehr Erweiterungsoptionen für zusätzlichen Speicher und Peripheriegeräte, was ihn flexibler für den erweiterten Einsatz machte.Der Rechner wurde als fortgeschrittenere Variante verkauft und hatte einen höheren Preis, war jedoch für Nutzer gedacht, die mehr Leistung und Flexibilität benötigten.Insgesamt brachte der TK-82C eine Reihe von Verbesserungen, die ihn leistungsfähiger und benutzerfreundlicher machten, während der TK-82 als einfacheres, kostengünstigeres Modell für Einsteiger und Bildungseinrichtungen konzipiert war.