Indiana Jones and the Last Crusade: The Graphic Adventure - 1989 by Lucasfilm Games
Wir hatten die Chance verlorengegangene Screenshot Schätze zu finden, die eine leider eingestampfte Webseite einst veröffentlicht hatte (Ein großes Danke geht hierbei an Dániel Vœlkel, der mir bei der Suche half). Klickt auf die Bilder, da wir dort über einzelne Screenshots zusätzliche Informationen hinterlassen haben. Waren Euch diese Infos bereits bekannt?
Hatten wir nicht das große Glück in den 80ern gelebt zu haben? In unseren besten Jahren? Mit kultigen Leinwandikonen, die wir gern selbst gewesen wären? Han Solo? John McClane? Oder gar Dr. Jones aka Indiana Jones? Besonders letzterer erfreute sich einer großen Beliebtheit. Doch wie konnte man ein peitschenschwingender Archäologe auf der Suche nach verschollenen Reliquien werden und zudem noch kräftig gegen Nazis austeilen? Ein Studium plus den Bau einer Zeitmaschine konnte der geneigte Fan von jeglicher To Do Liste streichen.
Dies dachten sich auch die Mannen von Lucasfilm Games und schickten sich an all ihr Können in die Waagschale zu werfen, noch dazu mit dem offiziellen Segen seitens George Lucas und Steven Spielbergs, die beide den aufkommenden, neuen Markt berücksichtigen wollten. Kritisch war dabei das Timing, schließlich fiel ihn diese Idee buchstäblich in der letzten Sekunde ein: bis zur Premiere des Films hatte die Adventureschmiede sechs Monate Zeit! Lucasfilm Games schickte ihre Besten in das Rennen, namentlich Ron Gilbert, Chefentwickler des Erstlings „Maniac Mansion“, David Fox, der zuvor „Zak McKracken“ entwickelte, sowie Noah Falstein, der zu den Gründungsmitgliedern von Lucasfilm Games gehört und später mit „Indiana Jones and the Fate of Atlantis“ in Adventurekreisen unsterblich wurde.
Die Programmierung einer Engine fiel glücklicherweise aus, konnte man in diesem Fall auf die SCUMM Engine zurückgreifen, die bereits für Maniac Mansion von Ron Gilbert entwickelt worden war und ständig optimiert wurde. Dabei wurden, statt wie bei Adventures anderer Hersteller üblich, keine Texte eingegeben, sondern Verben und Objekte angeklickt (bspw. das Verb „Nimm“ und das Objekt „Taschenlampe“). Für Indiana Jones kamen zwei neue Verben hinzu: „Schau an“ und „Rede“, die nun auch Gespräche mittels Multiple Choice ermöglichten. Dies veränderte auch die Dynamik des Spieles, schließlich waren nun mehrere Lösungsmöglichkeiten vorhanden. Neben der sprachlichen „Überzeugungsarbeit“ oder dem Knacken einiger Rätsel konnte sich der Weg an manchen Stellen auch freigeboxt werden. Die letztere Möglichkeit war bei etlichen Spielern sicherlich die unbeliebteste Variante.
Gegenüber seinem Vorgänger „ZakMcKracken and the Alien Mindbenders“ wurde grafisch noch einmal kräftig aufgebohrt, auch wenn die erste Version nur für den PC mit CGA oder EGA Grafik auskommen musste. CGA ist allerdings wirklich nur mit Mühe oder Tramal zu ertragen, da die Bilder im ersten Moment an einer deutlichen Verschlechterung der Augen glauben lassen und später diese schmerzen lassen. Bedenkt man die kurze Schaffensphase, die dem Team zur Verfügung stand, blieb eben jegliche andere Möglichkeit verwehrt. Mit einem Abstand von zwei Monaten folgten dann auch die Versionen für den Amiga sowie für VGA Grafikkarten. Erst später erschienen die 256-Farb-Variante auf CD für den FM Towns, sowie für Atari ST und den Macintosh.
Indiana Jones and the Last Crusade: The Graphic Adventure – 1989 by Lucasfilm Games
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- Trivia: Ursprünglich sollte dieses Bild des animierten Zuges in der EGA Version unterkommen. Aus Speicherplatzgründen wurde es jedoch entfernt. Jedoch erscheint es wieder und zwar im nächsten Bild…
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- Im Logo des Entwicklers Lucasfilm Games durfte der Zug jedoch munter seine Bahnen ziehen. Übrigens ist das gleiche Logo (natürlich ohne Zug) auch in der FM Towns Version des Spiels Zack McKracken zu finden.
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- Kleiner Fehler seitens der Entwickler! Der Bibliothekar (eine herrliche kleine Rolle im Film!) wurde in der VGA Variante des Spiels nicht konvertiert und ist 1 zu 1 der EGA Variante entnommen.
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- Ähnlicher Fehler bei diesem Charakter: in der CGA Version sollte der Zeitung lesende Herr eigentlich in grau gekleidet sein. Auch hier wurde die EGA Version verwendet.
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- In der VGA Variante schwer zu erkennen, aber lest einmal in der obersten Zeile von links nach rechts die Buchstabenfolge: schon steht dort Dr Jones
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- Typische Szene aus den ersten Minuten des Spieles: Indy kann durch das Fenster aus der Universität entkommen. Doch es gibt noch mehr zu entdecken. Schaut auf das nächste Bild
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- In der ursprünglichen Version konnte Indy auch die Unterrichtsräume des Barnett Colleges besuchen. Auch hier wurde aus Speicherplatzgründen dies entfernt. Allerdings finden sich die Ressourcendateien noch immer auf den Disketten.
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- Fenster Kuriosität Nummer 2: Die VGA Version hatte nicht ein oder drei Fenster geöffnet, sondern deren nur zwei. Warum? Das weiß wohl keiner.