Czerweny CZ 1000
Der CZ-1000 sorgte in vielerlei Hinsicht für Verwirrung hinsichtlich seiner Herkunft. Das Namenskürzel „CZ“ ließ nicht auf ein tschechisches Silicon Valley schließen, und auch der Name Tadeo Czerweny führte leicht zu falschen Annahmen. Tatsächlich handelte es sich dabei um ein elektromechanisches Unternehmen aus den Tiefen Argentiniens. In der Provinz Entre Ríos, genauer gesagt in der Hauptstadt Concepción del Uruguay, entwickelte Tadeo Czerweny ursprünglich Transformatoren und Elektromotoren. Mit dem Aufkommen der Heimcomputer entschied sich das Unternehmen jedoch, auch in diesen aufstrebenden Markt einzusteigen. Statt jedoch eine eigene und kostspielige Entwicklung zu starten, wandte man sich an das Ausland. Timex zeigte Interesse, und nach wenigen Vertragsverhandlungen begann Czerweny mit der Produktion des Modells 1000. Dieses stellte im Kern einen Timex Sinclair 1000 dar, der wiederum ein nahezu baugleicher Klon des Sinclair ZX-81 war.
Wie bei seinem Vorbild war auch im CZ-1000 ein Zilog Z80A mit einer Taktfrequenz von 3,5 MHz verbaut. Czerweny erkannte jedoch, dass der ursprüngliche Arbeitsspeicher von 1 KB im Jahr 1985 niemanden mehr beeindrucken konnte. Daher entschied man sich, diesen auf 2 KB zu erhöhen – eine moderate Verbesserung, obwohl der Sinclair ZX-81 technisch bereits bis zu 64 KB Arbeitsspeicher unterstützte.
Auch die grafischen Fähigkeiten des CZ-1000 blieben unverändert, was ihn aus heutiger Sicht technologisch stark limitiert erscheinen lässt. Tatsächlich hätte man meinen können, dass der CZ-1000 angesichts der Veröffentlichung des technisch überlegenen Amiga in dieser Zeit eine Totgeburt gewesen wäre. Doch dem war keineswegs so. Auf dem argentinischen Heimatmarkt verkaufte sich der CZ-1000 überraschend gut und setzte sich erfolgreich gegen die Konkurrenz durch. Zu den Rivalen gehörten unter anderem die Mikrodigital TK 83 und TK 85 – ebenfalls Klon-Versionen des ZX-81 – sowie der TK 80x, ein Nachbau des Spectrum.
Die Entscheidung, auf eine bewährte Architektur zu setzen, sowie das geschickte Einfügen in den lokalen Markt, machten den CZ-1000 zu einem unerwarteten Erfolg.
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