Yamaha C1 Music Computer

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Yamaha C1 Music Computer

Das japanische Unternehmen Yamaha baute im Laufe seiner Karriere nicht nur Feuerstühle und Klavierkonzerte, sondern tatsächlich auch ein Laptop, dass allerdings nicht direkt für den Musikprofi entwickelt wurde, der bei Sonnenuntergang eine Partitur für das japanische Philharmonie Orchester kreieren würde, sondern vielmehr für den Einsatz im Backstage oder Aufnahmen gedacht war. Die Entwicklung des C1 wurde von Yamahas spezialisierten Ingenieurteams durchgeführt, die bereits Erfahrung in der Entwicklung von Musikinstrumenten und Audiotechnologie hatten. Ihr Ziel war es, einen Computer zu schaffen, der die spezifischen Anforderungen von Musikern erfüllte.

Als Alleinstellungsmerkmal dienten hierbei die acht (!) MIDI Output Ports, die selbst die ausgewachsenste Band professionell unterstützen konnte. Zusätzlich standen zwei MIDI Input und ein Through Port zur Verfügung. Damit setzte er neue Maßstäbe in der Musiktechnologie.

Kernstück war ein Intel 80286 mit 8 MHz der per Knopfdruck auf 10 MHz angehoben werden konnte. Dieser 16-Bit-Prozessor ermöglichte eine effiziente Verarbeitung von Daten und war für Multitasking-Anwendungen geeignet, was für die Anforderungen der Musikproduktion von Vorteil war. Unterstützt wurde dieser von einem Megabyte Arbeitsspeicher. Eine Aufrüstung des Speichers war natürlich möglich. Als Massenspeicher dienten zwei 3,5-Zoll-Diskettenlaufwerke mit einer Kapazität von jeweils 720 KB. Ein internes Festplattenlaufwerk war optional erhältlich und bot zusätzlichen Speicherplatz für umfangreichere Projekte. Der C1 verfügte über einen eingebauten Soundchip, der grundlegende Audiofunktionen unterstützte. Die Hauptstärke des Systems lag jedoch in der MIDI-Funktionalität, die es ermöglichte, externe Synthesizer und andere MIDI-Geräte präzise zu steuern.

Der C1 war in einem robusten Gehäuse untergebracht und verfügte über ein integriertes 9-Zoll-Monochrom-Display. Die Bildschirmauflösung betrug 640x400 Pixel, was für 1987 eine hohe Auflösung darstellte. Die Tastatur war ergonomisch gestaltet und bot einen angenehmen Anschlag, was längere Arbeitssitzungen erleichterte. Als Betriebssystem kam MS-DOS 3.1 zum Einsatz, das durch spezielle Musiksoftware ergänzt wurde. Diese Kombination ermöglichte es Musikern, Sequencing, Notation und andere musikbezogene Aufgaben effizient zu erledigen und wandelte das System zu einem wandelnden Musikstudio.

Der Einführungspreis des C1 lag bei etwa 500.000 Yen, was inflationsbereinigt ungefähr 4.000 Euro entspricht. Dieser Preis spiegelte die spezialisierte Hardware und die Zielgruppe wider. Die Verkaufszahlen des C1 blieben hinter den Erwartungen zurück, was teilweise auf den hohen Preis und die Nischenzielgruppe zurückzuführen war. Trotzdem fand der C1 in bestimmten professionellen Kreisen Anerkennung und wurde für seine Zuverlässigkeit geschätzt. Gelegenheitsspieler oder -musiker waren nicht die Zielgruppe des Gerätes gewesen.

Veröffentlicht in Systeme.

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