Exelvision Exeltel

Like & Share

Exelvision Exeltel

Der Exelvision Exeltel war ein französischer Heimcomputer und Kommunikationssystem, das Mitte der 1980er Jahre entwickelt wurde. Er basierte auf der Technologie des vorherigen Exelvision EXL 100, wurde jedoch um eine Vielzahl von Funktionen erweitert, insbesondere im Bereich der Telekommunikation. Die Entwicklung des Exeltel begann als ambitioniertes Projekt, das den Heimcomputer mit der aufkommenden Welt der digitalen Kommunikation verbinden sollte. Ursprünglich als ein leistungsfähiges Terminal für Teletext und Online-Dienste konzipiert, wurde er schließlich als ein Hybrid aus Heimcomputer und Kommunikationsgerät vermarktet.

Der Exeltel verwendete einen Texas Instruments TMS 7020 Prozessor, einen speziell für Exelvision entwickelten Mikrocontroller, der auf der Architektur des TI TMS 7000 basierte. Mit einer Taktrate von 4 MHz war er zwar nicht der leistungsstärkste Prozessor seiner Zeit, bot aber durch seine integrierte Steuerlogik eine effiziente Verwaltung der Peripheriegeräte. Die Architektur ermöglichte es dem Exeltel, sowohl klassische Heimcomputeraufgaben als auch moderne Kommunikationsfunktionen zu übernehmen.

Der technische Aufbau des Exeltel war stark auf eine Kombination aus Computer- und Kommunikationshardware ausgelegt. Er verfügte über 48 KB RAM, das auf 128 KB erweiterbar war, und 32 KB ROM, in dem das Betriebssystem sowie das integrierte BASIC untergebracht waren. Besonders innovativ war das sprachgesteuerte Menüsystem, das es auch ungeübten Nutzern erleichterte, das Gerät zu bedienen.

Zu den Anschlussmöglichkeiten des Exeltel gehörten ein Telefonanschluss für Modemverbindungen, ein Anschluss für Diskettenlaufwerke, eine RGB- und Composite-Videoausgabe sowie ein Expansionsport für zusätzliche Peripheriegeräte. Die integrierte Tastatur war membranbasiert und für damalige Verhältnisse relativ komfortabel zu bedienen. Dank des eingebauten Modems konnte der Exeltel direkt an das französische Minitel-Netzwerk angeschlossen werden, was eine seiner Hauptstärken war. Neben Standardperipheriegeräten wie Druckern und Diskettenlaufwerken waren auch spezielle Erweiterungen für den Exeltel geplant. Dazu gehörte eine ISDN-Erweiterung für schnellere Datenübertragungen sowie eine Schnittstelle für Smart Cards, die für Sicherheitsanwendungen genutzt werden konnte. Diese Features zeigten, dass der Exeltel weit über einen gewöhnlichen Heimcomputer hinausging und bereits frühe Konzepte der digitalen Kommunikation vorwegnahm.

Inflationsbereinigt würde der ursprüngliche Verkaufspreis von etwa 3.500 Francs heute rund 1.000 Euro entsprechen. Dies machte ihn zu einer teuren Investition im Vergleich zu anderen Heimcomputern, aber durch seine integrierten Telekommunikationsfunktionen rechtfertigte sich der Preis für bestimmte Zielgruppen. Besonders in Bildungseinrichtungen und Unternehmen wurde der Exeltel als vielseitiges Kommunikationsmittel genutzt.

Trotz seiner innovativen Eigenschaften konnte sich der Exeltel nicht gegen die dominierenden Heimcomputer wie den Commodore 64 oder den Amstrad CPC durchsetzen. Diese boten eine deutlich größere Softwarebibliothek und waren günstiger. Selbst innerhalb Frankreichs hatte der Exeltel Schwierigkeiten, gegen das stark verbreitete Minitel-Terminal zu bestehen, das als kostengünstigere Alternative für den Zugang zu Online-Diensten diente.

Insgesamt verkaufte sich der Exeltel in relativ geringen Stückzahlen, vor allem an Bildungseinrichtungen und Unternehmen. Während er kommerziell kein großer Erfolg war, bleibt er ein faszinierendes Beispiel für einen innovativen Heimcomputer, der versuchte, die Grenzen zwischen persönlicher Computertechnik und Telekommunikation zu überwinden. Heute ist der Exeltel ein begehrtes Sammlerstück unter Retro-Computer-Enthusiasten, insbesondere in Frankreich, wo er als ein wichtiges Stück der nationalen Computergeschichte gilt.

Veröffentlicht in Systeme.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert