TTX 80/85/90

TTX 80/85/90

TTX 90 Bull

TTX 90 Bull

Die französische Firma Bull unterzeichnete im Januar 1979 eine Vereinbarung mit CPT Corporation für die Distribution von Textverarbeitungszubehör. Die CPT Corporation, 1971 von Dean Scheff in Minneapolis, Minnesota, ins Leben gerufen, vertrieb hauptsächlich Textverarbeitungsgeräte, die auf ihren eigenen computergesteuerten Maschinen basierten. Eines ihrer bekanntesten Produkte war die CPT 4200, eine Dual-Kassetten-Maschine, die eine modifizierte IBM Selectric-Schreibmaschine steuerte. In den späten 1970er Jahren veröffentlichte das Unternehmen mit dem CPT 8000 einen Desktop-Mikrocomputer, der für die Textverarbeitung entwickelt wurde und besonders in Büroumgebungen weit verbreitet war. Bull kaufte drei Modelle der CPT Corporation 8000er Serie direkt und vertrieb sie unter ihrem eigenen Label als TTX- 80, TTX-85 und TTX-90.

Der TTX 80, das Basismodell der Serie, war mit einem Zilog Z80 Mikroprozessor ausgestattet, der mit 4 MHz arbeitete. Der Z80 war bekannt für seine Effizienz und Kompatibilität mit einer Vielzahl von Software, was ihn zu einer beliebten Wahl für Heimcomputer machte. Der TTX 85, eine weiterentwickelte Version, verfügte über den leistungsstärkeren Zilog Z80A Prozessor mit 6 MHz, was eine verbesserte Leistung ermöglichte. Das Spitzenmodell, der TTX 90, war mit einem Intel 8088, sowie einer 5 MByte Festplatte ausgestattet und konnte in der Vollausstattung dem potentiellen Käufer bis zu 5.000 Euro abverlangen.

Bei ihrer Einführung lagen die Preise der kleineren Modelle TTX 80 und TTX 85 zwischen 1.000 und 1.500 französischen Francs (FRF). Unter Berücksichtigung der Inflation entsprechen diese Beträge ungefähr 1.500 und 2.250 im Jahr 2025. Diese Preisgestaltung machte die TTX-Serie für viele Haushalte attraktiv und trug zur Verbreitung von Heimcomputern in Frankreich bei.
Die TTX-Computer waren bekannt für ihren robusten und funktionalen Aufbau. Sie verfügten über integrierte Tastaturen und separate Monitore, die eine benutzerfreundliche Interaktion ermöglichten. Die Anschlussmöglichkeiten umfassten serielle und parallele Ports, die die Verbindung zu verschiedenen Peripheriegeräten wie Druckern, Modems und Diskettenlaufwerken erleichterten. Diese Flexibilität ermöglichte es den Nutzern, ihre Systeme entsprechend ihren individuellen Bedürfnissen anzupassen.

In Bezug auf den Massenspeicher waren die TTX-Modelle mit 5,25-Zoll-Diskettenlaufwerken ausgestattet, die eine Speicherkapazität von 360 KB pro Diskette boten. Diese Laufwerke ermöglichten es den Nutzern, Programme und Daten effizient zu speichern und zu laden. Zusätzlich unterstützten die Computer Kassettenlaufwerke, die als kostengünstige Alternative für die Datenspeicherung dienten, jedoch mit geringerer Geschwindigkeit und Kapazität. Der Bull TTX 80 verwendete ein speziell entwickeltes proprietäres Betriebssystem, das auf die Bedürfnisse der Textverarbeitungsgeräte von Honeywell-Bull zugeschnitten war. Bemerkenswerterweise war der TTX 80 auch in der Lage, das Betriebssystem der CPT Corporation zu emulieren. Diese Emulationsfähigkeit machte ihn äußerst vielseitig und anpassungsfähig und ermöglichte es den Nutzern, die Vorteile und die Benutzerfreundlichkeit des CPT-Betriebssystems zu nutzen, während sie die Hardware des Bull TTX 80 einsetzten. Der Bull TTX 80 konnte auch das Betriebssystem CP/M (Control Program for Microcomputers) nutzen. CP/M war ein weit verbreitetes Betriebssystem für Mikrocomputer in den 1970er und frühen 1980er Jahren und bot eine Vielzahl von Anwendungen und Software, die auf verschiedenen Computern genutzt werden konnten. Geplante Peripheriegeräte für die TTX-Serie umfassten Farbdrucker, Modems und zusätzliche Speicherlaufwerke. Diese Geräte sollten die Funktionalität der Computer erweitern und den Nutzern eine Vielzahl von Anwendungen ermöglichen.

Obwohl genaue Verkaufszahlen schwer zu bestimmen sind, wird geschätzt, dass mehrere hunderttausend Einheiten der TTX-Serie verkauft wurden. Diese Zahl unterstreicht die Popularität und den Einfluss der Serie auf dem französischen Markt.

Atari XE 130

Atari 130XE

Atari XE 130

Atari XE 130

Am 13. Januar 1984 krachte es gewaltig in der Computerbranche: Jack Tramiel, der Gründer des Homecomputer Herstellers Commodore, verließ sein Unternehmen, dass er gemeinsam mit Irvin Gould gegründet hatte. Gründe und Vermutungen gab es viele, aber diese sind nicht Bestandteil dieses Artikels und werden in einem anderen beschrieben. Nach seinem Ausscheiden bei Commodore gründete Tramiel im Juli 1984 die Tramel Technology Ltd. mit dem Ziel, einen neuen Heimcomputer zu entwickeln. Im selben Jahr erwarb er von Warner Communications die defizitäre Heimcomputer- und Konsolensparte von Atari und gründete die Atari Corporation. Sein Plan sah vor, das Unternehmen zu restrukturieren und wettbewerbsfähige Produkte zu entwickeln, ähnlich wie zu seiner Zeit bei Commodore.

Neben dem geplanten 16bit Flaggschiff, dem Atari ST, sah er noch immer Potential im 8bit Markt, auch wenn die bis dato produzierten, hauseigenen Modelle Atari 600XL und 800XL sich nicht gegen den C64 behaupten konnten. Das Modell 600XL galt als unrentable und war zur Einstellung freigegeben. Geplant war noch der Abverkauf der bei der Übernahme übernommenen Lagerbestände, die bei etwa 100.000 Einheiten lag. Der Atari 800XL wurde dagegen nach einigen Optimierungen weiter auf dem Markt angeboten. Dennoch war ein Redesign geplant, da Jack Tramiel eine einheitliche Designsprache vorschwebte, die auf der Optik des Atari ST basieren und seine Leistung durch den ähnlichen Look transportieren sollte.

Im gleichen Zuge änderte Atari auch den Namen der 8bit Modelle vom Suffix XL (eXtended Line oder eXtended Lifestyle) zum Präfix XE (eXtended Line Enhanced, wobei einige, darunter auch die englische Wikipedia verlauten lässt, dass die Abkürzung „eXtended Line Eight-bit“ bedeuten würde. Dies erscheint merkwürdig, waren die bisherigen Modelle stets 8bit Computer). Die Bezeichnung Expanded deutet auf die erweiterten Funktionen im Vergleich zur XL-Serie hin. Auch die Nomenklatur wurde nicht ohne Grund gewählt, schließlich war die Zahl 130 größer als die des Commodore C128. Hiermit sollte Überlegenheit demonstriert werden. Dies geschah auch mit dem kleinen Bruder XE 65, der als Konkurrent zum C64 eingeführt wurde.

Der 130XE basierte auf dem MOS Technology 6502C-Prozessor, einem 8-Bit-Mikroprozessor mit einer Taktfrequenz von 1,79 MHz (NTSC) bzw. 1,77 MHz (PAL). Dieser Prozessor zeichnete sich durch einen reduzierten Befehlssatz aus, der eine effiziente und schnelle Verarbeitung grundlegender Befehle ermöglichte. Des Weiteren unterscheidet er sich vom Original durch einige spezifische Merkmale. Eine bedeutende Erweiterung ist die Einführung einer zusätzlichen HALT-Leitung. Diese HALT-Leitung ermöglicht es Peripheriegeräten oder Co-Prozessoren, den 6502C anzuhalten, um direkten Zugriff auf den Datenbus zu erhalten, ohne dass der Prozessor aktiv ist. Dies ist besonders nützlich in Systemen, in denen mehrere Komponenten denselben Speicher oder Datenbus teilen. Die Integration der HALT-Leitung im 6502C erleichterte die Koordination zwischen dem Prozessor und anderen Hardwarekomponenten, insbesondere in komplexen Systemen mit gemeinsam genutztem Datenbus. Dadurch gewann der 6502C an Vielseitigkeit und Leistungsstärke für unterschiedliche Einsatzbereiche. Ein zusätzlicher Gewinn: Durch den Einsatz des modifizierten Prozessors gelang es Atari vier zusätzliche Chips im Design einzusparen.

Ein weiterer Unterschied lag in der Speicherverwaltung. Der 130XE verfügte über den verbesserten "Freddie"-Speicherverwaltungs-Chip, der eine effizientere Speicheradressierung und -nutzung ermöglichte. Der 130XE verfügte über 128 KB RAM, wobei 64 KB als Hauptspeicher dienten und die restlichen 64 KB per Bankumschaltung adressiert werden konnten. Das ROM umfasste 24 KB, aufgeteilt in 16 KB für das Betriebssystem und 8 KB für Atari BASIC. Der Computer bot fünf Textmodi mit einer maximalen Darstellung von 40 x 24 Zeichen sowie eine Farbtiefe von 16 Farben mit jeweils 16 Intensitätsstufen. Für den Sound sorgte der POKEY-Chip (Potentiometer and Keyboard Integrated Circuit), der vier Stimmen über 3,5 Oktaven bereitstellte. Der von Doug Neubauer (dem Schöpfer von „Star Raiders“ und „Solaris“) entwickelte Schaltkreis war jedoch zu dieser bereits veraltet, da er für den Einsatz in den Atari Modellen 400 und 800 kreiert wurde, deren Veröffentlichung bereits 1979 war.

Der modulare Aufbau des 130XE ermöglichte die einfache Erweiterung durch Peripheriegeräte. Er verfügte über Anschlüsse für Joysticks, einen SIO-Port für Peripheriegeräte wie Diskettenlaufwerke und Drucker sowie einen Enhanced Cartridge Interface (ECI), der die Erweiterung um zusätzliche Hardware erleichterte. Geplante Peripheriegeräte umfassten unter anderem das 3½-Zoll-Diskettenlaufwerk XF351, Monitore wie den XC1411 und Farbdrucker wie den XTM201 und XTC201. Diese Geräte sollten die Funktionalität des 130XE erweitern, wurden jedoch aufgrund von Kostendruck und strategischen Entscheidungen nicht alle realisiert. Der Atari 130XE wurde nicht standardmäßig mit einem Massenspeicher ausgeliefert. Allerdings bot Atari verschiedene Peripheriegeräte an, um den Computer mit Massenspeicher zu erweitern. Das bekannteste Massenspeichergerät für den 130XE war das Atari 1050-Diskettenlaufwerk. Dieses Laufwerk konnte 5,25-Zoll-Disketten lesen und beschreiben und war sowohl mit dem Atari 130XE als auch mit anderen Atari 8-Bit-Computern kompatibel. Zusätzlich gab es auch das 3,5-Zoll-Diskettenlaufwerk XF351, das eine modernere Speichermedium-Option darstellte. Der 130XE war mit einem SIO-Anschluss ausgestattet, der es ermöglichte, diese externen Massenspeichergeräte einfach anzuschließen.

Der Atari 130XE ist größtenteils mit Spielen und Anwendungen kompatibel, die für die älteren Modelle Atari 400 und 800XL entwickelt wurden. So können Nutzer viele der bekannten Titel weiterhin auf dem 130XE genießen. In einigen Fällen kann es jedoch zu kleinen Abweichungen kommen: Um bestimmte Programme ordnungsgemäß auszuführen, muss beispielsweise das interne BASIC deaktiviert werden — dies geschieht durch Gedrückthalten der OPTION-Taste beim Einschalten. Zudem können regionale Unterschiede zwischen PAL- und NTSC-Systemen das Spielerlebnis beeinflussen. Software, die für NTSC programmiert wurde, läuft etwa 17 % schneller als auf einem PAL-System, was sich auf Gameplay und Sound auswirken kann. Trotz dieser Feinheiten bleibt der 130XE ein leistungsfähiges Gerät mit breiter Unterstützung für die bestehende Atari-Softwarebibliothek, wenn die passenden Einstellungen berücksichtigt werden.

Bei seiner Markteinführung im Jahr 1985 lag der Preis des Atari 130XE bei 299 US-Dollar. Unter Berücksichtigung der Inflation entspricht dies etwa 750 Euro im Jahr 2025. Die genaue Verkaufszahl des Atari 130XE ist nicht eindeutig belegt. Insgesamt wurden jedoch etwa zwei Millionen Atari-8-Bit-Heimcomputer verkauft, zu denen auch der 130XE gehörte, wobei dieser 1985 als letzter Vertreter der Reihe eingeführt wurde. Obwohl es keine spezifischen Zahlen für den 130XE gibt, ist bekannt, dass die XE-Serie, zu der er zählt, sowohl in Nordamerika als auch in Europa weit verbreitet war.

Amstrad PC 1512

Amstrad PC 1512

Amstrad / Schneider PC 1512

Amstrad / Schneider PC 1512

Der Amstrad PC1512, erstmals im September 1986 vorgestellt, markierte einen bedeutenden Schritt in der Verbreitung von IBM-PC-kompatiblen Computern in Europa. Hergestellt von der britischen Firma Amstrad und im deutschsprachigen Raum durch die Schneider Computer Division vertrieben, war der PC1512 einer der ersten erschwinglichen PCs für den Privatgebrauch.

Angetrieben wurde der PC1512 von einem Intel 8086 Prozessor mit einer Taktfrequenz von 8 MHz. Dieser 16-Bit-Prozessor ermöglichte die direkte Adressierung von bis zu 1 MB Speicher und führte pro Taktzyklus eine Operation aus. Seine Architektur basierte auf dem CISC-Design (Complex Instruction Set Computer), das eine Vielzahl von Befehlen unterstützte und somit komplexe Operationen effizient ausführte. Der PC1512 konnte mit einer NEC V30-CPU aufgerüstet werden, die mehr Befehle unterstützte. Durch den Einbau eines Intel 8087-Coprozessors erreichte der PC 1512 sogar die Leistungen eines mit einem Intel 80286 betriebenen PCs ohne Coprozessors. Das war besonders nützlich für Programme wie Lotus 1-2-3, Matlab oder CAD-Anwendungen.

Der PC1512 war modular aufgebaut, mit einem cleveren Design, das das Netzteil direkt im Monitor integrierte. Dadurch blieb der Hauptrechner lüfterlos und lief deutlich leiser als viele andere PCs. Der Monitor kühlte sich dank seiner Belüftung durch natürliche Konvektion selbst, ohne weitere aktive Kühlungen zu verwenden. Obwohl Nutzer keine Überhitzungsprobleme meldeten, hielten sich hartnäckig Gerüchte darüber, die potenzielle Käufer abschreckten. Um diese Bedenken auszuräumen, wurde bei späteren Modellen ein Lüfter ins Gehäuse integriert, der den leisen Betrieb wieder aufhob (anzumerken sei hierbei jedoch, dass die Lautstärke nicht mit zukünftigen Geräten zu vergleichen ist). Ein weiteres Gerücht besagte, dass das „ungeschirmte“ Netzteil des Monitors Störungen verursachen könnte, wenn eine optionale Festplatte an der Rückseite des PCs installiert war. Als einfache Lösung wurde empfohlen, die Rückseite des Gehäuses oder die Unterseite des Monitors mit Alufolie abzuschirmen.

Der Rechner verfügte über drei Erweiterungsslots, die über einen leicht zugänglichen Deckel ohne Werkzeug erreichbar waren, was den Einbau zusätzlicher Karten erleichterte. Die Tastatur besaß einen 6-poligen DIN-Stecker und verfügte über einen integrierten Anschluss für zwei Joysticks. In Bezug auf die Anschlussmöglichkeiten bot der PC1512 eine parallele Centronics-Schnittstelle, eine serielle RS-232-Schnittstelle und einen speziellen Anschluss für die mitgelieferte 2-Tasten-Maus. Die CGA-Grafikkarte unterstützte einen zusätzlichen Grafikmodus mit 640×200 Pixeln und 16 Farben. Der PC1512 wurde standardmäßig mit einem oder zwei 5¼-Zoll-Diskettenlaufwerken mit 360 KB Kapazität ausgeliefert, optional auch mit einer 10- oder 20-MB-Festplatte. Die Diskettenlaufwerke konnten bei Bedarf durch Modelle mit 1,2 MB Kapazität ersetzt werden. Als geplante Peripheriegeräte wurden unter anderem eine 20-MB-Festplatte und verschiedene Monitore angeboten. Der monochrome Monitor stellte Farben in Graustufen dar, während der Farbmonitor die volle CGA-Palette unterstützte. Zusätzlich brachte Amstrad die DMP3000-Druckerreihe auf den Markt, die sowohl IBM- als auch Epson-kompatibel war und sich durch Near Letter Quality (NLQ) auszeichnete.

Im Heimatland Großbritannien startete der Verkauf des PC im September 1986 mit einem Preis ab 399 £ zzgl. Mehrwertsteuer. Inflationsbereinigt entspricht dies heute etwa 1807€. Der Einführungspreis des PC1512 lag in Deutschland für die Version mit einem Diskettenlaufwerk und Schwarz-Weiß-Monitor bei knapp unter 2000 DM. Ein zweites Diskettenlaufwerk kostete 500 DM zusätzlich, ebenso der Aufpreis für einen Farbmonitor. Unter Berücksichtigung der Inflation entspricht dies heute etwa 1700 Euro für die Basisausstattung, mit zusätzlichen Kosten für Erweiterungen. Der Amstrad PC1512 war ein großer Erfolg für das Unternehmen. Zwischen seiner Markteinführung im September 1986 und Juni 1987 wurden etwa 450.000 Einheiten verkauft. Insgesamt trug der Amstrad PC1512 maßgeblich dazu bei, den europäischen PC-Markt sowohl für Privatnutzer als auch für Unternehmen zu öffnen. Seine Kombination aus erschwinglichem Preis, durchdachtem Design und Erweiterbarkeit machte ihn zu einer beliebten Wahl in den späten 1980er Jahren.

ZX Spectrum

ZX Spectrum

ZX Spectrum - Von Bill Bertram - Eigenes Werk, CC BY-SA 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=170050

Von Bill Bertram - Eigenes Werk, CC BY-SA 2.5

Der Sinclair ZX Spectrum, oft liebevoll als "Speccy" bezeichnet, ist ein legendäres Stück Computergeschichte, das die Welt der Heimcomputer revolutionierte. Entwickelt von Sinclair Research Ltd, wurde der ZX Spectrum am 23. April 1982 in Großbritannien veröffentlicht und erlangte schnell Kultstatus.

Die Entstehungsgeschichte des ZX Spectrum begann in den späten 1970er Jahren, als Sir Clive Sinclair, ein britischer Unternehmer und Erfinder, beschloss, erschwingliche Heimcomputer für die breite Masse zu entwickeln. Nach dem Erfolg des ZX80 und ZX81 war der ZX Spectrum der nächste logische Schritt. Das Ziel war es, einen Computer zu schaffen, der farbige Grafiken darstellen konnte und dennoch kostengünstig war. Das Entwicklungsteam, bestehend aus Richard Altwasser und Rick Dickinson, arbeitete hart daran, die technischen Herausforderungen zu meistern und gleichzeitig die Kosten niedrig zu halten.

Richard Altwasser, ein britischer Ingenieur, war für das Hardware-Design des ZX Spectrum verantwortlich. Nach seinem Abschluss in Ingenieurwissenschaften am Trinity College in Cambridge im Jahr 1978 wurde er 1980 von Sinclair Research eingestellt. Seine erste Aufgabe bestand darin, Programme für den ZX80 zu schreiben und an der Leiterplatte des ZX81 zu arbeiten. Altwassers Hauptbeitrag zum ZX Spectrum war die Entwicklung des Grafikmodus, der weniger als 7 Kilobyte Speicher benötigte. Rick Dickinson war ein britischer Industriedesigner, der für das ikonische Design des ZX Spectrum verantwortlich war. Dickinson schloss 1979 sein Studium an der Newcastle Polytechnic mit einem Bachelor of Arts in Design for Industry ab. Er trat im Dezember 1979 in die Dienste von Sinclair Research und ersetzte hier John Pemberton. Dickinson entwarf das Gehäuse des ZX81 und dessen berührungsempfindliche Tastatur, die als klarer Fortschritt im Design von Heimcomputern galt. Für den Spectrum entwickelte er eine „Verbesserung“ der Tastatur aus Gummi, die von einigen Benutzern den wenig liebevollen Namen "dead flesh" (totes Fleisch) verliehen bekam. Diese Tastatur war zwar kostengünstig, aber nicht besonders benutzerfreundlich. Trotzdem wurde sie zu einem ikonischen Merkmal des ZX Spectrum und trug zu seinem unverwechselbaren Erscheinungsbild bei.

Der ZX Spectrum verwendete einen Zilog Z80A Prozessor, der mit 3,5 MHz getaktet war. Dieser 8-Bit-Prozessor war bekannt für seine Vielseitigkeit und Leistungsfähigkeit. Der Z80A verfügte über 16-Bit-Adressierungsmodi und konnte bis zu 64 KB Speicher adressieren. Er unterstützte verschiedene Adressierungsmodi, darunter direkte, indirekte und relative Adressierung, was ihn besonders für die Programmierung in Hochsprachen wie BASIC attraktiv machte. Der Prozessor war das Herzstück des ZX Spectrum und ermöglichte es, komplexe Anwendungen und Spiele auszuführen.
Der ursprüngliche Preis des ZX Spectrum betrug 125 £ für das Modell mit 16 KB RAM und 175 £ für das Modell mit 48 KB RAM. Inflationsbereinigt entspricht dies heute etwa 557 € bzw. 780 €. Diese erschwinglichen Preise machten den ZX Spectrum zu einer attraktiven Option für viele Haushalte und trugen maßgeblich zu seinem Erfolg bei.

ZX Farben

ZX Farben

Der Aufbau des ZX Spectrum war einfach und funktional. Er verfügte über einen PAL RF-Modulator, der das Videosignal an einen Fernseher übertrug, anstatt an einen dedizierten Monitor. Der Spectrum bot mehrere Grafikmodi, die es Programmierern ermöglichten, unterschiedliche Grafiken darzustellen. Neben dem Standardmodus mit 256 x 192 Pixeln gab es auch niedrigere Auflösungen, bei denen die Pixelgrößen erhöht wurden, um größere und einfachere Grafiken zu erstellen. Der Spectrum konnte bis zu 15 Farben (plus Schwarz) darstellen, wobei jede Farbe in zwei Helligkeitsstufen verfügbar war. Das Farbschema umfasste: Schwarz, Blau, Rot, Magenta, Grün, Cyan, Gelb und Weiß. Jede dieser Farben konnte in einer normalen oder einer hellen Variante angezeigt werden, was die Gesamtzahl der möglichen Farbtöne auf 16 erhöhte.

Die Farbinformationen wurden in einer sogenannten Attributkarte gespeichert, die die Bildschirmauflösung in 8x8-Pixel-Blöcke unterteilte. Jeder dieser Blöcke konnte zwei Farben enthalten: eine Vordergrundfarbe (INK) und eine Hintergrundfarbe (PAPER). Aufgrund dieser Einschränkung trat häufig das Phänomen des "Color Clash" auf, wenn sich zwei unterschiedlich gefärbte Objekte innerhalb desselben 8x8-Pixel-Blocks befanden. Da jeder Block nur zwei Farben speichern konnte, führte dies dazu, dass die Farben der Objekte "zusammenstießen" und unerwünschte Farbüberlagerungen oder -verfälschungen auftraten. Dies war besonders in Spielen sichtbar, bei denen sich bewegende Charaktere oder Objekte oft durch unterschiedlich gefärbte Bereiche bewegten.

Der Color Clash war eine direkte Folge der Speicherbeschränkungen und der kostensparenden Designentscheidungen des ZX Spectrum. Anstatt separate Speicherbereiche für die Bitmap und die Farbinformationen zu verwenden, kombinierte der ZX Spectrum diese Informationen, um Speicherplatz zu sparen. Dies führte jedoch zu den beschriebenen Farbproblemen.
Trotz dieser Einschränkungen entwickelten viele Programmierer kreative Lösungen, um den Color Clash zu minimieren oder zu umgehen. Einige Spiele nutzten geschickte Farbwahl und Designtechniken, um die Auswirkungen des Color Clash zu reduzieren und dennoch ansprechende Grafiken zu erzeugen. Der Color Clash wurde zu einem charakteristischen Merkmal des ZX Spectrum und ist heute ein nostalgisches Element, das viele Retro-Gaming-Enthusiasten schätzen.

ZX Interface 2 - By Mauricio González - Own work

By Mauricio González - Own work

Der ZX Spectrum hatte auch einen eingebauten Lautsprecher für die Tonausgabe und verwendete handelsübliche Audiokassetten als Speichermedium. Diese Kassetten wurden über die EAR- und MIC-Anschlüsse des Computers angeschlossen. Zu den geplanten Peripheriegeräten für den ZX Spectrum gehörten das ZX Interface 1 und das ZX Interface 2. Das ZX Interface 1 ermöglichte den Anschluss von bis zu acht ZX Microdrives, einem Bandlaufwerk, das als Massenspeicher diente. Es bot auch eine RS-232-Schnittstelle und Netzwerkfunktionen, die es mehreren ZX Spectrums ermöglichten, miteinander zu kommunizieren. Das ZX Interface 2 hingegen war eine einfachere Erweiterung, die den Anschluss von zwei Joysticks und ROM-Cartridges ermöglichte5.

Presseberichte und Zeitungsartikel aus der Zeit der Veröffentlichung des ZX Spectrum lobten den Computer für seine Erschwinglichkeit und seine technischen Fähigkeiten. Ein Artikel der BBC aus dem Jahr 1982 beschrieb den ZX Spectrum als "den Computer, der Heimcomputing für die Massen zugänglich machte". Ein weiteres Zitat aus einem Artikel von 80s Heaven betonte, dass der ZX Spectrum trotz seiner technischen Einschränkungen aufgrund seines niedrigen Preises und seiner Benutzerfreundlichkeit zum meistverkauften Heimcomputer der 1980er Jahre in Großbritannien wurde. Der Commodore 64, ebenfalls 1982 veröffentlicht, war weltweit erfolgreicher und wurde zu einem der meistverkauften Heimcomputer aller Zeiten. In Großbritannien war der C64 jedoch teurer als der ZX Spectrum, was seinen Marktanteil zunächst begrenzte. Der C64 war bekannt für seine überlegenen Grafik- und Soundfähigkeiten, die durch den VIC-II-Grafikchip und den SID-Soundchip ermöglicht wurden.

Der Sinclair ZX Spectrum bleibt ein bedeutendes Kapitel in der Geschichte der Heimcomputer. Seine Einführung führte zu einem Boom in der Software- und Hardwareentwicklung und hinterließ ein Erbe, das Generationen von Computerenthusiasten beeinflusste. Jedoch war der Sinclair ZX Spectrum nicht nur für seine Hardware bekannt, sondern auch für die Vielzahl an Spielen, die für das System entwickelt wurden. Klassiker, wie etwa Manic Miner, Jet Set Willy, aber auch Knight Lore oder die Dizzy Serie verhalfen dem Speccy seinen Platz in der Geschichte zu zementieren.
Nach dem erfolgreichen Start des ZX Spectrum verließ Altwasser Sinclair, um zusammen mit Steve Vickers, dem Autor der Firmware und des Handbuchs des Spectrum, seine eigene Firma zu gründen. Diese Firma, Jupiter Cantab, brachte den Jupiter Ace auf den Markt, der jedoch kommerziell nicht erfolgreich war. Auch Rick Dickinson verließ Sinclair (1986) und gründete seine eigene Designberatung Dickinson Associates, die weiterhin erfolgreich im Bereich des Industriedesign arbeitet.

Sinclair ZX Spectrum Commercial

Galaksija – Galaksija

Galaksija

Galaksija

Vojislav Voja Antonić hatte sich im ehemaligen Jugoslawien bereits einen Namen machen können. Bereits bei einem Wettbewerb für Mathematik und Physik errang er im Alter von zarten 14 Jahren den ersten Preis. Wenige Jahre später, nach der Lektüre eines Buches über den Z80 Mikroprozessor begann er mit diesem zu experimentieren. Sein erstes mikroprozessorgestütztes Projekt war 1976 ein Gerät zur Darstellung von „Conway’s Game of Life“. Ohne Zugang zu einem richtigen Computer schrieb er den Code auf Papier und steuerte die Eingaben über Drehschalter – ein mühseliges Unterfangen, das ihm mehrere Monate abverlangte, bis er alle benötigten Komponenten, wie etwa die kostspieligen LEDs, beschaffen konnte. Dieses frühe Projekt zeigte seinen unerschütterlichen Erfindungsgeist und seine Fähigkeit, auch mit begrenzten Mitteln innovative Lösungen zu entwickeln. 1981 unterstützte er den serbischen Skiverband mit der Entwicklung eines präzisen Zeiterfassungsgerätes für die alpinen und nordischen Disziplinen, um die Ergebnisse für eine Ski-Rangliste addieren zu können. Hierfür entwarf er einen Computer namens „Abitar“ und war am ehesten mit einem Laptop vergleichbar. Insgesamt wurden fünf Modelle des Arbiter hergestellt. Antonić erkannte dabei das Interesse seiner Landsmänner und -frauen für diese neuen Geräte. Durch Importbeschränkungen war es der Bevölkerung jedoch nur schwer möglich einen modernen, westlichen Computer zu beschaffen, geschweige denn zu leisten. Selbst die günstigsten Rechner des Klassenfeindes waren mehrere Monatslöhne wert.

Antonić erholte sich während eines Hotelaufenthaltes in Risan und las zur Entspannung eine Dokumentation über den CDP1802, einem One-Chip-Prozessor des Herstellers RCA, der für einen experimentellen Homecomputer des Mikroprozessorforschers Joseph Weisbecker konzipiert wurde. Seine Überlegung war mittels dieses Prozessors auch eine Bildausgabe zu erzeugen, doch er erkannte recht schnell, dass der CDP1802 hierfür zu primitiv und zu langsam war. Für seine Idee schien der Zilog Z80 deutlich geeigneter. Bereits zum Ende des Urlaubes hatte er ein Konzept des Computers und der Bildsteuerung kreiert. Dieser Computer konnte ein monochromes Bild mit 32 Zeichen in 16 Zeilen anzeigen oder einfache Grafiken mit einer Auflösung von 64 × 48 Pixeln darstellen. Da die Grafiken per Software erzeugt wurden, war die Geschwindigkeit erheblich reduziert. Allerdings hielten sich die Kosten für den Computer im Rahmen. Der Arbeitsspeicher (RAM) betrug in der Grundausstattung zwischen 2 und 6 KB, erweiterbar auf bis zu 54 KB. Das Festwertspeicher (ROM) umfasste 4 KB für das Basis-ROM ("A") und optional weitere 4 KB für Erweiterungen ("B"), die zusätzliche BASIC-Befehle, einen Assembler und einen Maschinensprache-Monitor enthielten. Die Dateneingabe erfolgte über eine integrierte Tastatur mit 54 Tasten. Als Speichermedium diente ein herkömmlicher Kassettenrekorder, der über einen 5-poligen DIN-Anschluss verbunden wurde und mit einer Übertragungsrate von 280 Bit/s arbeitete. Weitere Schnittstellen umfassten einen 44-poligen Erweiterungssteckplatz für den Systembus sowie Videoausgänge für monochrome PAL-Signale und einen optionalen UHF-TV-Ausgang. Eine native Soundausgabe war nicht vorgesehen; jedoch konnte der Kassettenanschluss für einfache Tonausgaben genutzt werden.

Antonić suchte nun Kontakt zum populärwissenschaftlichen Magazin „Galaksija“, das für die Idee im Grunde ungeeignet war, allerdings stellte sich heraus, dass dort an einer Sonderausgabe für Computer gewerkelt wurde. Voja traf sich mit dem Autor Dejan Ristanović, der diese Ausgabe konzipierte und schlug ihm vor eine komplette DIY Anleitung für seinen Computer zu veröffentlichen. Darüber hinaus sollten vorgefertigte Bausätze bestellbar sein. Diese 100 seitige Ausgabe erschien im Dezember 1983 (Ausgabe Januar 1984) und schon vor der Veröffentlichung wurde redaktionsintern darüber spekuliert, wie viele Computer gemäß der Anleitung gebaut werden würden. Gingen einige von wenigen hundert gebauten Modellen aus, führte die Aussage von tausenden Computern zu großem Gelächter. Tatsächlich wurden mehr als 8000 Bausätze direkt bestellt, die bereits mit Leiterplatten und Flash-ROMs ausgestattet waren. Hinzu kommt noch eine unbekannte Anzahl von Anwendern, die den Computer ohne die vorstellbaren Teile zusammenbauten, denn insgesamt wurden über 30000 Hefte innerhalb weniger Wochen verkauft. Die Sonderausgabe wurde zweimal nachgedruckt. Die Dauer des Zusammenbaus lag, je nach Erfahrung, zwischen 8 und 24 Stunden.

Die Bauteile des Galaksija-Computers wurden von verschiedenen Herstellern geliefert, so wurden die Leiterplatten und Tastaturen von MIPRO und Elektronika aus Buje sowie vom Institut für Elektronik und Vakuumtechnik bereitgestellt. Die IC (Integrierten Schaltkreise) stammten von Mikrotehnika aus Graz. Voja Antonić selbst programmierte die ROM persönlich, wie auch einige Spiele für den Rechner. Die Redaktion der Zeitschrift „Galaksija“ kümmerte sich um die Erstellung der Druckmaterialien und organisierte den Versand an die Kunden. Später startete das Institut für Lehrbücher und Lehrmittel gemeinsam mit Elektronika Inženjering die Serienproduktion des Galaksija, hauptsächlich für den Einsatz in Schulen. Obwohl der Galaksija in seiner Leistungsfähigkeit nicht mit kommerziellen Computern jener Zeit mithalten konnte, hatte er eine bedeutende lokale Auswirkung. Viele Technikbegeisterte nutzten ihn, um die Funktionsweise von Computern zu verstehen und eigene Experimente durchzuführen.

Die Weiterentwicklung des Galaksija führte zu fünf funktionsfähigen Prototypen. Allerdings wurden diese Arbeiten 1995 eingestellt, da die Geräte sowohl technisch als auch moralisch veraltet waren. Die meisten Prototypen wurden entsorgt, doch ein verbliebenes Exemplar wurde im Keller von Antonićs Haus entdeckt und dem Museum für Wissenschaft und Technologie in Belgrad übergeben.

Kaypro II

Kaypro II

Picture is from https://www.classic-computers.org.nz/collection/kaypro-II-1920x.jpg

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Der Kaypro II war das erste Modell des Unternehmens Kaypro und wurde 1982 veröffentlicht. Seine Entstehungsgeschichte ist eng mit der Vision seines Firmengründers Andrew Kay verbunden, der bereits über 30 Jahre Erfahrung in der Elektronik hatte und als Erfinder des digitalen Voltmeters bekannt wurde. Das Unternehmen, ursprünglich unter dem Namen Non Linear Systems, Inc. bekannt, hatte zuvor über 30 Jahre lang elektronische Testgeräte für die Luftfahrt produziert, und war somit nicht unerfahren in der Technologiebranche.

Kaypro war damals ein relativ neues Unternehmen auf dem Computer-Markt, doch das Modell "Kaypro II" war seiner Bezeichnung nach gerechtfertigt – die "2" wurde gewählt, um in gewisser Weise mit dem erfolgreichen Apple II zu konkurrieren und sich ein wenig des Ruhms des Marktführers zu sichern. Der Kaypro II war zu jener Zeit eher außerhalb des Mainstreams bekannt, aber das Unternehmen hatte einen bemerkenswerten Start, da es bald zu einem der bekanntesten Hersteller von tragbaren Computern wurde. Der Kaypro II war bekannt für seine Zähigkeit und Robustheit, was nicht zuletzt dem schützenden Aluminiumgehäuse zu verdanken war. Dieses Gehäuse verlieh dem Computer zum einen eine vergleichsweise geringe Dicke und trotzdem bemerkenswerte Stabilität. Derartige Eigenschaften machten den Computer besonders geeignet für Arbeitsumgebungen mit raueren Bedingungen. Insbesondere in der Rallye Paris-Dakar 1984 wurde das Modell von den teilnehmenden Ärzten als digitale Ausrüstung genutzt. Auch unter schwierigen Umständen blieb der Kaypro II unversehrt, was seine Bedeutung in anspruchsvollem Terrain unterstrich.

Im Inneren des Kaypro II verbarg sich ein Zilog Z80 Prozessor, der mit einer Taktfrequenz von 2,5 MHz arbeitete. Insgesamt standen dem Anwender 64 KByte Arbeitsspeicher zur Verfügung. Der Computer war mit einem 9“-Monochrom-Monitor ausgestattet, der 25 Zeilen mit je 80 Zeichen darstellte. Für farbliche Darstellungen oder detaillierte Grafiken war der Kaypro II zwar nicht geeignet, aber für den primären Einsatzbereich als Bürocomputer reichte diese Ausstattung völlig aus. Das Audiosystem bestand lediglich aus einem „Beeper“, weshalb der Kaypro II in Bezug auf die Klang- und Musikqualität keine Besonderheiten aufwies. Eines der Hauptmerkmale des Kaypro II war die Datenspeicherung, die über zwei 5,25“-Floppylaufwerke mit je 190 KByte Kapazität pro Diskette erfolgte. Hierbei war eine besondere Möglichkeit gegeben: Ein Laufwerk konnte als Systemlaufwerk für CP/M, das Betriebssystem des Geräts, verwendet werden, während das andere Laufwerk mit Programmen zur Ausführung bestückt war. Inmitten der damaligen Konkurrenz, wie etwa dem Osborne 1, zeichnete sich der Kaypro II durch seine solide Ausstattung und Ergonomie aus. Als Programmpaket waren Anwendungen wie „Perfect Writer“, „Perfect Calc“, „Perfect Filer“, „Perfect Speller“, S-Basic und Profitplan enthalten, die die unterschiedlichsten Bereiche der Arbeitswelt abdeckten, von Textverarbeitung über Tabellenkalkulation bis hin zu Business-Plan-Software. Der Kaypro II war insgesamt so beliebt, dass der Hersteller in seiner besten Verkaufszeit bis zu 10.000 Einheiten pro Monat absetzen konnte.

Der Computer fand nicht nur im Büroalltag begeisterte Nutzer, sondern auch prominente Persönlichkeiten wie Arthur C. Clarke, der Autor von „2001 – Odyssee im Weltraum“, nutzten diesen als Kommunikationsmittel. Clarke selbst wohnte zu dieser Zeit in Sri Lanka, während der Regisseur des zweiten Teils der filmischen Adaption in Los Angeles arbeitete. Mit der Hilfe des Kaypro II und eines Modems konnte Clarke fortwährend mit dem Regisseur in Kontakt bleiben, was seine Bedeutung im persönlichen Alltag des Erfolgsbuchautors hervorhob. Was den Preis des Kaypro II betrifft, so lag er zu seiner Markteinführung um die 2.000 US-Dollar, was unter Berücksichtigung der Inflation von heute etwa 5.700 bis 6.200 US-Dollar entspricht – dies variiert je nach jeweiligen Inflationskennzahlen und Berechnungen.

Das Modell hatte die Absicht, mobile Büroarbeit zu revolutionieren und präsentierte sich als geeigneter Ersatz für stationäre Büro-Computer, die hohe Kosten verursachten und wenig Flexibilität boten. Der Preis war ein Ausschlusskriterium für viele, doch der Wert, den die Kaypro-II-Besitzer aus der Hardware und den Software-Programmen ziehen konnten, war für viele Geschäftspioniere ein echtes Argument, diese zu kaufen.

Mit Blick auf die Anschlussmöglichkeiten war der Kaypro II für den damaligen Standard recht gut ausgestattet. Er besaß einen seriellen sowie einen parallelen Anschluss, die eine Vielzahl an Peripheriegeräten wie Drucker und externe Geräte unterstützten. Auch ein Anschluss für das Keyboard, ein Resetknopf und ein Drehregler zur Anpassung der Helligkeit fanden sich in der Gesamtstruktur des Gerätes, was zu seiner Benutzerfreundlichkeit maßgeblich beitrug. Zu den Peripheriegeräten, die zusätzlich für den Kaypro II angeboten wurden oder in Planung waren, gehörten unter anderem externe Festplattenlaufwerke und verschiedene Erweiterungen für die Leistungssteigerung der Maschine. Das erklärte Ziel war, den Computer zu einer zentralen Bürolösung für Unternehmen zu machen, die flexibler, mobiler und langfristig sogar kostengünstiger arbeiten wollten als mit herkömmlichen Computern der Zeit. Doch trotz des Erfolges und der Beliebtheit endete die Geschichte des Kaypro II mit einem allgemeinen Rückgang in den Verkaufszahlen.

Anfang der 1990er Jahre verlor Kaypro den Anschluss an die sich wandelnde Computerlandschaft, und das Unternehmen konnte mit seinen Computern keine Bedeutung mehr erlangen. Fazit der Geschichte: Der Kaypro II stellte einen wichtigen Baustein in den frühen Jahren tragbarer Informatik dar und trug maßgeblich zur Weiterentwicklung dieser Computersparte bei. Es war ein robustes, funktionales Arbeitsgerät für Geschäftsreisende und professionelle Anwender. Dennoch konnte es nur einem begrenzten Kreis von Nutzern als langfristiger Arbeitsplatz dienen.

Commodore 16 (C16)

Commodore 16 (C16)

Commodore C16

Der Commodore 16 (C16) wird oft als der kleine Bruder des Commodore 64 bezeichnet. Commodore wollte mit diesem Rechner das Preissegment unter 100 US-Dollar, inflationsbereinigt entspräche das heute etwa 220 bis 250 Euro, erobern und sich gegen Konkurrenzprodukte wie die Sinclair-Computer ZX80, ZX81, Spectrum 16K sowie den Atari 400XL behaupten. Besonders die preisgünstigen MSX-Computer bereiteten Jack Tramiel, dem damaligen Chef von Commodore, Sorgen. MSX war ein offizieller Heimcomputerstandard, der von mehreren Unternehmen gemeinsam entwickelt wurde und Microsofts BASIC als Betriebssystem nutzte.Der Commodore 64 war für dieses Marktsegment nicht geeignet, weshalb Commodore davon ausging, dass Anwender weiterhin einen einfachen und preiswerten Einstiegsrechner benötigen würden. Allerdings erkannte das Unternehmen nicht, dass die Nachfrage nach solchen Rechnern bereits zurückgegangen war, was sich an den Verkaufszahlen des Commodore 64 hätte ablesen lassen.

 

Datasette 1531

Um die Produktionskosten so gering wie möglich zu halten, verwendete der C16 ein schwarzes Gehäuse, das dem des Commodore 64 ähnelte. Wozu ein Design ändern, dass seit dem VC 20 sinnbildlich für Commodore stand und womöglich Geld kosten würde? Noch dazu für einen Rechner des untersten Marktsegmentes? Die Tasten waren hellgrau und anders positioniert. Im Gegensatz zum ersten C64 verfügte der C16 von Anfang an über einen Reset-Knopf. Als Prozessor kam ein 8-Bit MOS 7501 oder MOS 8501 zum Einsatz, die sich nur im Herstellungsprozess unterschieden. Obwohl der Befehlssatz zum MOS 6502 des C64 (der einen MOS 6510 verwendete) kompatibel war, änderte Commodore die Architektur der 264er-Reihe, zu der der C16 gehörte, sodass die Kompatibilität kaum genutzt werden konnte. Der Prozessor arbeitete mit zwei Taktfrequenzen (885 kHz und 1,76 MHz), die vom TED-Chip vorgegeben wurden. Der TED schaltete im Grafikmodus auf die langsamere Frequenz, während der Bildschirmrahmen und Synchronimpulse mit der höheren Frequenz liefen. Im Durchschnitt erreichte der C16 eine Taktfrequenz von etwa 1 MHz. Der Arbeitsspeicher des C16 betrug 16 KByte, wovon dem Benutzer im BASIC-Modus etwa 12 KByte zur Verfügung standen. Bei Nutzung des Grafikmodus reduzierte sich dieser Speicher auf 2 KByte. Es war möglich, den Speicher auf maximal 64 KByte zu erweitern, was jedoch Lötarbeiten erforderte. Einige Bastler schafften es sogar, den Speicher auf 256 KByte zu erhöhen, wobei dann per Bankswitching darauf zugegriffen wurde. Die letzte produzierte C16-Serie besaß bereits die erforderlichen Speicherchips, die lediglich umgelötet werden mussten. Diese Variante war mit dem Plus/4 aus der 264er-Reihe praktisch identisch, es fehlten lediglich die im ROM befindliche Anwendungssoftware und zwei Chips für die Steuerung des RS-232-Ports und des 8-Bit-Input/Output. Daher liefen die meisten für den Plus/4 entwickelten Programme auch auf diesem System. Der Speicherausbau des C16 lohnte sich jedoch nur bedingt, da nur wenige Spiele den erweiterten Speicher nutzten.

 

Commodore 1551 Floppy

Das BASIC 3.5 des Commodore 16 war eine erweiterte Version des bekannten Commodore BASIC 2.0, das im C64 zum Einsatz kam. Diese neue Version bot zahlreiche zusätzliche Befehle und Funktionen, die insbesondere die Programmierung von Grafik und Sound erleichterten, was für Heimcomputer dieser Zeit ungewöhnlich war. Das BASIC 3.5 machte den C16 zu einem leistungsfähigen Einstiegscomputer für Hobby-Programmierer. Trotz seiner erweiterten Möglichkeiten war der C16 jedoch nicht vollständig kompatibel zum C64, was die Verbreitung einschränkte. Dennoch wurde das erweiterte BASIC von vielen geschätzt, da es Funktionen bot, die bei Konkurrenzprodukten oft fehlten. Beispielsweise ermöglichten Grafikbefehle wie GRAPHIC, CIRCLE, und PAINT das einfache Zeichnen von Formen und das Arbeiten mit Farben, während SOUND und VOL die direkte Steuerung des TED-Chips zur Klangerzeugung erlaubten. Die Befehle des BASIC 3.5 legten den Grundstein für einfache Spieleentwicklung und experimentelle Programmierung, was den C16 vor allem in Bildungseinrichtungen und bei jungen Programmierern beliebt machte.

Mit dem TED (Akronym für Text EDitor) stellte Commodore ein letztes Mal einen Allrounder Chip vor: der unter der Bezeichnung MOS 7360 produzierte Baustein übernahm die Videoausgabe, erzeugte den einen 2 Kanal Sound, generierte den Takt und interpretierte die Eingaben von Joystick und Tastatur. All diese Aufgaben mussten zuvor durch etliche Chips (VIA oder CIA) verarbeitet werden, Commodore sparte mit dem TED Bauteile und damit Produktionskosten ein. Der Commodore 16 bietet primär einen Grafikmodus mit einer Auflösung von 320 × 200 Pixeln. Dabei kommen im Wesentlichen zwei Ansätze zum Einsatz:

  1. Bitmap-Modus
    Im Bitmap-Modus wird der Bildschirm pixelgenau adressiert. Der Bildschirm ist in kleine Zeichenfelder (typischerweise 8 × 8 Pixel) unterteilt, in denen einzelne Pixel direkt manipuliert werden können. Dies ermöglicht die Darstellung detaillierter Grafiken und Animationen. Dank des TED-Chips, der eine erweiterte Farbpalette von bis zu 121 Farben bereitstellt, können farbenreiche Darstellungen erzeugt werden – auch wenn nicht alle 121 Farben gleichzeitig genutzt werden können.
  2. Textmodus mit grafischen Erweiterungen
    Zusätzlich zum Bitmap-Modus bietet der C16 einen Textmodus, bei dem der Bildschirm in eine Matrix von Zeichenzellen (in der Regel 40 Spalten × 25 Zeilen) unterteilt ist. Hier können die Zeichen entweder als einfacher Text oder als Platzhalter für selbst definierte grafische Muster genutzt werden. Dieser Modus ist weniger speicherintensiv und eignet sich für Anwendungen, bei denen einfache grafische Effekte oder Animationen ausreichen.

Allerdings konnte der TED von der Hardwareseite keine Sprites erzeugen. Dies waren Grafikobjekte, die von der zuständigen Hardware über das Hintergrundbild eingeblendet wurden und mittels Joysticks beispielsweise gesteuert wurden. Pacman, Mario, Sonic oder Turrican, sie alle waren Sprites, aber auch alle gegnerischen Figuren wurden zumeist so dargestellt, dies nur zur Info. Bewegliche Objekte oder komplexe Animationen müssen also vollständig softwareseitig umgesetzt werden, was die CPU zusätzlich belastete. Obwohl der TED-Chip eine große Farbpalette bietet, sind die Farbinformationen oft auf bestimmte Bereiche (z. B. pro Zeichenfeld) begrenzt, was dynamische Farbwechsel erschwert. Da der TED-Chip wie beschrieben sowohl für die Grafik- als auch für die Soundausgabe verantwortlich ist, konnte es zu Timing-Problemen kommen, die die Leistung in grafisch anspruchsvollen Anwendungen beeinträchtigen.

Commodore verwendete achtpolige Mini-DIN-Anschlüsse für die Joysticks, obwohl der 9-Pol-Anschluss des Atari VCS 2600 als Standard galt. Vermutlich wollte Commodore mit dem Verkauf von Adaptern und Peripheriegeräten zusätzlichen Umsatz generieren. Auch die Datasette erhielt einen runden Mini-DIN-Anschluss. Der Erweiterungsport ermöglichte den Anschluss der Floppy 1551 und weiterer Geräte über einen durchgeschleiften Bus. Ein Userport, wie ihn der C64 besaß, und der als flexible Schnittstelle für Datenübertragung, Steuerungsaufgaben (Relais, Schalter oder Messgeräte) oder auch für Amateurfunkschnittstelle für Packet Radio diente, besaß der C16 nicht. Eine ungewöhnliche Angelegenheit, war dieser Port bisher auf allen Commodore Rechnern zu finden.
Die 264er-Reihe war ein Misserfolg. Weder war sie kompatibel zum C64, noch konnte der TED Hardware-Sprites erzeugen. Trotz eines erweiterten BASIC mit Grafikfunktionen nutzten die meisten Spiele diese nicht, da sie in Assembler programmiert wurden. Commodore unterschätzte die Bedeutung der Kompatibilität zum C64. Die Zielgruppe für einen preiswerten Heimcomputer war verschwunden, und C64-Besitzer sahen keinen Grund, auf ein leistungsschwächeres, fehleranfälliges System umzusteigen. Zudem war der TED-Chip anfällig: Überhitzung konnte ihn zerstören, ebenso das Ein- oder Ausstecken von Joysticks oder anderen Geräten im Betrieb. Erst spätere Modelle erhielten Schutzdioden.

Der C16 war vor allem für den europäischen Markt konzipiert und konnte überwiegend in spezialisierten Elektronik- und Computerfachgeschäften erworben werden. Darüber hinaus war er über Versandhändler und per Katalogbestellung erhältlich. In den USA, wo Commodore traditionell über Fachmärkte wie RadioShack vertreten war, spielte der C16 hingegen eine untergeordnete Rolle.
Schätzungen zufolge wurden rund 1,26 Millionen Einheiten verkauft – eine beeindruckende Zahl für viele Unternehmen, wenngleich Commodore mit dem C64 in einer ganz anderen Liga agierte. Ein bedeutender Abverkauf entstand zudem in den Filialen des Discounters Aldi, wo Restlagerbestände veräußert wurden. In diesen Verkaufsaktionen wurde der C16 zusammen mit einer Datasette 1531 und einem BASIC-Lernkurs als Lernpaket BASIC für 149 DM angeboten (inflationsbereinigt etwa 160 €). Weitere Restbestände fanden ihren Weg in die Ostblockstaaten, vor allem nach Ungarn, wo begeisterte Anwender, die sich die teureren Computer der sozialistischen Bruderstaaten nicht leisten konnten, zugreifen konnten. In dieser Region entstanden zudem zahlreiche inoffizielle Konvertierungen von C64-Spielen. Für den Commodore 16 wurden insgesamt 546 kommerzielle Videospiele veröffentlicht. Zusätzlich existieren zahlreiche Anwendungen, wobei die genaue Anzahl nicht exakt dokumentiert ist. Die deutsche Firma Kingsoft GmbH spielte eine bedeutende Rolle bei der Entwicklung und dem Vertrieb von Software für den C16 und bot eine breite Palette von Spielen und Anwendungen an.

In Mexiko wurde der Commodore 16 (C16) von 1985 bis 1992 als Einstiegscomputer verkauft. Die Supermarktkette Aurrerá vertrieb ihn in Zusammenarbeit mit dem lokalen Distributor Grupo Sigma S.A. unter dem Namen "Sigma-Commodore 16". Dieses Modell entsprach dem amerikanischen/europäischen C16, jedoch ohne die für die spanische Sprache benötigte "Ñ"-Taste; der einzige Unterschied war die angepasste Beschriftung. Aurrerá bot zudem Software, Peripheriegeräte und Bücher zur Programmierung von Commodore-Computern an. Diese Artikel wurden in speziellen Bereichen der Elektronikabteilung namens "El Universo de la Computación" präsentiert. Der Erfolg von Commodore in Mexiko basierte darauf, dass Kunden die Computer im Laden testen konnten, was dazu führte, dass sich Menschen trafen, um Spiele zu spielen und Programme in inoffiziellen Computerclubs auszutauschen.

Zwischen 1985 und 1989 fanden jährlich mindestens vier von Aurrerá, Grupo Sigma und Commodore gesponserte Software-Entwicklungswettbewerbe statt. Teilnehmer reichten Beiträge in den Kategorien Programmierung, Hardware-Modifikationen und Computergrafik für C16, C64, C128 und Amiga ein. Preise umfassten Geldbeträge, Commodore-Software und -Hardware sowie die Möglichkeit, die entwickelte Software über Grupo Sigma auf dem lokalen Markt zu veröffentlichen. Da die Gewinner-Software nur in Mexiko verkauft wurde, ist diese originale Software heute kaum noch zu finden. Mitte 1993 stellte Grupo Sigma die Unterstützung für Commodore-Produkte ein und konzentrierte sich auf den wachsenden und profitableren Markt der IBM-PC-kompatiblen Computer.

The Commodore 16 Games Pack Christmas Commercial Are You Keeping Up With The Commodore 1985

Matra Alice

Matra Alice

Matra Alice

Neben Großbritannien entwickelte besonders Frankreich Ambitionen in der Entwicklung eigener Hardware. Hierzu zählte auch der Matra & Hachette Ordinateur Alice, der, gemeinsam mit dem U.S. Unternehmen Tandy Corporation, entwickelt wurde. Tandy selbst konnte einige Kleincomputer vorweisen, unter anderem auf den TRS-80 Color Computer (CoCo), und war damit in der Lage dem französischen Hersteller unter die Arme zu greifen. Alice war im Grunde keine Neuentwicklung, sondern basierte auf dem zuvor genannten Rechner in der Low Cost Variante MC-10, der auf dem Markt der Einstiegscomputer dem Commodore VIC-20 (in Deutschland VC-20 „Volkscomputer) oder Sinclair ZX-81 Paroli bieten sollte. Was dem Anwender im Laden sofort ins Auge sprang, war das knallig, rote Äußere, das dieses Modell sofort von der Masse abhob.

Als Hauptprozessor diente jedoch kein typischer Vertreter jener Tage, wie beispielsweise der Zilog Z80 oder MOS 6502, sondern ein Vertreter der Motorola Familie, namentlich der 6803. Dieser taktete mit 0,89 Mhz. Neben der Grafikeinheit von Motorola namens 6847, die sich auch im Acorn Atom oder Dragon 32 wiederfand, bot der Matra Alice noch einen Tonkanal mit fünf Oktaven, sowie vier KByte Arbeitsspeicher. Viel zu wenig, wenn man an Modelle, wie den C64 oder gar den Texas Instruments TI 99/4A denkt. Interessanter war dagegen der Videoausgang: statt wie sonst üblich auf proprietäre Konnektoren oder aber einen RF Koaxial (Fernseh-)Stecker zu setzen, verpasste man Alice einen SCART Stecker.

Grafisch konnte Alice kaum Freude verbreiten: 160 x 125 Bildpunkte mit vier Farben waren nur möglich, sofern der Anwender den mickrigen Arbeitsspeicher auf acht KByte verdoppelt hatte. Auf einem acht KByte großen ROM bot man dem Anwender ein BASIC von Microsoft als Betriebssystem.

Das Alice im Rahmen des „Plan Informatique pour Tous – IPT“ (Informatik für alle) der französischen Regierung erschaffen wurde, der den etwa 11 Millionen Schülern die digitale Welt nahebringen sollte, merkte man den Rechner an, auch wenn dieser den die Ausschreibung als Standardmodell nicht gewonnen hatte. Lediglich 50 Spiele wurden für diesen kreiert, dafür zuhauf Lernprogramme und schulische Anwendungen.

Alice konnte die Anwender nicht für sie begeistern, trotz des schicken Äußeren. Zumindest hier konnte man erkennen, dass die Optik nicht alles ist. Man schätzt, dass zwischen 50.000 – 100.000 Einheiten verkauft wurden.

Cambridge Computers Z88

Cambridge Computers Z88

Der Cambridge Computers Z88 ist ein tragbarer Computer auf Basis des Zilog Z80-Prozessors, der mit einem fest installierten Software-Bundle an die Käufer ausgeliefert wurde. Entwickelt wurde der Z88 von der Firma Cambridge Computer Ltd., die von Clive Sinclair gegründet wurde. Ursprünglich basierte der Z88 auf dem Pandora-Projekt, das Clive Sinclair zuvor entwickelt hatte.

Der Computer hatte in seinen Grundmaßen die Größe eines DIN-A4-Blattes, wog jedoch mit fast einem Kilogramm deutlich mehr. Da die Prozessoren jener Zeit zu viel Energie verbrauchten, wurde eine energiesparende Version des damals populären Zilog Z80-Prozessors eingesetzt. Dieser hatte Zugriff auf 32 KByte RAM und 128 KByte ROM. Das ROM enthielt unter anderem die Applikation PipeDream, die nicht mit dem gleichnamigen Spiel verwechselt werden sollte. Stattdessen war PipeDream eine Software, die Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Datenbank in einem Programm vereinte. Neben weiteren Anwendungen stand dem Anwender auch ein BBC BASIC-Interpreter zur Verfügung, der sowohl auf dem BBC Micro als auch dem Sinclair ZX Spectrum genutzt wurde. Als Betriebssystem wurde OZ von Acorn verwendet.

Der Z88 war für seine Zeit durchaus erweiterungsfreundlich, da er bis zu 3,5 MByte RAM adressieren konnte. Zudem konnte der Arbeitsspeicher auch nach dem Entfernen der Batterien für eine gewisse Zeit vor Datenverlust geschützt werden. Dies wurde durch einen integrierten Kondensator ermöglicht, der den Speicherinhalt kurzzeitig sichern konnte. Mit vier AA-Batterien war es möglich, das System bis zu 20 Stunden ununterbrochen zu nutzen.

Zur Dateneingabe stand eine Membrantastatur zur Verfügung, die besonders leise arbeitete. Optional konnte per Software ein Klickgeräusch emuliert werden, falls der Anwender dies wünschte. Zur Datenausgabe war ein LC-Bildschirm integriert. Zur Speicherung von Daten standen drei Speicherkartenplätze zur Verfügung, die sowohl als RAM-, ROM- oder EPROM-Speicher genutzt werden konnten. Der dritte Steckplatz konnte zusätzlich EPROMs beschreiben.

Bis heute hat der Z88 eine treue Fangemeinschaft, die das Gerät noch immer im Alltag nutzt. Dies liegt nicht zuletzt an der Software, die bis heute für das System entwickelt wird, allerdings nur von privater Hand. Seit 1998 ist auch nichtflüchtiger Flashspeicher verfügbar, der es dem Anwender ermöglicht, Daten und Programme direkt auf Speicherkarten zu sichern. Kurz nach der Veröffentlichung wurden zudem Methoden entwickelt, um den internen Speicherchip durch eine größere Variante zu ersetzen. Dadurch konnte der interne RAM auf bis zu 512 KByte erweitert werden. Eine noch höhere Speicherausstattung ist nicht möglich, da der Z88 keinen weiteren RAM adressieren kann. Dieselbe Modifikation ermöglicht es auch, das ROM auszutauschen und das Betriebssystem zu aktualisieren.

Der Einführungspreis lag 1988 bei etwa 230 britischen Pfund, was inflationsbereinigt heute (2024) etwa 930 Euro entsprechen würde.

Fujitsu FM-8

Fujitsu FM-8

Fujitsu FM-8

Mit der Veröffentlichung des FM-8 stellte Fujitsu 1981 ihren zweiten Computer für den Massenmarkt vor. Vier Jahre zuvor kam der LKIT-8 Hobby-Computer auf den Markt, der allerdings noch als Selbstbaukit entwickelt worden war. Mit dem FM-8 hatte Fujitsu nun einen fertig montierten Homecomputer geschaffen, der sofort betriebsbereit war. Zudem war der Computer der erste einer langen Reihe von Modellen, die mit dem Kürzel FM (Fujitsu Micro) begann und mit dem FM-Towns zu einem Traumcomputer der frühen 1990er wurde. Der FM-8 war zudem der erste Heimcomputer, der mit 64 KByte DRAM ausgestattet war. Diese Speichergröße war zuvor ausschließlich Mainframe-Rechnern vorbehalten.

Zu seiner Veröffentlichung war der FM-8 ein beeindruckendes Stück Technik, das bereits mit zwei Prozessoren ausgestattet war und auf 64 KByte RAM Zugriff hatte. Ebenso wie der Computer GRiD Compass besaß er einen Bubble Memory (Magnetblasenspeicher), ein damals innovatives Datenspeicherverfahren. Dieses basierte auf einem dünnen Film mit zahlreichen kleinen Magnetbereichen (sogenannten Blasen), die jeweils 1 Bit speichern konnten. Der Vorteil dieser Technik war die Nichtflüchtigkeit, also die Fähigkeit, Daten auch nach dem Ausschalten des Computers zu behalten. In gewisser Weise war der Bubble Memory ein Vorläufer moderner SSD-Festplatten.

Das Betriebssystem des FM-8 war vielseitig und ermöglichte verschiedene Boot-Optionen. Nach dem Start erschien ein Boot-Menü, das den Zugriff auf das F-BASIC, DOS für Mini-Floppy-Disketten, den Bubble Memory und DOS für Standard-Floppy-Disketten ermöglichte. Besonders bemerkenswert war die breite Unterstützung verschiedener Zeichensätze. Neben 69 alphanumerischen Zeichen bot das System 63 Katakana-Zeichen und 62 grafische Symbole, alle in einer Zeichenauflösung von 8 x 8 Pixeln. In der höheren 16 x 16 Pixel-Auflösung konnten zusätzlich 2965 chinesische Zeichen sowie 453 nicht-chinesische Zeichen dargestellt werden. Dies erleichterte die internationale Vermarktung des Computers erheblich.

Eine der auffälligsten Innovationen war die Nutzung von zwei Prozessoren. Ein Prozessor war speziell für die Grafikdarstellung verantwortlich und verfügte über ein eigenes Boot-ROM. Wenn eine Grafikdarstellung benötigt wurde, erhielt der Grafikprozessor eine Anfrage vom Hauptprozessor und generierte daraufhin das Bild. Zur Kommunikation zwischen den beiden Prozessoren existierte ein eigener Speicherbereich, der jedoch mit nur 128 Bytes sehr begrenzt war. Diese Architektur führte zu einem erheblichen Leistungsengpass, insbesondere wenn der Hauptprozessor Befehle in diesen Speicher schrieb. Der Grafikprozessor konnte in dieser Zeit nicht auf die Daten zugreifen und musste warten, bis der Speicher freigegeben wurde. Das Problem wurde durch einen talentierten Programmierer bei Fujitsu namens Yamauchi gemildert. Er erkannte die Schwachstelle während der Entwicklung und implementierte zahlreiche Optimierungsroutinen in das BIOS. Dadurch wurde der FM-8 deutlich schneller, insbesondere bei Spielen, was seinen Ruf als leistungsstarken Spielcomputer förderte.

Der FM-8 verfügte über eine Vielzahl von Anschlussmöglichkeiten. Dazu gehörten Schnittstellen für Kassettenlaufwerke, serielle und parallele Anschlüsse, sowie spezielle Ports für externe Floppy-Disk-Laufwerke und Monitore. Diese Vielfalt machte den Computer sowohl für Heimanwender als auch für den professionellen Einsatz attraktiv.

Wirtschaftlich war der FM-8 in Japan recht erfolgreich, erreichte jedoch international nie die Marktstellung von Konkurrenzprodukten wie dem Apple II oder dem IBM PC. Der Verkaufspreis lag bei etwa 218.000 Yen, was inflationsbereinigt heute etwa 1.500 bis 1.800 Euro entsprechen würde. Presseberichte aus der Zeit lobten vor allem die hohe Speichergröße und die Zweiprozessor-Architektur, kritisierten jedoch die komplexe Handhabung und die gelegentlichen Leistungseinbrüche.

Verglichen mit anderen Computern der frühen 1980er-Jahre hatte der FM-8 einige innovative Funktionen, aber auch technische Schwachstellen. Während Konkurrenten wie der Apple II mit einer breiten Software-Unterstützung und einfacher Bedienung punkteten, setzte Fujitsu auf technische Innovationen, die jedoch nicht immer optimal umgesetzt waren. Dennoch legte der FM-8 den Grundstein für die erfolgreiche FM-Serie von Fujitsu, die mit späteren Modellen wie dem FM-7 und dem FM-Towns weiterentwickelt wurde.