National CF-2000

National CF-2000

National CF-2000Der National CF-2000, eingeführt im Oktober 1983, war ein MSX1-Computer, hergestellt von der japanischen Firma Matsushita Denki, die in Japan unter der Marke National und international als Panasonic bekannt war. Dieses Modell war Teil der "King-Kong"-Produktlinie von National und wurde speziell für den japanischen Markt entwickelt.

Im Inneren des CF-2000 arbeitete ein Z80A-Prozessor von NEC (D780C-1) mit einer Taktfrequenz von 3,58 MHz. Dieser 8-Bit-Prozessor war für seine Effizienz und Vielseitigkeit bekannt und fand in vielen Heimcomputern der 1980er Jahre Verwendung. Er führte Befehle sequentiell aus und konnte pro Taktzyklus eine Vielzahl von Operationen durchführen, was ihn für die damalige Zeit zu einer leistungsfähigen Wahl machte.
Der CF-2000 war mit 16 KB RAM ausgestattet, was für grundlegende Anwendungen ausreichend war. Für Nutzer mit höheren Anforderungen bot National das Modell CF-3000 an, das über 64 KB RAM verfügte und eine separate Tastatur besaß.

Als Massenspeicher diente ein externer Kassettenrekorder, der über einen speziellen Anschluss verbunden wurde. Dies war eine kostengünstige Lösung, die jedoch langsamer und weniger zuverlässig als spätere Diskettenlaufwerke war.

Der CF-2000 verfügte über mehrere Anschlüsse:
• RF-Ausgang für den Anschluss an Fernseher
• Composite-Video- und Audio-Ausgänge
• Anschluss für Datenrekorder
• Parallel Port für Drucker
• Zwei allgemeine Anschlüsse für Joysticks oder andere Peripheriegeräte
• Zwei Cartridge-Steckplätze für Software-Erweiterungen

Diese Vielfalt an Anschlüssen ermöglichte es den Nutzern, den Funktionsumfang des Computers erheblich zu erweitern.
In Bezug auf die Grafik bot der CF-2000 eine Auflösung von 256 x 192 Pixeln mit einer Farbtiefe von 16 Farben. Diese Spezifikationen ermöglichten für die damalige Zeit ansprechende grafische Darstellungen und Spiele. Der verwendete Soundchip, ein AY-3-8910, war in der Lage, dreistimmige Musik und Soundeffekte zu erzeugen, was die akustische Qualität vieler Anwendungen und Spiele verbesserte.

Der CF-2000 war mit dem MSX-BASIC-Betriebssystem ausgestattet, das auf einem 32 KB ROM gespeichert war. Dieses System ermöglichte es den Nutzern, eigene Programme zu schreiben und auszuführen, was zur Popularität des Computers beitrug. MSX-BASIC war die integrierte Programmiersprache aller MSX-Computer und basierte auf Microsoft Extended BASIC. Es wurde speziell für die MSX-Plattform entwickelt und bot eine benutzerfreundliche Umgebung zum Programmieren und zur Steuerung von Hardware-Komponenten. Die Syntax war einfach und leicht verständlich, da sie auf Zeilennummern basierte und direkte Befehle für Grafik, Sound und Dateiverwaltung enthielt.

Ein herausragendes Merkmal von MSX-BASIC war die direkte Unterstützung von Grafik- und Soundbefehlen. So konnte ein einzelner Befehl wie PSET (x,y),C einen Pixel an einer bestimmten Position setzen, während LINE (x1,y1)-(x2,y2),C eine Linie zwischen zwei Punkten zeichnete. Kreise wurden mit CIRCLE (x,y),r,C erstellt. Auch Musik konnte mit einfachen Befehlen wie PLAY "CDEFGAB" oder SOUND x,y programmiert werden. Zudem ermöglichte MSX-BASIC eine einfache Dateiverwaltung, indem Programme auf Kassetten oder Disketten gespeichert und geladen werden konnten. Durch Erweiterungen in Form von Modulen oder Cartridges ließ sich der Funktionsumfang zusätzlich vergrößern, beispielsweise durch das FM-PAC-Modul, das erweiterte Soundfähigkeiten bot.
Nachteilig war jedoch die begrenzte Speicherkapazität von 16 KB RAM, die für anspruchsvollere Anwendungen nicht ausreichte.

Der ursprüngliche Verkaufspreis des CF-2000 lag bei ¥59.800. Unter Berücksichtigung der Inflation entspricht dies etwa €450 im Jahr 2025. Diese Schätzung basiert auf durchschnittlichen Inflationsraten und Wechselkursen zwischen dem japanischen Yen und dem Euro über die Jahre.

TurboGrafx-16

TurboGrafx-16

TurboGrafx16Das TurboGrafx-16 und die PC Engine sind technisch eng miteinander verwandt, weisen jedoch einige Unterschiede auf, die vor allem durch ihre jeweilige Marktausrichtung bedingt sind. Die PC Engine (eine ausführliche Geschichte findet Ihr hier) wurde 1987 in Japan eingeführt und war für ihre kompakte Bauweise und starke Hardware bekannt. Das TurboGrafx-16 hingegen wurde für den nordamerikanischen Markt überarbeitet und 1989 veröffentlicht, was einige physische und technische Veränderungen mit sich brachte.

Einer der auffälligsten Unterschiede ist die Größe der beiden Konsolen. Die PC Engine ist mit ihren Maßen von etwa 14 cm × 14 cm die kleinste Heimkonsole ihrer Zeit, während das TurboGrafx-16 aufgrund von Marktanforderungen in Nordamerika deutlich größer ausfiel. Die US-Version misst etwa 28 cm × 19 cm, was vor allem an dem vergrößerten Gehäuse liegt, das an den westlichen Markt angepasst wurde. Diese Änderung hatte jedoch keinen Einfluss auf die interne Hardware, die weitgehend identisch blieb.

Technisch basieren beide Konsolen auf demselben Hauptprozessor, dem Hudson Soft HuC6280, einer erweiterten 8-Bit-CPU mit 16-Bit-Adressbus und einem Takt von 7,16 MHz. Die Grafikeinheit besteht aus zwei Custom-Chips, die eine maximale Auflösung von 512×242 Pixeln und 482 darstellbare Farben aus einer Palette von 512 ermöglichen. Diese Spezifikationen gelten sowohl für die PC Engine als auch für das TurboGrafx-16, sodass die Spiele visuell identisch sind.

Ein wesentlicher Unterschied zwischen den beiden Modellen liegt in der Kompatibilität mit Zubehör und Erweiterungen. Während die PC Engine zahlreiche regionale Varianten und Erweiterungen erhielt, wie das CD-ROM²-System und den SuperGrafx, hatte das TurboGrafx-16 nur eingeschränkten Zugang zu diesen Technologien. Zudem wurde der Expansion-Port leicht verändert, sodass einige japanische Add-ons ohne Adapter nicht kompatibel waren.

Ein weiterer Unterschied betrifft die Spielmodule, die sogenannten HuCards. Während die japanischen HuCards und die US-amerikanischen TurboChips technisch gleichwertig sind, wurde die Pinbelegung leicht modifiziert, wodurch Spiele aus der jeweils anderen Region ohne einen Adapter nicht direkt spielbar sind.

Zusätzlich gab es Anpassungen beim RF- und AV-Ausgang. Die PC Engine wurde in Japan mit einem RF-Modulator und später mit Composite-Video-Ausgang angeboten. Das TurboGrafx-16 verfügte standardmäßig über einen verbesserten AV-Anschluss, wodurch es einfacher war, die Konsole mit modernen Fernsehern zu verbinden.

Zusammenfassend sind die Hauptunterschiede zwischen der PC Engine und dem TurboGrafx-16 hauptsächlich kosmetischer Natur, mit einigen Anpassungen für den westlichen Markt. Die Hardware blieb in ihren Kernfunktionen identisch, doch die unterschiedliche Größe, Pinbelegung der HuCards und die Anpassungen der Anschlüsse führten dazu, dass die beiden Modelle ohne Adapter nicht vollständig untereinander kompatibel waren.

IBM Personal Computer/AT 5170

IBM Personal Computer/AT 5170

IBM PC ATDer IBM PC AT (Advanced Technology) wurde im August 1984 als Nachfolger des IBM PC vorgestellt und markierte einen bedeutenden Schritt in der Entwicklung der Personal Computer. IBM setzte mit diesem Modell neue Standards, insbesondere durch die Einführung des leistungsfähigen Intel 80286-Prozessors mit 6 MHz. Dieser Prozessor war ein wesentlicher Fortschritt gegenüber dem zuvor verwendeten Intel 8088, da er echte 16-Bit-Operationen unterstützte, einen erweiterten Adressraum von bis zu 16 MB bot und erstmals geschützten Modus-Betrieb ermöglichte, was den Grundstein für moderne Multitasking-Systeme legte.

Der IBM PC AT wurde von einem Entwicklerteam unter der Leitung von Don Estridge entwickelt, das bereits für den ursprünglichen IBM PC 5150 verantwortlich war. Estridge und sein Team setzten auf eine Architektur, die leistungsfähiger und zukunftssicher war, ohne dabei die Kompatibilität zur bestehenden IBM-PC-Plattform aufzugeben. Trotz der technischen Innovationen blieb der PC AT ein offenes System, was es Drittanbietern ermöglichte, Hardware- und Softwareerweiterungen zu entwickeln, wodurch der PC-Markt weiter florierte. Der Verkaufspreis des IBM PC AT lag bei seiner Markteinführung bei 3.995 US-Dollar für die Grundausstattung mit einer 20-MB-Festplatte und 256 KB RAM. Inflationsbereinigt entspricht dies etwa 12.000 Euro im Jahr 2025. Trotz des hohen Preises fand der PC AT eine breite Käuferschicht in Unternehmen und professionellen Umgebungen, da er deutlich mehr Leistung und Speicherplatz als sein Vorgänger bot.

Der Aufbau des IBM PC AT folgte dem klassischen Desktop-Design mit einem robusten Stahlgehäuse. Im Inneren bot er Platz für Erweiterungskarten im ISA-Format (Industry Standard Architecture), das mit 16 Bit breiter ausgelegt war als die 8-Bit-ISA-Slots des ursprünglichen IBM PC. Diese Erweiterung sorgte für schnellere Datenübertragungen und eine bessere Anbindung an Peripheriegeräte. An Anschlüssen verfügte der PC AT über serielle und parallele Schnittstellen, was den Anschluss von Druckern, Modems und anderen externen Geräten erleichterte. Zudem wurden erstmals AT-Tastaturen mit verbesserter Ergonomie und erweiterten Funktionstasten eingeführt, die sich langfristig als Standard etablierten.

Als Massenspeicher setzte IBM erstmals standardmäßig auf eine Festplatte mit einer Kapazität von 20 MB, was eine erhebliche Verbesserung gegenüber den früheren 5,25-Zoll-Diskettenlaufwerken mit geringer Speicherkapazität darstellte. Dennoch waren weiterhin zwei 5,25-Zoll-Diskettenlaufwerke vorhanden, um die Kompatibilität mit bestehender Software sicherzustellen. Die Festplatte war zudem über den erstmals verwendeten AT-Bus angebunden, der sich später als IDE-Schnittstelle weiterentwickelte und die Grundlage für spätere Massenspeicherlösungen legte. Die Grafikausgabe des IBM PC AT war flexibel gestaltet, da er je nach Konfiguration mit verschiedenen Grafikkarten ausgestattet werden konnte. Die verbreitetsten Optionen waren die CGA-Karte (320x200 Pixel bei 4 Farben) sowie die fortschrittlichere EGA-Karte (640x350 Pixel bei bis zu 16 Farben). Diese Grafikhardware machte den PC AT für professionelle Anwendungen wie CAD-Software und Geschäftsgrafiken attraktiv. Die Bildschirmausgabe erfolgte über einen separaten Monitor, da der PC AT selbst keine integrierte Anzeigeeinheit besaß.

Der Sound des IBM PC AT war sehr rudimentär. Wie sein Vorgänger besaß er lediglich einen einfachen Systemlautsprecher, der nur einfache Pieptöne erzeugen konnte. Dies war insbesondere im Vergleich zu Computern wie dem Commodore Amiga oder dem Atari ST, die über fortschrittlichere Soundchips verfügten, ein klarer Nachteil. Erst durch den späteren Einsatz von Soundkarten, wie der AdLib oder Sound Blaster, wurde der PC AT für Multimedia-Anwendungen tauglich.

Als Betriebssysteme kamen MS-DOS 3.0 und PC DOS 3.0 zum Einsatz, die für die 16-Bit-Architektur optimiert waren. Zudem wurde erstmals IBM's Xenix, eine Unix-Variante, unterstützt, was den PC AT für professionelle und wissenschaftliche Anwendungen besonders interessant machte. MS-DOS war jedoch das dominierende Betriebssystem, da es eine große Softwarebasis bot und von den meisten Drittanbietern unterstützt wurde.

Der IBM PC AT verkaufte sich in den ersten Jahren hervorragend und trug maßgeblich zur Verbreitung der IBM-PC-Architektur bei. Obwohl genaue Verkaufszahlen schwer zu ermitteln sind, wird geschätzt, dass mehrere Hunderttausend Einheiten verkauft wurden, bevor er Ende der 1980er Jahre durch den IBM PS/2 abgelöst wurde. Die Popularität des PC AT führte auch dazu, dass zahlreiche Nachbauten von anderen Herstellern auf den Markt kamen, wodurch der Begriff "AT-kompatibel" entstand und sich langfristig als Industriestandard durchsetzte. Die ersten AT-kompatiblen Computer wurden von Unternehmen wie Compaq, Olivetti und Tandy produziert. Compaq brachte mit dem Compaq Deskpro 286 eines der ersten Geräte auf den Markt, das die Architektur des IBM PC AT nachbildete und teilweise verbesserte. Olivetti entwickelte den M24, der in Europa populär wurde und sich durch eine hohe Verarbeitungsqualität und erweiterte Grafikkapazitäten auszeichnete. Tandy bot mit dem Tandy 3000 ein eigenes AT-kompatibles Modell an, das sich vor allem durch sein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis auszeichnete. Diese frühen AT-Klone trugen erheblich dazu bei, dass die IBM-PC-Plattform noch weiter verbreitet wurde und sich als Industriestandard etablierte.

Gegenüber Konkurrenzmodellen wie dem Apple Macintosh oder dem Commodore Amiga hatte der IBM PC AT Vor- und Nachteile. Während er durch seine Rechenleistung, Speichererweiterbarkeit und offene Architektur punkten konnte, hinkte er in den Bereichen Grafik und Sound hinterher. Apple setzte beim Macintosh auf eine hochauflösende monochrome Darstellung mit einer grafischen Benutzeroberfläche, während der Amiga durch seine fortschrittliche Grafik- und Soundhardware besonders für kreative Anwendungen und Spiele prädestiniert war. Dennoch setzte sich der PC AT langfristig durch, da er durch seine Erweiterbarkeit und den breiten Support von Software- und Hardwareherstellern eine universelle Plattform bot.

Insgesamt war der IBM PC AT ein Meilenstein in der PC-Geschichte, der die Richtung für zukünftige Personal Computer vorgab. Seine fortschrittliche Hardware, insbesondere der Intel 80286, legte den Grundstein für leistungsfähigere Computer, während sein offenes Design den Markt für PC-Erweiterungen und -Zubehör ankurbelte. Trotz seiner Schwächen in den Bereichen Grafik und Sound war der PC AT ein erfolgreiches Modell, das die Verbreitung der IBM-PC-Architektur weiter vorantrieb und den Weg für die nächsten Generationen von Computern ebnete.

Fujitsu FM-11 EX

Fujitsu FM-11 EX

Der Fujitsu FM-11 EX wurde im November 1982 als leistungsstarker Personal Computer vorgestellt und richtete sich als High-End-Modell an professionelle Anwender und Unternehmen. Während sein Schwestermodell, der massentaugliche FM-7, eher für den Heim- und Bildungsmarkt konzipiert war, setzte Fujitsu mit dem FM-11 EX auf den Einsatz in Geschäftsumgebungen und technischen Anwendungen. Der Rechner bot erweiterte Funktionen und mehr Rechenleistung, um komplexe Aufgaben bewältigen zu können.

Besonders hervorzuheben war die Dual-Prozessor-Architektur des FM-11 EX. Er kombinierte einen 16-Bit-Intel 8088 mit 8 MHz und einen 8-Bit-Motorola 68B09E mit 2 MHz. Diese ungewöhnliche Konfiguration erlaubte es, je nach Softwareanforderung entweder auf die Rechenstärke des 16-Bit-Prozessors zuzugreifen oder von der Effizienz des 8-Bit-Chips zu profitieren. Der Intel 8088 basierte auf der damals noch jungen x86-Architektur und konnte pro Taktzyklus mehrere Befehle parallel verarbeiten, was ihn insbesondere für geschäftliche Anwendungen mit hohem Datenaufkommen attraktiv machte. Der Motorola 68B09E war hingegen für seine optimierte Befehlsverarbeitung bekannt und kam häufig in eingebetteten Systemen zum Einsatz, etwa in Steuerungs- und Automatisierungslösungen.

Die Anschlussmöglichkeiten des FM-11 EX waren vielfältig und auf eine professionelle Nutzung ausgerichtet. Neben seriellen und parallelen Schnittstellen für Drucker und andere Peripheriegeräte bot das System Erweiterungsmöglichkeiten für externe Massenspeicher und Netzwerkverbindungen. Standardmäßig war der Rechner mit zwei 5-Zoll-Diskettenlaufwerken ausgestattet, die jeweils 1 MB an Daten speichern konnten – eine für die damalige Zeit beachtliche Kapazität. Zudem ließ sich das System durch zusätzliche Speichererweiterungen aufrüsten, was es für Unternehmen besonders zukunftssicher machte.

Die grafischen Fähigkeiten des FM-11 EX waren für ein Business-System der frühen 1980er Jahre beeindruckend. Mit einer Auflösung von bis zu 640×400 Pixeln und einer Farbdarstellung von 8 bis maximal 16 Farben bot er eine für professionelle Anwendungen ausreichende Bildqualität. Dies machte ihn insbesondere für den Einsatz in technischen Zeichnungen, Diagrammen und komplexen Geschäftsanwendungen attraktiv. Dennoch blieb die grafische Leistung hinter den speziell für den Heimcomputer-Markt entwickelten Systemen wie dem NEC PC-8801 zurück, der eine breitere Farbpalette bot.

Ein Schwachpunkt des FM-11 EX war sein begrenztes Audiosystem. Während viele Konkurrenzmodelle bereits über programmierbare Soundchips verfügten, war der FM-11 EX lediglich mit einem einfachen Piepser ausgestattet. Dies schränkte seine Nutzung für Multimedia-Anwendungen und Spiele erheblich ein, was jedoch für seinen primären Einsatzbereich im Unternehmensumfeld nur eine untergeordnete Rolle spielte.

Softwareseitig bot der FM-11 EX eine bemerkenswerte Flexibilität. Er unterstützte CP/M-86 für 16-Bit-Anwendungen und F-BASIC für 8-Bit-Software, wodurch Unternehmen eine breite Palette an Programmen nutzen konnten. Diese Vielseitigkeit machte den FM-11 EX zu einer interessanten Wahl für Firmen, die sowohl neue 16-Bit-Software als auch bestehende 8-Bit-Lösungen weiterverwenden wollten.

Der Einstiegspreis des FM-11 EX lag 1982 bei 398.000 Yen. Inflationsbereinigt entspricht dies etwa 1.200 Euro im Jahr 2025. Aufgrund des hohen Preises war der Rechner hauptsächlich in Unternehmen und professionellen Umgebungen anzutreffen. Genaue Verkaufszahlen sind nicht überliefert, doch ist bekannt, dass die FM-11-Serie Mitte der 1980er Jahre durch die leistungsfähigere 16-Bit-FM-16β-Serie abgelöst wurde.

Gegenüber Konkurrenzmodellen wie dem NEC PC-8801 hatte der FM-11 EX einige Vorteile, darunter seine fortschrittliche Dual-Prozessor-Architektur und seine höhere Auflösung. Allerdings fehlte ihm eine dedizierte Soundhardware, und er war nicht vollständig IBM-PC-kompatibel, was seine Verbreitung außerhalb Japans einschränkte. Dennoch stellte er einen wichtigen Meilenstein in der Geschichte der Fujitsu-Computer dar und war insbesondere für spezialisierte Geschäftsanwendungen eine flexible und zukunftssichere Lösung.

Insgesamt war der FM-11 EX ein technologisch innovatives System, das durch seine Dual-Prozessor-Architektur und seine vielseitige Softwareunterstützung auffiel. Er bot eine für professionelle Nutzer gut abgestimmte Mischung aus Rechenleistung, Speicherkapazität und Erweiterungsmöglichkeiten, wurde aber durch seine eingeschränkten Multimedia-Fähigkeiten und seine begrenzte internationale Verfügbarkeit ausgebremst. Trotzdem bleibt er ein bemerkenswertes Beispiel für Fujitsus Innovationskraft in der frühen Ära der Personal Computer.

Apple II+

Apple II+

Apple II+Ganz klar, das Unternehmen aus Cupertino hatte mit dem Apple II einen riesigen Erfolg auf denMarkt gebracht, der sich vor der Konkurrenz nicht verstecken musste. Im Juni 1979 ersetzte dann das „Plus“ Modell den Erfolgsgaranten und konnte den bisherigen Erfolg international ausbauen. Das Modell gehörte zu den ersten Rechnern des Apple Konzerns, dass nun auch in Europa erhältlich war, hier unter dem Namen Apple ][ europlus. Die Unterschiede waren gering, es wurden lediglich die Netzspannung auf 220, statt 110 Volt, ein geändertes Tastaturlayout und die Bildwiederholrate (von 50 auf 60 Hz) geändert. Entwickelt wurde der Apple II+ maßgeblich von Steve Wozniak, einem der Mitbegründer von Apple. Wozniak, geboren 1950, war ein talentierter Ingenieur und Erfinder, der für seine minimalistischen und effizienten Designs bekannt war. Seine Arbeit am Apple II+ legte den Grundstein für Apples Erfolg im Personal-Computer-Markt.

Wie auch sein Vorgänger setzte man als Hauptprozessor auf den 6502 von MOS Technology, der mit einer Taktrate von 1,02 MHz arbeitete. Dieser 8-Bit-Prozessor war für seine Effizienz und Kosteneffektivität bekannt und ermöglichte es dem Apple II+, eine Vielzahl von Anwendungen auszuführen. Der 6502 nutzte eine reduzierte Anzahl von Befehlen, was zu einer einfacheren und schnelleren Verarbeitung führte.

Besaß der Vorgänger noch putzige 4 KByte Arbeitsspeicher (der natürlich auf bis zu 64 KByte aufrüstbar war), durften Apple II+ Käufer bereits von Werk aus auf 48 KByte zugreifen. Der Apple II+ verfügte über ein kompaktes Gehäuse mit integrierter Tastatur. Das Motherboard bot mehrere Erweiterungssteckplätze, die es den Benutzern ermöglichten, zusätzliche Hardware wie Speichererweiterungen oder Schnittstellenkarten zu installieren. Diese modulare Architektur förderte die Anpassungsfähigkeit des Systems an individuelle Bedürfnisse.

Der Apple II+ war mit verschiedenen Anschlüssen ausgestattet, darunter ein Composite-Videoausgang für den Anschluss an Monitore oder Fernseher, ein Kassettenanschluss für Datenspeicherung auf Audiokassetten sowie mehrere Erweiterungssteckplätze für Peripheriegeräte. Diese Schnittstellen ermöglichten eine flexible Nutzung und Erweiterung des Systems. Standardmäßig nutzte der Apple II+ Kassettenlaufwerke zur Datenspeicherung. Mit der Einführung des Disk-II-Systems konnten 5,25-Zoll-Disketten mit einer Kapazität von 140 KB verwendet werden, was den Zugriff auf Daten erheblich beschleunigte und die Benutzerfreundlichkeit steigerte. Für den Apple II+ waren zahlreiche Peripheriegeräte geplant und verfügbar, darunter Drucker, Modems und Speichererweiterungen. Eine besonders beliebte Erweiterung war die Z80-Karte, die es ermöglichte, CP/M-Software auszuführen und somit den Zugriff auf eine breite Palette von Geschäftsanwendungen zu erhalten.
Der Apple II+ unterstützte verschiedene Grafikmodi, darunter einen Low-Resolution-Modus mit 40×48 Pixeln und 16 Farben sowie einen High-Resolution-Modus mit 280×192 Pixeln und sechs Farben. Diese Grafikfähigkeiten ermöglichten die Darstellung einfacher Grafiken und trugen zur Vielseitigkeit des Systems bei. Anders beim Apple ][ europlus: dieser war nur mittels einer Zusatzkarte farbfähig und das auch mehr schlecht als recht. Moiré-Effekte und zitternde Bilder ließen keine Herzen höher schlagen.

In Bezug auf die Audioausgabe verfügte der Apple II+ über einen eingebauten 1-Bit-Lautsprecher, der einfache Töne und Geräusche erzeugen konnte. Für anspruchsvollere Soundausgaben standen optionale Erweiterungen wie das Mockingboard zur Verfügung, das mehrstimmige Klänge und verbesserte Audioqualität bot.

Als Betriebssystem diente hauptsächlich Apple DOS, das den Zugriff auf Diskettenlaufwerke und die Verwaltung von Dateien ermöglichte. Zusätzlich waren Applesoft BASIC, ein von Microsoft lizenziertes BASIC-Interpreter, sowie andere Betriebssysteme wie Apple Pascal und CP/M (mit entsprechender Hardware-Erweiterung) verfügbar.

Bei seiner Markteinführung lag der Preis des Apple II+ je nach Ausstattung zwischen 1.095 und 1.455 US-Dollar. Inflationsbereinigt entspricht dies etwa 3.800 bis 5.000 Euro im Jahr 2025. Diese Preisspanne machte den Apple II+ zu einer erschwinglichen Option für viele Privatanwender und Bildungseinrichtungen. Zwischen 1979 und 1982 wurden etwa 380.000 Einheiten des Apple II+ verkauft. Diese Verkaufszahlen festigten Apples Position im aufstrebenden Computermarkt und demonstrierten die wachsende Nachfrage nach personalisierten Computern.
Im Vergleich zu Konkurrenzmodellen wie dem Commodore PET und dem Tandy TRS-80 bot der Apple II+ eine größere Erweiterbarkeit und eine aktivere Entwicklergemeinschaft. Allerdings war der Apple II+ teurer als einige seiner Konkurrenten, was für preisbewusste Käufer ein Nachteil sein konnte.

Dennoch machten seine Flexibilität und die Verfügbarkeit von Software wie VisiCalc ihn zu einer bevorzugten Wahl für viele Anwender. VisiCalc, eine Tabellenkalkulationssoftware, wurde exklusiv für den Apple II entwickelt und trug erheblich zum kommerziellen Erfolg des Computers bei. In den drei Monaten nach der Veröffentlichung von VisiCalc verdreifachte sich der Umsatz von Apple, und viele Käufer erwarben den Apple II+ ausschließlich für die Nutzung dieser Software.

Der Apple II+ wurde übrigens nicht nur von Apple direkt verkauft, sondern auch von Bell & Howards, die diesen allerdings in einen schwarzen Gehäuse verpackten und der ausschließlich für schulische Einrichtungen gedacht war. Das Gehäuse war schwer zu öffnen, damit Schüler nicht selbst an den Innereien herum spielen konnten. Somit konnte, anders als der Apple II+ von Apple, diese Version eine UL Zertifizierung bekommen, die wiederum notwendig war, um als Schulcomputer Verwendung zu finden. Zusätzlich erhielt dieses System ein spezielles audiovisuelles Zubehör, um nicht nur als Computer, sondern auch als audiovisuelles Equipment verkauft zu werden. Neben den Macintosh TV, war dies die einzige schwarze Variante eines Apple Computers.

 

Spectravideo SV-318

Spectravideo SV-318

Spectravideo SV-318Der US-amerikanische Computerhersteller versuchte sich mit der nach ihr benannten Modellreihe einen Teil des Kuchens, der sich mit dem Erwachen des Heimcomputers bildete, zu sichern. Als Basismodell stellte das Unternehmen den SV-318 dar, dessen Namen mich eher an einen verschollenen Planeten aus der Aliens Filmreihe erinnerte, mit diesem in keinem Zusammenhang stand, wenn er auch von der Optik durchaus Dienst auf der Nostromo hätte führen können. Wie viele Computer dieser Zeit, mit einem Zilog Z80A (3,6 MHz) den Computer antrieb. Jedoch waren 16 KByte Arbeitsspeicher 1983 keine PR-Waffe gegenüber dem Atari 800 mit 48 oder dem C64 mit 64 KByte. Zusätzlich besaß das Modell noch 16 KByte Videospeicher, der jedoch ausschließlich für die Ausgabe an den Monitor zuständig war und somit auch nicht zum eigentlichen Speicher hinzugezählt werden konnte. Mittels einer extern anschließbaren Erweiterungsbox war es auch diesem Computer möglich über sich hinaus zu wachsen. Die Bildschirmauflösung betrug 256 x 192 Pixel, und der SV-318 konnte bis zu 16 Farben und 32 monochrome gleichzeitig Sprites darstellen. Als Tongenerator pflanzten die Ingenieure den AY-3-8910 auf das Board. Diesen fand man auch in anderen Heimcomputern jener Zeit, beispielsweise dem Amstrad CPC, GX4000, ZX Spectrum oder auch dem Vectrex.

Spectravideo gab dem SV-318 eine Radiergummitastatur mit auf den Weg, die sicherlich nur wenige Freunde fand. Interessanter war jedoch das Cursorpad auf der rechten Seite, das im Zentrum ein markantes Loch aufwies. Dies war nicht als temporärer Zigarettenhalter gedacht, sondern konnte roten Joystick aufnehmen, der praktischerweise bereits mitgeliefert wurde. Ein zusätzlicher Kauf war damit obsolet geworden, der Anschluss eines weiteren Joysticks aber dennoch möglich. Anschlüsse waren reichlich vorhanden: Ein Modulschacht für Spiele-Cartridges, ein Erweiterungsport für Peripheriegeräte und eine Schnittstelle für einen Kassettenrekorder zur Datenspeicherung. Optionales Zubehör wie ein Grafiktablett oder zusätzliche Controller erweiterten die Einsatzmöglichkeiten des Rechners.

Interessant ist, dass der SV-318 als direkter Vorläufer des MSX-Standards gilt. Die Zusammenarbeit mit Microsoft und ASCII Corporation bei der Entwicklung des Systems legte den Grundstein für den späteren MSX-Standard, der in Japan und Europa großen Erfolg hatte. Als Betriebssystem werkelte das Microsoft Extended BASIC, was irritierenderweise leicht mit dem BASIC des MSX Standards verwechselt werden kann. Der SV-318 ist auch nicht vollständig mit dem Standard kompatibel. Für fortgeschrittenere Anwendungen konnte der SV-318 über ein externes Diskettenlaufwerk auch CP/M ausführen, was ihn für kleinere Unternehmen und Entwickler interessanter machte.

Auf der Winter CES in Las Vegas wurde dem Publikum der Rechner vorgestellt, zugleich kündigte man den Videospieladapter SV-603 an, der es dem Anwender für 70$ erlauben sollte, sämtliche Spiele der ColecoVision Videospielkonsole zu verwenden. Ein guter Schachzug, wenn man bedenkt, dass zu dieser Zeit der Videospielemarkt zusammenbrach. So war es möglich dem potenziellen Käufer eine Daseinsberechtigung seiner alten Spiele zu gewährleisten und damit einen Kaufanreiz zu schaffen.

Die Presse lobte das Gerät als Einstiegsmodell, bemängelte jedoch die Tastatur und die überschaubare Softwareauswahl. Insgesamt wurden mehr als 130 Spiele für das System geliefert.

Bandai RX-78

Bandai RX-78

Bandai RX-78

Bandai RX-78

Wenn ein Anime Fan oder ein Computerfan auf den Bandai RX-78 angesprochen wird, ist es nicht unwahrscheinlich zwei unterschiedliche Antworten zu erhalten. Der Anime Fan erinnert sich mit aller Wahrscheinlichkeit und glänzenden, sowie feuchten Augen an den etwa 20 Meter großen Mecha aus der Serie Mobile Suit Gundam von Yoshiyuki Tomino und Sunrise. Der versierte Nerd hingegen denkt an den raren 8bit Heimcomputer des Spielzeugherstellers Bandai, die neben ihrer erfolgreichen Marken nun auch im Computersektor Fuß fassen wollten. Wieso also nicht einen Rechner präsentieren, der ursprünglich als Ergänzung zur Anime Serie konzipiert wurde?

Ausgestattet mit den üblichen Verdächtigen, einem mit 4,1 MHz getaktetem Zilog Z80 Prozessor Klon (SHARP LH0080A), 30 KByte Arbeitsspeicher, der zudem noch erweiterbar war und einem 8 KB großem ROM (Read Only Memory), der als Betriebssystem dem Anwender BASIC zur Verfügung stellte. Garniert wurde die Hardware mit dem Audiochip SN76489 aus dem Hause Texas Instruments, der sich in zahlreichen Variationen und Klone auch bei Sega (SG-1000 etwa), dem Neo Geo Pocket oder dem Coleco Vision wiederfand. Dieser konnte drei Tonkanäle (mit bis zu vier Oktaven), sowie einen Rauschgenerator zur Soundausgabe vorweisen. Grafisch stellte der RX-78 maximal 192 x 184 Bildpunkte zur Verfügung, die auf einer Farbpalette von 27 Farbtönen basierte. Jedoch konnten nur acht Farben gleichzeitig verwendet werden. Im Textmodus wurden 30 × 23 Zeichen mit einer 6 × 8 Pixel-Schriftart angezeigt.

Geplante Peripheriegeräte umfassten zusätzliche Speichererweiterungen und spezialisierte Controller, um die Funktionalität des Systems zu erweitern. Der RX-78 war in erster Linie als Spielmaschine konzipiert und wurde mit zwei Joysticks ausgeliefert. Es wurden etwa 20 Spiele veröffentlicht, darunter Titel wie "Cannon Ball", "Challenge Golf" und "Mobile Suit Gundam: Luna Two no Tatakai". Zusätzlich gab es einige Bildungs- und Anwendungsprogramme wie "ABC Tangou Game" und "Music Master". Allerdings war die Verfügbarkeit von Software begrenzt, und die proprietären Anschlüsse erschwerten die Kompatibilität mit Standard-Peripheriegeräten.

Im Juli 1983 zeigte sich die Fachpresse durchaus interessiert an dem Modell, für den Bandai inflationsbereinigt heute etwa 617 Euro als Startpreis verlangte. Jedoch war sie sich auch bewusst, dass der Markt bereits etliche Exoten aufgenommen hatte, die sich gegen Giganten, wie etwa dem C64 oder dem japanischen PC-8801 aus dem Hause NEX kaum behaupten konnten. Ein Computer lebt mit und durch die verfügbare Software und hier konnte sich Bandai nicht erfolgreich genug auf dem Markt positionieren.

Bandai selbst gibt kaum Auskunft über die tatsächliche Anzahl an verkauften Einheiten. Die Schätzungen gehen von etwa 10.000 Einheiten aus, viel zu wenig, um eine ausreichende Bedrohung auf die westlichen Systeme auszuüben. Dennoch oder möglicherweise deswegen ist dieser Rechner ein rares und begehrtes Sammlerstück. Bandai selbst gab ihr Ansinnen nicht auf. Der Rechteinhaber der Power Rangers und des Tamagotchis versuchte sich auch später auf dem digitalem Sektor, beispielsweise mit dem Wonder Swan.

Luxor ABC 80

Luxor ABC 80

Luxor ABC 80Nicht nur die üblichen Verdächtigen entwickelten in den Pioniertagen Homecomputer Modelle, auch eher international unbekannte Unternehmen wagten sich in dieser digitalen Goldgräberzeit an das neue Medium. Zu diesen weniger bekannten Namen gehörte auch das schwedische Unternehmen Luxor, das mit dem ABC 80 wichtige Marktanteile, vor allem in der Heimat, sichern wollte. Dabei setzte man auf Dataindustrier AB, dessen Kind der ABC 80 war. Der gesamte Computer wurde dort, gemeinsam mit Scandia Metric, die zuvor einschlägige Erfahrungen sammeln konnten, entwickelt. Luxor selbst war in Schweden als einer der größten TV Geräte Hersteller bekannt und besaß daher auch die entsprechenden Kapazitäten und Einrichtungen, um den ABC 80 zu fertigen. Darüber hinaus konnte praktischerweise ein modifizierte 12“ Schwarz-Weiß-Fernseher als spezieller Monitor verkauft werden, der sich nur in wenigen Merkmalen von seinen Vorfahren unterschied. Im Textmodus konnten 40 x 24 Zeichen dargestellt werden. Der Grafikmodus ermöglichte ein Bild von 78 x 72 Pixeln.
Technisch setzte das Modell auf die gleichen Merkmale, wie auch die meisten Rechner dieser Zeit: ein 3 MHz schneller Zilog Z80, daher der Namenszusatz „80“, dem vom Werk 16 KByte RAM zur Seite standen. Bastelfreudige Anwender konnten den Speicher bis zu 32 KByte ausbauen. Ein Texas Instruments SN76477 bot dem System einen Audiokanal und war sonst in dieser Form in keinem anderen Heimcomputer eingesetzt worden. Lediglich die Spielhallenautomaten Space Invaders, Stratovox oder Vanguard nutzten ebenfalls diesen Chip. Dies lag in erster Linie an den limitierten Eigenschaften des Chips, der keine Veränderungen der integrierten 96 Sounds erlaubte. Zur Speicherung der Daten stand dem Anwender ein Kassettenrekorder Anschluss zur Verfügung, die Datenübertragung erfolgte mit einer Geschwindigkeit von etwa 300 Baud, was typisch für Heimcomputer der späten 1970er war. allerdings war es auch möglich zwei 5,25" Diskettenlaufwerke zu betreiben.Das Betriebssystem des Luxor ABC 80 bestand im Wesentlichen aus einem im ROM integrierten BASIC-Interpreter, der speziell für diesen Computer entwickelt wurde. Anders als viele zeitgenössische Heimcomputer, die auf Microsoft BASIC setzten, nutzte der ABC 80 eine eigene Variante, die an die Hardware des Systems angepasst war. Eine Besonderheit des ABC 80 war die Geschwindigkeit seines BASICs: Es galt als eines der schnellsten BASIC-Derivate seiner Zeit, da es effizienteren Maschinencode nutzte als viele Konkurrenzprodukte.

Zum Verkaufsstart kostete der ABC 80 rund 1.400 US-Dollar, was inflationsbereinigt heute etwa 5.500 Euro entspricht. Sein Design war robust, mit einem Kunststoffgehäuse und einer integrierten Tastatur. Interessanterweise wurde der ABC 80 in Ungarn unter dem Namen BRG ABC80 mit einem Metallgehäuse produziert. Diese Version unterstreicht die internationale Relevanz des Systems, auch wenn es hauptsächlich in Skandinavien verbreitet war.

Gegenüber seinen damaligen Kontrahenten konnte sich der ABC 80 auf dem Markt gut positionieren, die meisten Modelle dieser Zeit waren lediglich erweiterte Tischrechner, sündhaft teure Bürocomputer oder aber Selbstbaukits. Innerhalb Schwedens verkaufte sich der Computer praktisch von selbst und konnte eine starke Anhängerschaft aufbauen. Endlich war es möglich mit einem landesspezifischen Computer BASIC zu erlernen. Innerhalb von zwei Jahren wurden mehr als 10.000 Einheiten verkauft und bis 1984 dominierte Luxor den gesamten Markt des Heimatlandes. Als jedoch Computer, wie der Commodore C64, international immer mehr an Bedeutung gewannen, konnte auch Luxor nicht mehr dagegenhalten und verlor drastisch Marktanteile.

Yamaha C1 Music Computer

Yamaha C1 Music Computer

Das japanische Unternehmen Yamaha baute im Laufe seiner Karriere nicht nur Feuerstühle und Klavierkonzerte, sondern tatsächlich auch ein Laptop, dass allerdings nicht direkt für den Musikprofi entwickelt wurde, der bei Sonnenuntergang eine Partitur für das japanische Philharmonie Orchester kreieren würde, sondern vielmehr für den Einsatz im Backstage oder Aufnahmen gedacht war. Die Entwicklung des C1 wurde von Yamahas spezialisierten Ingenieurteams durchgeführt, die bereits Erfahrung in der Entwicklung von Musikinstrumenten und Audiotechnologie hatten. Ihr Ziel war es, einen Computer zu schaffen, der die spezifischen Anforderungen von Musikern erfüllte.

Als Alleinstellungsmerkmal dienten hierbei die acht (!) MIDI Output Ports, die selbst die ausgewachsenste Band professionell unterstützen konnte. Zusätzlich standen zwei MIDI Input und ein Through Port zur Verfügung. Damit setzte er neue Maßstäbe in der Musiktechnologie.

Kernstück war ein Intel 80286 mit 8 MHz der per Knopfdruck auf 10 MHz angehoben werden konnte. Dieser 16-Bit-Prozessor ermöglichte eine effiziente Verarbeitung von Daten und war für Multitasking-Anwendungen geeignet, was für die Anforderungen der Musikproduktion von Vorteil war. Unterstützt wurde dieser von einem Megabyte Arbeitsspeicher. Eine Aufrüstung des Speichers war natürlich möglich. Als Massenspeicher dienten zwei 3,5-Zoll-Diskettenlaufwerke mit einer Kapazität von jeweils 720 KB. Ein internes Festplattenlaufwerk war optional erhältlich und bot zusätzlichen Speicherplatz für umfangreichere Projekte. Der C1 verfügte über einen eingebauten Soundchip, der grundlegende Audiofunktionen unterstützte. Die Hauptstärke des Systems lag jedoch in der MIDI-Funktionalität, die es ermöglichte, externe Synthesizer und andere MIDI-Geräte präzise zu steuern.

Der C1 war in einem robusten Gehäuse untergebracht und verfügte über ein integriertes 9-Zoll-Monochrom-Display. Die Bildschirmauflösung betrug 640x400 Pixel, was für 1987 eine hohe Auflösung darstellte. Die Tastatur war ergonomisch gestaltet und bot einen angenehmen Anschlag, was längere Arbeitssitzungen erleichterte. Als Betriebssystem kam MS-DOS 3.1 zum Einsatz, das durch spezielle Musiksoftware ergänzt wurde. Diese Kombination ermöglichte es Musikern, Sequencing, Notation und andere musikbezogene Aufgaben effizient zu erledigen und wandelte das System zu einem wandelnden Musikstudio.

Der Einführungspreis des C1 lag bei etwa 500.000 Yen, was inflationsbereinigt ungefähr 4.000 Euro entspricht. Dieser Preis spiegelte die spezialisierte Hardware und die Zielgruppe wider. Die Verkaufszahlen des C1 blieben hinter den Erwartungen zurück, was teilweise auf den hohen Preis und die Nischenzielgruppe zurückzuführen war. Trotzdem fand der C1 in bestimmten professionellen Kreisen Anerkennung und wurde für seine Zuverlässigkeit geschätzt. Gelegenheitsspieler oder -musiker waren nicht die Zielgruppe des Gerätes gewesen.

Hitachi H1 / H1E

Hitachi H1 / H1E

Hitachi H1/H1E

Hitachi H1/H1E

Wie so ziemlich jedem Elektronikhersteller ist auch Hitachi das stetig wachsende Interesse der Konsumenten an Computern nicht entgangen. Schnell wurde man sich einig, dass die Konzeption eines eigenen Modells nicht nur Ressourcen verschlingen, sondern auch Zeit in Anspruch nehmen würde. Insbesondere Zeit war der entscheidende Faktor. „Wieso also nicht dem offenen MSX Standard folgen?“ dachte man sich wohl bei Hitachi und fügte sich den folgenden Bedingungen: Zilogs Z80A Prozessor war die CPU der Wahl und musste mit mindestens 8 KByte Arbeitsspeicher betrieben werden. Hitachi installierte jedoch gleich 32 KByte im H1, während der H1E mit 16 KByte auskommen musste. Allerdings war der geringere Arbeitsspeicher (16 KByte) des MB-H1E im Vergleich zu anderen Modellen ein Nachteil, der die Leistung bei speicherintensiven Anwendungen beeinträchtigen konnte. Statt der CPU Hausmarke Zilog entschied Hitachi sich für den Lizenzbau von Sharp namens LH0080A, der mit 3,58 MHz getaktet war. Im Vergleich zu Konkurrenzmodellen boten der MB-H1 und MB-H1E solide Leistungen.

Als Grafikeinheit war der Texas Instruments TMS-9918 mit einer maximalen Auflösung von 256 x 192 Bildpunkten. vorgeschrieben. Im Textmodus stellte der Chip 40x24 Zeichen mit einer festgelegten Größe von 6x8 Pixel dar. Der TMS9918 hatte außerdem eine eingebaute Unterstützung für Sprites, kleine bewegliche Grafikelemente, die besonders für Spiele nützlich waren. Er konnte bis zu 32 Sprites gleichzeitig darstellen, wobei bis zu vier davon in einer Zeile sichtbar sein konnten. Diese Hardware-Sprite-Fähigkeit erleichterte die Entwicklung von Spielen erheblich, da Bewegungen und Kollisionen effizient verarbeitet wurden. Der TMS9918 hatte keinen direkten Zugriff auf den Haupt-RAM des Computers, sondern arbeitete mit einem eigenen 16 KByte großen VRAM (Video-RAM). Dies erlaubte es dem Chip, Grafiken unabhängig vom Hauptprozessor zu verwalten, was die Leistung verbesserte. Trotz seiner Stärken hatte der Chip auch Einschränkungen. Die Farbpalette war fest auf 16 Farben beschränkt, und die 4-Sprite-pro-Zeile-Grenze führte manchmal zu „Sprite-Flickering“, wenn zu viele Objekte gleichzeitig auf dem Bildschirm waren — ein Phänomen, das man in vielen Spielen jener Zeit beobachten konnte.

Für die Tonausgabe entschied man sich im MSX Konsortium für den Yamaha AY-36-9810 mit drei Stimmen und acht Oktaven, der auch im ZX Spectrum oder Amstrad CPC zu finden war (dort allerdings als Yamaha AY-36-9812). Abgesehen von etlichen Vorgaben für Schnittstellen und Anschlüsse wählte man als Betriebssystem eine erweiterte Version des Microsoft BASIC, dass in einem 32 KByte ROM beheimatet war.

Statt dem Computer, wie es der MSX Standard vorschrieb, einen Cartridge Port mit auf den Weg zu geben, spendierte man diesem sogar deren zwei. Als Massenspeicher dienten hauptsächlich Kassettenrekorder, die über den entsprechenden Anschluss verbunden wurden. Es gab auch die Möglichkeit, externe Diskettenlaufwerke über die Cartridge-Steckplätze anzuschließen. Interessanterweise bot Hitachi das Modell H1 auf zwei verschiedenen Wegen an: Heimanwender konnten diesen wie üblich im Handel erhalten. Für Unternehmen bot das Unternehmen den H1 mit zusätzlichen 64 KByte an, jedoch nur auf Anfrage.

Darüber hinaus konnten die Hersteller jedes Gerät nach eigenem Gusto verfeinern oder das Grundmodell in Massen produzieren. Hitachi entschied sich bei der Variante H1 und H1E für eine derart verkleinerte Variante eines MSX Computers, dass sie es sogar als Handheld vermarkteten. Mit einer Größe, die in etwa einem DIN A4 entsprach, war der Begriff „Handheld“ also wörtlich zu nehmen. Zusätzlich hatte der Hersteller dem Computer unter der Tastatur einen Tragegriff spendiert, der die Mobilität des Rechners noch verdeutlichen sollte.

Wie jedoch die meisten „mobilen“ Modelle jener Zeit war ein akkubetriebener Einsatz nicht möglich. Zusätzlich zum H1 war es also stets notwendig das schwere Netzteil mitzuführen und seinen Arbeitsplatz in Griffnähe einer Steckdose aufzubauen. Als Ausgleich gab es den H1 in den modebewussten Farben „Elegant Almond“ oder „Trad Red“. Im Dezember 1983 war es in Japan möglich zum Preis von 62,800 Yen (inflationsbereinigt 2024 etwa 919 Euro) stolzer Besitzer eines MSX Winzlings zu werden, der auch heute noch mehr Charme versprüht als ein schnödes Tablet dieser Tage.