Hewlett Packard HP 200LX

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Hewlett Packard HP 200LX

Gestartet wurde das Projekt unter dem Entwicklungsnamen „Felix“ und stellte einen PDA dar, der MS-DOS kompatibel war (mit Ausnahme von wenigen Funktionen). Da der HP 200LX jedoch einen anderen Aufbau besaß als ein klassisches PDA, nannte man diese Klasse auch Palmtop Computer. Im Gegensatz zu den meisten PDAs der damaligen Zeit hatte dieses ein klappbares Gehäuse, das eine vollwertige Gummitastatur beinhaltete, die zudem um einen numerischen Block erweitert wurde. Insgesamt war das 200LX damit rund 25% kleiner, als ein Notebook jener Tage, besaß jedoch eine Lebensdauer von bis zu 40 Stunden. Die Energie lieferten dabei zwei herkömmliche AA-Batterien, die allerdings auch wiederaufladbar sein durften. Ein 12V-Netzteil konnte ebenfalls angeschlossen werden.

Eines der ungewöhnlichsten Details ist der Prozessor: hier kam ein Intel 80186 zum Einsatz, der relativ selten in Computern eingesetzt wurde und sonst vorwiegend in Haushaltsgeräten, Labor- und Messgeräten, aber auch in etlichen Airbus-Flugzeugentypen zum Einsatz kam. Getaktet wurde der Prozessor mit 7,91 MHz. Es war jedoch auch möglich die Taktfrequenz auf 15,8 MHz anzuheben. War der Anwender dazu nicht in der Lage, konnte zudem der Prozessor durch ein schnelleres Modell der 186er Reihe ausgetauscht werden. Mit seiner Kompatibilität zum IBM PC/XT konnte der 200LX sämtliche Programme nutzen, die auch mit einem Intel 8086, 8088 oder 80186 funktionierten (auch Programme für den 80286 waren nutzbar, allerdings nur, wenn das Programm nicht auf den gesicherten Speicher zugreifen wollte). Dabei beherrschte das Palm Top maximal den CGA-Farbstandard (vier Farben). Allerdings war das monochrome Display nicht beleuchtet und schränkte das Arbeiten damit etwas ein. Jedoch ist es seit 2004 möglich eine neuartige Hintergrundbeleuchtung zu installieren, die das Problem minimiert. Zur Erweiterung des Systems beinhaltete das System einen PCMCIA-Steckplatz, einen Infrarot Port, sowie einen seriellen Anschluss.

Zur sofortigen Nutzung standen dem Käufer Lotus 1-2-3, ein Kalender, ein Telefonbuch, ein Terminalprogramm, ein wissenschaftlicher Taschenrechner und cc:Mail (E-Mail-Programm) zur Verfügung). War eine PCMCIA-Karte mit großer Kapazität installiert und eine Maus angeschlossen, war es sogar möglich Windows 3.0 zu benutzen, inklusive MS Word und Excel.

Besonders in Japan war das HP Produkt ein voller Erfolg, konnte allerdings auch in anderen Ländern zahlreiche Anhänger finden. Mit dem Aufkommen der ersten Windows CE Produkte stellte HP schon bald die Produktion auf ein kompatibles Gerät um (HP 300LX). Jedoch war die Anzahl der Fans noch immer groß. Dies lag womöglich auch an den zahlreichen Eastereggs, die in dem System vorhanden waren. Tippte man, während des Startbildschirmes des Spiels „Lair of Squid“, das Wort „siegergalerie“ (in der deutschen Version, andere Länder nutzten andere Worte) entstand ein Labyrinth, das aus den Bildern der Entwickler bestand. Daneben waren auch noch andere Geheimnisse zu lüften. Im systemeigenen Self Test Mode, der genutzt werden konnte, wenn man das System abschaltete und dabei die Tasten Esc und On gleichzeitig drückte und dann die Cursor Down Taste drückte (gefolgt von 14 x Enter), war ein kleines Gedicht enthalten. Drückte man stattdessen beim Self Test CTRL und Enter und drückte dann dauerhaft ALT, während man 13 x Enter drückte, erschien ein weiteres Gedicht.

Ein weiteres Easter Egg nannte sich "More Applications" und ist wohl eher ein Entwicklungstool gewesen. Allerdings kann auch der Normalanwender dieses nutzen. Dazu drückt man das blaue "&", gefolgt vom dauerhaften gedrückt halten der ALT-Taste. Zusätzlich drückt man viermal die F9-Taste und einmal die F10-Taste. Hält man dann weiterhin die Taste ALT gedrückt erscheinen unzählige Zahlenreihen und andere Programminformationen.
Der Startpreis für das Palm Top lag 1994 bei 695 US Dollar, was heute etwa 1.312,03 Euro (inflationsbereinigt) im Geldbeutel wären.

Veröffentlicht in Systeme.

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