Amiga 2500
Der Amiga 2500, ein Computer von Commodore, ist kein "eigenständiges" Modell innerhalb der Amiga Reihe, sondern ein Handelsname für einen Amiga 2000 mit erweiterten Komponenten. Eingeführt wurde das Modell 1989 und war speziell für den professionellen Markt und rechenintensive Anwendungen produziert worden, beispielsweise 3D-Rendering und Videobearbeitung. Das Herzstück des Systems war ein Motorola 68020-Prozessor mit 14 MHz, der deutlich leistungsstärker war als der Motorola 68000 des ursprünglichen Amiga 2000. Einige Modelle des Amiga 2500, speziell der Amiga 2500/30, waren sogar mit einem Motorola 68030-Prozessor ausgestattet, der mit 25 MHz getaktet war und zusätzlich eine 68882-FPU (Floating Point Unit) zur Unterstützung von Gleitkommaberechnungen bot. Diese Konfiguration machte den Amiga 2500 besonders attraktiv für Berechnungen in der Wissenschaft, technische Simulationen und Grafikrendering.
Die Prozessoren wurden mittels der Beschleunigerkarten Commodore A2620- oder A2630 integriert, die dem Anwender zusätzlich bis zu 9 Mbyte Fast-RAM zur Verfügung stellen konnten, was in Kombination mit dem 32-Bit-Datenbus eine signifikante Verbesserung gegenüber älteren Modellen darstellte. Der A2620 enthielt eine Motorola 68881 FPU und eine Motorola 68851 MMU, während der A2630 eine Motorola 68882 FPU (und eine im 68030
integrierte MMU) enthielt. Die sonstigen Hardwarekomponenten hatten sich hingegen nicht verändert: weiterhin werkelten die bekannten Custom Chips Paula, Agnus und Denise im Gehäuse und regelten unter anderem die beiden Coprozessoren Blitter und Copper (Agnus), steuerten die Grafikausgabe (Denise) oder übernahmen die Tonausgabe (Paula). Kurioserweise verblieb der Motorola 68000 weiterhin auf der Platine, was das Design sicherlich nicht sehr kosteneffizient machte. Zwar plante man bereits in einem Projekt diesen durch einen integrierten Motorola 68020 zu ersetzen, der Plan wurde jedoch nie realisiert, da Dave Haynie einen Amiga Entwurf mit Zorro III Bussystem entwarf, der zum Amiga 3000 führte.
Die Markteinführung des Amiga 2500 wurde von der Fachpresse überwiegend positiv aufgenommen. Ein Artikel in Compute! aus dem Jahr 1989 lobte das System als „eine würdige Ergänzung zur Amiga-Familie, die zeigt, wie weit Commodore bereit ist, in den professionellen Markt vorzudringen“. Gleichzeitig wurde jedoch kritisiert, dass der Preis von über 3.000 US-Dollar für das Basismodell viele potenzielle Kunden abschrecken könnte.
Während die Modelle ursprünglich für den US-Markt gedacht waren, gab es Verzögerungen bei der Anpassung an die europäischen Standards, insbesondere bei der PAL-Videokompatibilität. Ein Ingenieur bei Commodore scherzte einmal in einem Interview: „Der Amiga 2500 war schneller als sein Vorgänger, aber unsere Bürokratie war langsamer als je zuvor.“
Der Amiga 2500 war ein Pionier in der Welt der Videoproduktion. Mit der Unterstützung der Video Toaster-Hardware von NewTek wurde er zu einem bevorzugten Werkzeug in der Fernsehwelt, insbesondere für Spezialeffekte und 3D-Animationen. Der Video Toaster ermöglichte Funktionen wie Bildmischung, Keying und Echtzeit-Grafikeffekte, die sonst nur auf teureren Spezialmaschinen möglich waren. Ein Artikel aus dem Magazin Amiga World nannte den Amiga 2500 „einen Traum für kreative Profis“ und hob hervor, dass das System dank seiner Hardwareleistung und der Verfügbarkeit von Software wie LightWave 3D ein „beispielloses Preis-Leistungs-Verhältnis“ bot.
Auch nach der Einführung des Nachfolgers blieb der Amiga 2500 noch in Produktion, da der Video Toaster nicht ohne weiteres in das Gehäuse des Amiga 3000 passte.
Zu den geplanten Peripheriegeräten für den Amiga 2500 gehörten unter anderem spezielle Grafikkarten wie die Commodore A2410, die höhere Auflösungen und Farbunterstützung boten, sowie externe Festplattengehäuse, die über den SCSI-Anschluss des Systems betrieben werden konnten. Besonders innovativ war das Konzept einer „Amiga Multimedia Station“, einer Kombination aus Hardware und Software, die den Amiga 2500 in ein zentrales Medienbearbeitungssystem verwandeln sollte. Dieses Projekt wurde jedoch nie vollständig umgesetzt, da Commodore bereits mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte.