Unitron U-2200: Ein Apple-II-Klon mit integrierter CP/M-Doppelarchitektur

Der Unitron U-2200 gehört zu jener Generation von Mikrocomputern der frühen 1980er-Jahre, die in einer Phase entstanden, als sich noch keine einheitliche Architektur im Personal-Computer-Markt durchgesetzt hatte. Neben Systemen wie dem Apple II, verschiedenen CP/M-Rechnern und den ersten IBM-PC-Kompatiblen experimentierten zahlreiche kleinere Hersteller mit Maschinen, die mehrere Softwarewelten gleichzeitig unterstützen sollten. Der U-2200 wurde von der Firma Unitron in Taiwan produziert und über Händler unter anderem in Großbritannien, Australien und Teilen Europas vertrieben. Anzeigen aus Fachzeitschriften wie Personal Computer World aus dem Jahr 1984 bewarben das System ausdrücklich mit seiner Kombination aus Apple-II- und CP/M-Kompatibilität.

Technisch basierte der Rechner auf einer Dual-Prozessor-Architektur, die zwei damals wichtige Plattformen miteinander verband. Neben dem für Apple-II-Computer typischen MOS 6502 besaß das System zusätzlich einen Zilog Z80. Während der 6502 die Apple-kompatible Betriebsart ermöglichte, diente der Z80 vor allem zum Betrieb des weit verbreiteten CP/M-Betriebssystems. Anders als beim originalen Apple II, bei dem ein Z80 üblicherweise über eine Steckkarte ergänzt werden musste, war diese Kombination beim Unitron bereits Teil der Grundkonfiguration. Zeitgenössische Werbung stellte diese Eigenschaft entsprechend als zentrales Merkmal heraus.

Die übrigen technischen Eigenschaften orientierten sich deutlich am Apple-II-Design. Der Rechner verfügte über 64 KB Arbeitsspeicher, der auf 128 KB erweitert werden konnte, sowie über etwa 24 KB ROM. Der Textmodus bot eine Darstellung von 40 × 24 Zeichen, während mit einer Erweiterungskarte auch eine 80-Zeichen-Darstellung möglich war. Für grafische Anwendungen standen zwei klassische Apple-Formate zur Verfügung: ein Low-Resolution-Modus mit 40 × 48 Bildpunkten und bis zu 16 Farben sowie ein High-Resolution-Modus mit 280 × 192 Pixeln und sechs Farben.

Auch die Schnittstellen spiegelten die typische Ausstattung eines Mikrocomputers dieser Zeit wider. Der U-2200 bot Anschlüsse für externe 5¼-Zoll-Diskettenlaufwerke, ein Kassetteninterface, Joystick- bzw. Game-Paddle-Ports sowie einen Videoausgang zum Anschluss eines Monitors. Ein einfacher interner Lautsprecher sorgte für akustische Signale.

In der äußeren Gestaltung unterschied sich das System etwas von vielen Apple-II-Klonen. Die Tastatur war als separates Gerät ausgeführt und wurde über ein Spiralkabel mit dem Hauptgehäuse verbunden. Das Gehäuse selbst war schlicht gestaltet und trug auf der Vorderseite lediglich den Anschluss für die Tastatur sowie eine Betriebs-LED. Intern standen mehrere Erweiterungssteckplätze zur Verfügung, die mit Apple-kompatiblen Karten bestückt werden konnten, etwa für Diskettencontroller oder eine 80-Zeichen-Karte. Die Zahl dieser Steckplätze war jedoch geringer als beim originalen Apple II.

Der Unitron U-2200 wurde Anfang der 1980er über Händler vertrieben und unter anderem in Anzeigen der britischen Fachzeitschrift Personal Computer World beworben. Diese Anzeigen nennen die technischen Eigenschaften des Rechners – darunter die Dual-Prozessor-Architektur aus MOS 6502 und Zilog Z80, die Apple-II-Kompatibilität sowie die CP/M-Fähigkeit –, enthalten jedoch keine konkrete Preisangabe. Ein eindeutig belegbarer Verkaufspreis des Systems ist in den derzeit verfügbaren Quellen bislang nicht nachweisbar. Zum Vergleich: Ein Apple IIe kostete im Vereinigten Königreich um 1983/84 typischerweise etwa £1.200 bis £1.400 als Basissystem. Viele Apple-II-kompatible Rechner lagen darunter und bewegten sich je nach Ausstattung häufig im Bereich von etwa £700 bis £1.100. In welchem exakten Preisbereich der Unitron U-2200 angeboten wurde, lässt sich aus den bekannten Quellen jedoch nicht eindeutig rekonstruieren.

 

Olympia System BOSS (um 1980): Bürocomputer zwischen Büromaschinen-Tradition und Mikrocomputer-Ära

Olympia System BOSS: professioneller Bürocomputer um 1980, ausgelegt für Textverarbeitung, Verwaltung und Unternehmensanwendungen.

Als sich die deutsche Bürotechnikindustrie um 1980 neu orientieren musste, befand sich auch Olympia in einer Phase tiefgreifender Umbrüche. Der Markt verlangte längst nicht mehr nur zuverlässige Schreibmaschinen oder Rechengeräte, sondern integrierte Informationsverarbeitung direkt am Arbeitsplatz. Computer hielten Einzug in Verwaltungen, Ingenieurbüros und mittelständische Unternehmen – allerdings nicht als experimentelle Technik, sondern als betriebliche Werkzeuge, die Stabilität, Service und langfristige Verfügbarkeit bieten mussten. Olympia, über Jahrzehnte eng mit mechanischer Bürotechnik verbunden, versuchte in dieser Situation, den Übergang zur elektronischen Datenverarbeitung mit Systemlösungen zu gestalten, die sich in bestehende Arbeitsabläufe einfügen konnten, statt sie radikal zu verändern.

Wer sich mit Olympia-Rechnern jener Zeit beschäftigt, stößt dabei rasch auf eine begriffliche Besonderheit. Die Bezeichnung „Boss“ war bei Olympia kein einzelner Modellname, sondern über mehrere Jahre hinweg ein Sammelbegriff für professionelle Datentechniksysteme. Bereits gegen Ende der siebziger Jahre erschienen unter diesem Namen unterschiedliche Rechnerlösungen, die teils auf variierenden Prozessorplattformen beruhten und häufig projektbezogen ausgeliefert wurden. Das hier behandelte Olympia System BOSS gehört zu jener Phase um 1980, in der Olympia versuchte, aus dieser heterogenen Produktlandschaft eine stärker standardisierte Mikrocomputerplattform zu formen. Damit markierte die Serie den Übergang von individuell konfigurierten Datentechniklösungen zu serienmäßigen Arbeitsplatzrechnern innerhalb der Olympia-Palette.

Vor diesem Hintergrund erschien das System BOSS nicht als experimentelles Mikrocomputermodell, sondern als bewusst positioniertes Arbeitsinstrument für Unternehmen, die fertige Lösungen suchten. Olympia verstand den Rechner als integrierten Arbeitsplatz mit Bildschirm, Tastatur, Massenspeicher und branchenspezifischer Software – ein Konzept, das stärker an klassische Bürosysteme erinnerte als an die aufkommenden Heimcomputer jener Jahre. Ziel war nicht, Technik zu demonstrieren, sondern Prozesse zu stabilisieren: Buchhaltung, Textverarbeitung, Datenverwaltung und technische Anwendungen sollten unmittelbar am Arbeitsplatz ausgeführt werden können, ohne dass dafür größere Rechenzentren oder Minicomputer notwendig waren.

Technisch war die BOSS-Serie weniger einheitlich, als es der Serienname zunächst vermuten lässt. In der Praxis sind sowohl Z80-basierte als auch Intel-kompatible Konfigurationen (Intel 8085) dokumentiert, was auf eine heterogene Architektur innerhalb der Serie hinweist. Die Systeme lagen leistungsmäßig im Bereich professioneller Mikrocomputer jener Zeit, führten jedoch dazu, dass Software teilweise für unterschiedliche Plattformen gepflegt werden musste. Der Arbeitsspeicher bewegte sich typischerweise im Bereich der für CP/M-Systeme üblichen Größenordnung von bis zu 64 KB RAM. Die Bildschirmtechnik war klar auf Textarbeit ausgelegt und unterstützte die klassische Darstellung von 80 Zeichen pro Zeile, womit sich der Rechner eindeutig an strukturierten Büroanwendungen orientierte. Grafische Funktionen waren vorhanden, spielten jedoch nur eine untergeordnete Rolle. Auch die interne Systemstruktur folgte einem modularen Ansatz, bei dem Ein- und Ausgabesteuerung, Massenspeicher und Anzeigeeinheiten klar voneinander getrennt waren – eine Bauweise, die eher an Minicomputerarchitekturen erinnerte als an die hochintegrierten Heimcomputerplatinen der Zeit. Mit seinen rund 31 Kilogramm Lebendgewicht war der BOSS jedenfalls kein Rechner, den man wie einen Apple II oder TRS-80 kurzerhand zu einem Kollegen hinübertrug; wer dies dennoch versuchte, hätte vermutlich weniger die EDV-Infrastruktur erweitert als vielmehr die physikalischen Grenzen seines Fahrrads ausgelotet.

Softwareseitig war das System zweigleisig ausgelegt. Während CP/M als verbreitete Zusatzplattform verfügbar war und Zugriff auf ein breites Angebot vorhandener Programme erlaubte, stellte das in Frankreich entwickelte Betriebssystem Prologue die eigentliche professionelle Systembasis dar. Prologue war stärker auf Mehrplatzumgebungen und Systemhauslösungen ausgerichtet und brachte mit BAL sogar eine eigene BASIC-ähnliche Programmiersprache mit. Diese Struktur zeigt deutlich, dass Olympia den Rechner nicht primär als offenen Mikrocomputer verstand, sondern als Bestandteil größerer EDV-Lösungen, in denen Software, Hardware und Service als Gesamtsystem gedacht waren.

Besonders deutlich zeigte sich Olympias Marktstrategie in der Staffelung der Modellvarianten. Die Geräte unterschieden sich weniger in der Rechenleistung als in ihrer Massenspeicherausstattung und damit in ihrer praktischen Einsatzrolle. Das Modell A stellte die einfachste Konfiguration dar und arbeitete mit Diskettenlaufwerken, geeignet für kleinere Büros mit überschaubarem Datenvolumen. Modell B und C boten größere Diskettenkapazitäten und richteten sich an anspruchsvollere Verwaltungs- und Programmieraufgaben. Erst das Modell D ergänzte die Diskettenlaufwerke um eine Winchester-Festplatte von mehreren Megabyte und war damit eindeutig auf Arbeitsplätze mit kontinuierlichem Datenzugriff ausgelegt, etwa im Rechnungswesen oder in größeren Organisationseinheiten.

Im praktischen Einsatz war das System vor allem für kaufmännische Anwendungen, Textverarbeitung, technische Berechnungen und branchenspezifische Softwarelösungen vorgesehen. Olympia vertrieb den Rechner nicht als isoliertes Gerät, sondern als vollständige Lösung inklusive Softwarepaketen, Installation und Wartung. Diese Vermarktungsstrategie entsprach der Tradition klassischer Büromaschinenhersteller: Der Computer sollte nicht nur funktionieren, sondern als langfristig betreute Infrastrukturkomponente verstanden werden.

Ein Basisgerät der Serie wurde um 1980 für etwa 8000 DM angeboten, wobei vollständig ausgestattete Installationen je nach Ausstattung deutlich höhere Investitionen erfordern konnten. Damit lag das System im Bereich ernsthafter Unternehmensanschaffungen, blieb jedoch unter den Kosten größerer Minicomputeranlagen und war somit als Einstiegslösung für die betriebliche Datenverarbeitung positioniert. Diese Preisstruktur unterstreicht den Charakter des Systems als planbares Arbeitsmittel und nicht als experimentelles Mikrocomputermodell.

Historisch betrachtet steht die Olympia-BOSS-Serie exemplarisch für eine Übergangsphase der frühen Mikrocomputerära. Während Heimcomputer gerade begannen, neue Märkte zu erschließen, richteten sich Systeme wie dieses an konservative Unternehmensstrukturen, die Planungssicherheit höher gewichteten als technische Experimentierfreude. Der Rechner war damit weniger Symbol eines digitalen Aufbruchs als Ausdruck einer evolutionären Entwicklung, in der bestehende Bürotraditionen Schritt für Schritt in elektronische Arbeitsweisen überführt wurden. So erscheint das System BOSS heute als Bindeglied zwischen zwei Welten: auf der einen Seite die mechanische Büromaschinenkultur, aus der Olympia hervorgegangen war; auf der anderen die kommende PC-Ära, in der standardisierte Personal Computer den Markt dominieren sollten.

Ontel Amigo

Ontel Amigo – Der CP/M-All-in-One mit zwei Prozessoren

ontel amigoDer Ontel Amigo war ein 8-Bit-Personal Computer, den die US-Firma Ontel Corporation Anfang 1983 auf den Markt brachte. Das kompakte System integrierte Rechner und Bildschirm in einem Gehäuse und wurde sowohl für den Heimgebrauch als auch für kleine Büros konzipiert. Ontel hatte zuvor vor allem intelligente Terminalsysteme (OP‑1-Serie) hergestellt; mit dem Amigo wollte man nun ein „freundliches“ Einzelplatz-System anbieten – der Produktname bedeutet auf Spanisch „Freund“. Tatsächlich war Ontel damit Vorreiter: Die britische Firma C/WP übernahm das Design (dort als Cortex vermarktet), und Commodore soll wegen der Namensähnlichkeit seines 1985 erschienenen Amiga sogar etwas nervös gewesen sein. Noch bevor der Amigo größere Verbreitung finden konnte, wurde Ontel 1982 jedoch von Visual Technology übernommen, sodass das Gerät in den USA nur kurz unter dem Namen Ontel Amigo lief. Die Entwicklungsleitung hatte zu dieser Zeit Ike Nassi (später bei Visual Technology), der 1982–1983 als Vice President Engineering bei Ontel tätig war. Ontel-Gründer und CEO war David Ophir – seine Initialen „OP“ hatten bereits die frühere OP‑1-Produktreihe geprägt.

Das Amigo-System zeichnete sich durch eine außergewöhnliche Dual-Prozessor-Architektur aus. Als Hauptprozessor diente ein 4 MHz schneller Zilog Z80A mit 64 KB RAM, der unter CP/M (inklusive Grafik-Erweiterung GSX-80) das Betriebssystem und die Anwendungsprogramme steuerte. Zusätzlich enthielt der Amigo einen MOS 6502-Prozessor, der ausschließlich für die Videoausgabe zuständig war. Diese Aufgabenteilung – ein zweiter 8-Bit-Chip als Grafikkontroller – war Anfang der 1980er neuartig und verlieh dem Rechner in Grafikoperationen eine im CP/M-Marktsegment überdurchschnittliche Leistungsfähigkeit. „Das Display wurde von einem 6502 mit eigenem RAM gesteuert“, erinnerte sich ein Ontel-Anwender, „so war es für seine Zeit ziemlich schnell und leistungsfähig“. Insgesamt standen dem 6502 rund 40–44 KB dedizierter Bildschirmspeicher zur Verfügung. Mit diesem Hardware-Trick gehörte der Amigo zu den ersten Computern, die Digital Researchs neuen Grafikstandard GSX-80 unterstützten, um CP/M ein plattformübergreifendes Grafik-API zu geben. Ontel nutzte diese Fähigkeit insbesondere für Präsentationsgrafiken und für eine angepasste Version des damals führenden Textverarbeitungsprogramms WordStar. Die mitgelieferte WordStar-Ausgabe war speziell auf den Amigo zugeschnitten: Die abgesetzte IBM-ähnliche Tastatur besaß z. B. direkt belegte Tasten für häufige WordStar-Befehle, was die Textbearbeitung effizienter machte. Auch sonst betonte Ontel die Benutzerfreundlichkeit – eine Anzeige pries den Cortex (Amigo-Klon) als „really very friendly computer“ an.

Technisch war der Ontel Amigo für einen CP/M-Heimcomputer sehr gut ausgestattet. Das Gerät besaß ein integriertes 12‑Zoll-Monochromdisplay mit einer hohen Grafikauflösung von 640 × 300 Bildpunkten (im Textmodus 80 Spalten × 25 Zeilen). Diese Auflösung lag über dem, was viele Konkurrenten boten – zum Vergleich: der IBM PC mit CGA-Grafik erreichte 640 × 200 Pixel (2 Farben) oder 320 × 200 (4 Farben). Allerdings war der Amigo ein reines Schwarzweiß-System ohne Farbfähigkeit. Für typische Heimanwendungen der Zeit (Spiele, Grafik) war das ein Nachteil, doch für Geschäftsgraphiken und Text war die Darstellung sehr scharf. Ein dedizierter Soundchip fehlte; das System konnte lediglich einfache Töne bzw. den System-Beep ausgeben, was aber im Büroeinsatz kaum ins Gewicht fiel. Als Hauptspeicher standen 64 KB RAM zur Verfügung – voll ausgeschöpft durch CP/M 2.2, das im Amigo zum Einsatz kam. CP/M mit GSX ermöglichte es, neben rein textorientierten Programmen auch grafische Anwendungen auszuführen. So gehörten Zeichenprogramme wie Digital Researchs DR Graph oder das CAD-ähnliche GraphPlan perspektivisch zum Softwareangebot für GSX-Plattformen. In der Praxis blieb die Auswahl jedoch begrenzt; viele GSX-Ankündigungen waren „Zukunftsmusik“ und 8-Bit-CP/M war 1983 bereits ein auslaufendes System. Ontel setzte daher vor allem auf bewährte CP/M-Software: Neben WordStar liefen Standardprogramme wie dBASE II, Multiplan oder MBASIC, sodass dem Nutzer eine breite Softwarepalette zur Verfügung stand. Die Entscheidung, beim Amigo trotz aufkommender 16-Bit-CPUs noch auf 8 Bit zu setzen, begründete Ontel ausdrücklich mit dem riesigen Fundus an etablierter CP/M-Software, der sofort nutzbar war. Dieses Argument leuchtete vielen Anwendern ein, denn 1983 gab es für das neue MS-DOS des IBM PC noch weit weniger Anwendungen als für CP/M.

thm elstart amigo

Von außen ähnelte der Amigo einem kompakten Büroterminal oder einem frühen All-in-One-Heimcomputer (ähnlich dem Commodore PET oder TRS-80 Model III). Die gesamte Elektronik und der Monitor waren in einem gemeinsamen Gehäuse untergebracht, während die Tastatur als separates Gerät angeschlossen wurde. Das Gehäuse war etwa 30 × 33 × 43 cm groß und wog rund 16 kg – im Vergleich zu heutigen Heimcomputern also sehr schwer, aber für ein frühes 80er-Jahre-System durchaus normal. In Großbritannien bot C/WP das identische System in sechs verschiedenen Gehäusefarben an (u.a. Rot, Grün, Gelb oder Beige), womit der Cortex diesem Konzept bunter Heimcomputer 15 Jahre vor Apples iMac vorausgriff. In den USA wurde der Ontel Amigo hingegen meist im seriösen Beige oder Grau ausgeliefert. An Anschlüssen stellte das Modell alles bereit, was in seiner Klasse erwartet wurde: Eine serielle RS-232-Schnittstelle ermöglichte den Anschluss von Modems oder Terminals, und über die Centronics-Parallelschnittstelle konnten Drucker angeschlossen werden. Intern besaß das System keinen Steckkarten-Bus wie der IBM PC, doch Ontel integrierte bereits alle wichtigen Komponenten onboard, wodurch externe Erweiterungen kaum nötig waren. Massenspeicher wurden über externe Laufwerke angebunden: Üblich waren zwei 5,25″-Diskettenlaufwerke (360 KB DS/DD) in separaten Gehäusen, die via Kabel mit dem Amigo verbunden wurden. Für größere Datenmengen war ein 5 MB fassendes externes Winchester-Festplattenlaufwerk als Option erhältlich – damals eine beträchtliche Kapazität, allerdings verteuerte das Festplatten-Upgrade das System deutlich. Ontel bot zudem einen passenden Nadeldrucker (Matrix Printer) als Zubehör an. Die geplante Palette an Peripheriegeräten umfasste damit im Grunde alles, was man zur textorientierten Büroarbeit benötigte.

Preislich bewegte sich der Ontel Amigo im oberen Segment der Heimcomputer und kleinen Bürosysteme. Der Listenpreis zur Markteinführung lag bei 2.395 US-Dollar – trotz einfacherer 8-Bit-Technik also in einer ähnlichen Liga wie ein IBM PC oder Apple Lisa des Jahres 1983. Händler erhielten dabei Rabatte von 33–40 %, was darauf hindeutet, dass Ontel vor allem über Wiederverkäufer und OEM-Partner vertreiben wollte. In Deutschland hätte der Amigo inklusive Importaufschlag und Steuern etwa 15.000 DM gekostet. Zum Vergleich: Ein Commodore 64 war 1983 für unter 1.000 DM zu haben, ein IBM 5150 mit Monitor kostete hingegen gut 10.000 DM. Der hohe Preis des Amigo spiegelt seine ambitionierte Ausstattung wider, erschwerte aber die Positionierung im Heimmarkt erheblich. Inflationsbereinigt entspricht der US-Preis grob 6.500–7.000 € in heutigem Geldwert. In Großbritannien wurde das Schwestermodell Cortex Ende 1983 für £1.795 + MwSt angeboten, was etwa £8.700 im Jahr 2025 entspricht (über 10.000 €). Damit war das System deutlich teurer als populäre Homecomputer der Zeit und konkurrierte eher mit professionellen CP/M-Maschinen. Ontel argumentierte, der Mehrwert rechtfertige den Preis: Immerhin erhielt man einen robusten All-in-One-Rechner mit hoher Auflösung und großer Softwarebibliothek, der sofort einsatzbereit war und keine aufwendige Installation benötigte. Für den Heimgebrauch im engeren Sinne – also als Familiencomputer, Lerncomputer für Kinder oder Spielmaschine – war der Amigo jedoch weniger geeignet, vor allem wegen fehlender Farbe und Sound und des hohen Preises. Seine Stärken lagen im Bereich Textverarbeitung, Programmierung (viele Programmiersprachen waren für CP/M verfügbar) und bei technisch versierten Hobbyanwendern, die das ungewöhnliche Design schätzten. Gegenüber Konkurrenzmodellen wie dem Osborne 1 oder Kaypro II (tragbare CP/M-Systeme) bot der Amigo eine höhere Bildschirmauflösung und komfortableres Arbeiten am großen Monitor, war dafür aber nicht mobil. Im Vergleich zum IBM PC fehlten ihm die 16-Bit-Leistung und die Erweiterbarkeit – viele Unternehmen setzten lieber auf IBMs wachsenden PC-Standard, während 8-Bit-Systeme wie der Amigo allmählich an Attraktivität verloren.

Die Resonanz auf den Ontel Amigo fiel daher gemischt aus. Lob gab es für die innovative Dual-CPU-Architektur und die schnelle Grafik: Zeitgenössische Berichte hoben hervor, dass Ontel mit dem Amigo ein „8-Bit-Z80A-basiertes System mit 64K RAM“ präsentiere, das „auf den Einzelanwender im Büro abzielt“ – also ein neues Konzept zwischen Heim- und Bürorechner. Gelobt wurde auch die solide Verarbeitung und die im Lieferumfang enthaltene Software (neben WordStar u.a. ein Datenbankprogramm und mehrere Entwicklungswerkzeuge). Die Kritikpunkte hingegen konzentrierten sich auf die begrenzten audiovisuellen Fähigkeiten im Vergleich zu richtigen Heimcomputern sowie auf den ungünstigen Zeitpunkt: 1983 zeichnete sich bereits ab, dass der IBM PC zum De-facto-Standard werden würde. Ein 8-Bit-CP/M-Rechner für fast 2500 Dollar galt da als riskante Wette. Tatsächlich blieben die Verkaufszahlen des Amigo bescheiden – genaue Stückzahlen sind nicht überliefert, aber das Modell ist heute eine Rarität. Ontel bemühte sich zwar um OEM-Abnehmer: So wurde das Amigo-Design wie erwähnt an C/WP in Großbritannien lizenziert und von der argentinischen Firma Latindata in Südamerika vertrieben. Doch einen durchschlagenden Markterfolg erzielte der Amigo nicht. In einem spanischen Computermagazin von 1985 beschrieb ein Nutzer das Ontel Amigo zwar als „excelente equipo“ (ausgezeichnetes Gerät), beklagte aber die geringe Verbreitung und fehlende Unterstützung – er rief deshalb andere Besitzer dazu auf, einen User-Club zu gründen. Diese Anekdote unterstreicht, dass der Amigo trotz seiner technischen Vorzüge keine große Nutzerbasis aufbauen konnte.

Der Ontel Amigo ist ein interessantes Beispiel für einen Übergangs-Heimcomputer der frühen 1980er. Einerseits brachte er professionelle Merkmale – hochauflösende Grafik, duale Prozessorarchitektur, breite Softwareunterstützung – ins heimische Arbeitszimmer und war seiner Zeit in mancher Hinsicht voraus. Andererseits war er zur falschen Zeit am falschen Markt: Die Zukunft gehörte den günstigeren Heimcomputern für den Massenmarkt sowie den 16-Bit-PCs für den Geschäftsmarkt. Der Amigo konnte sich zwischen diesen Stühlen nicht dauerhaft behaupten und verschwand bald vom Markt. Seine Entwickler wechselten teils zu anderen Projekten: Ontels Technikchef Ike Nassi ging 1983 zu Visual Technology und arbeitete dort am Visual 1050, der im Grunde ein direkter Nachfahre des Amigo war. Dieses Nachfolgemodell nutzte die Amigo-Architektur, setzte aber bereits CP/M 3.0 (CP/M Plus) ein und erschien Ende 1983 unter Visuals Marke. Auch andere Hersteller wie Televideo brachten auf Amigo-Ideen basierende CP/M-Rechner mit Grafik heraus (z. B. Televideo TS-803). Insgesamt blieb der Ontel Amigo jedoch ein Exot. In der Retro-Computing-Community wird seine technische Besonderheit – zwei CPUs, davon eine als Grafikprozessor – bis heute gewürdigt. Historisch steht der Amigo sinnbildlich für den Spagat zwischen Heim- und Bürowelt Anfang der 1980er: ein ambitionierter Heimcomputer für den produktiven Einsatz, der schließlich vom Siegeszug der IBM-PC-Plattform überrollt wurde.

 

Amstrad CPC 464+

Amstrad CPC 464+

Amstrad CPC 464+Als der Amstrad CPC 464+ im Jahr 1990 auf den Markt kam, war der Heimcomputermarkt bereits im Umbruch. 16-Bit-Maschinen wie der Commodore Amiga 500 und der Atari ST hatten längst die Fantasie der Entwickler und Spieler erobert, und der klassische 8-Bit-Markt schrumpfte rapide. Dennoch entschloss sich Amstrad unter der Leitung von Sir Alan Sugar dazu, der erfolgreichen CPC-Reihe ein letztes, modernisiertes Update zu verpassen – als Teil einer neuen Generation von Produkten, die mit dem GX4000-Spielsystem eine gemeinsame Hardwarebasis teilen sollten. Der CPC 464+ wurde als direkter Nachfolger des beliebten CPC 464 konzipiert, aber mit einem radikalen Designwechsel, leicht verbesserter Technik und der Möglichkeit, auf moderne Peripheriegeräte und Spiele zuzugreifen. Es war ein Versuch, mit minimalem Aufwand neuen Schwung in die Produktlinie zu bringen und gleichzeitig auf die Spielkonsole GX4000 aufzubauen, die intern dieselbe Hauptplatine verwendete.

Der CPC 464+ kostete zum Marktstart rund £199 mit Farbmonitor oder £149 ohne. Inflationsbereinigt entspricht das heute etwa 430 bis 575 Euro. Während das ursprüngliche CPC-Modell ein „All-in-One“-Konzept mit Monitor und eingebautem Laufwerk war, war der 464+ als modernisierter Desktop konzipiert, optisch stark an moderne Konsolen und PCs angelehnt. Die abgerundete Form, das dunkelgraue Gehäuse mit farbigen Funktionstasten und die markante rote Power-Taste erinnerten eher an ein Spielzeug oder eine Konsole als an einen klassischen Heimcomputer. Der eingebaute 3"-Kassettenrekorder war weiterhin vorhanden, obwohl zu diesem Zeitpunkt Kassetten als Speichermedium schon fast veraltet wirkten. Amstrad entschied sich bewusst dafür, um Kompatibilität zur alten CPC-Software zu garantieren und kostengünstig zu bleiben. Optional war ein 3-Zoll-Diskettenlaufwerk nachrüstbar – allerdings nur über spezielle Erweiterungen.

Technisch blieb vieles beim Alten: Der Herzschlag des CPC 464+ war wie beim Vorgänger der Zilog Z80A, ein 8-Bit-Prozessor mit 4 MHz Taktfrequenz. Der Z80 war 1976 entwickelt worden und zeichnete sich durch einen erweiterten Befehlssatz gegenüber dem Intel 8080 aus. Die CPU verfügte über 16-Bit-Adressbus und 8-Bit-Datenbus, was eine Adressierung von bis zu 64 KB direkt möglich machte. Der Befehlssatz bot auch Blockoperationen, ein Bit-Test-System und eine flexible Interrupt Struktur, was ihn besonders für Multitasking-freie Systeme wie Heimcomputer geeignet machte. Zusammen mit dem verbesserten Gate-Array im CPC 464+ wurde es möglich, Bildschirmausgaben effizienter zu verwalten, vor allem im Zusammenspiel mit der neuen DMA-Unterstützung für Sprites und Rastereffekte – allerdings wurden diese Erweiterungen nur von speziell programmierten Spielen ausgenutzt, insbesondere jenen, die auch auf der GX4000 liefen.

Eine der wesentlichen Neuerungen des CPC 464+ war die verbesserte Grafiklogik. Der Rechner unterstützte weiterhin die bekannten drei Bildschirmmodi des CPC: Mode 0 mit 160×200 Pixeln bei 16 Farben, Mode 1 mit 320×200 bei 4 Farben und Mode 2 mit 640×200 bei 2 Farben. Die neue Palette umfasste jetzt 4096 Farben, von denen bis zu 32 gleichzeitig darstellbar waren – vorausgesetzt, das Spiel nutzte die „Plus“-Features. Dies war ein deutliches Upgrade zum alten CPC, dessen Palette nur 27 Farben bot. Allerdings blieben die alten CPC-Spiele auf den alten Grafikmodi beschränkt, da die neue Grafikfähigkeit nicht automatisch aktiviert wurde. Das Bildsignal konnte über RGB oder SCART ausgegeben werden, was eine klare, hochwertige Darstellung auf zeitgenössischen Monitoren oder Fernsehern erlaubte.

Auch der Sound blieb weitgehend unverändert: Der AY-3-8912-Soundchip war erneut an Bord, ein dreistimmiger PSG, der einfache aber ausdrucksstarke Töne produzieren konnte. Theoretisch bot der 464+ durch zusätzliche DMA-Fähigkeiten in Verbindung mit neuen Softwareroutinen eine flexiblere Soundverarbeitung – aber auch hier galt: Nur speziell für die „Plus“-Reihe entwickelte Programme nutzten diese Features wirklich aus. Viele klassische CPC-Spiele liefen einfach im Kompatibilitätsmodus – identisch zu ihren Darstellungen auf dem Original-CPC.

Der Aufbau des CPC 464+ war modularer: Die Tastatur war fest im Gehäuse integriert, aber der Anschluss für Joysticks und Peripheriegeräte war hinter Klappen verborgen – ein Design, das zwar eleganter, aber weniger zugänglich war als beim Original. Der Computer verfügte über einen Erweiterungsport, SCART-Ausgang, Audioausgang und einen analogen Joystickport. Interessanterweise enthielt das neue Plus-Gate-Array Unterstützung für Hardware-Sprites und Raster-Interrupts, was die grafischen Möglichkeiten theoretisch auf Konsolenniveau hob. Einige geplante Peripheriegeräte – wie ein CD-ROM-Laufwerk für den GX4000 oder ein MIDI-Modul – wurden nie fertiggestellt. Die existierende Peripherie umfasste jedoch Drucker, Maus, Lightgun und Speichererweiterungen. Viele dieser Geräte waren kompatibel mit den alten CPCs oder speziell für die GX4000 entwickelt, ließen sich aber auch am CPC 464+ verwenden.

Als Betriebssystem diente weiterhin AMSDOS in Verbindung mit dem Locomotive BASIC 1.1, das in aktualisierter Form leicht angepasst wurde, aber vollständig kompatibel zum ursprünglichen CPC blieb. Die BASIC-Version war weiterhin leistungsfähig, schnell und verfügte über viele eingebaute Grafik- und Soundbefehle. Es war allerdings nicht an die neuen Grafik-Features der Plus-Serie angepasst – wer diese nutzen wollte, musste in Assembler programmieren oder spezielle Entwicklungswerkzeuge verwenden. Diese Einschränkung wurde in mehreren Zeitschriften kritisiert. So schrieb Amstrad Action im November 1990: „Der CPC 464+ sieht aus wie die Zukunft, fühlt sich aber immer noch nach 1984 an, wenn man BASIC startet.“

Die Verkaufszahlen des CPC 464+ waren enttäuschend. Während die ursprüngliche CPC-Serie über drei Millionen Einheiten verkaufte, kamen der 464+ und sein großer Bruder 6128+ zusammen vermutlich auf unter 100.000 Geräte. Der Markt war einfach zu stark auf 16-Bit-Rechner fokussiert, und viele Käufer hielten die neuen Features für Kosmetik. In Frankreich, wo der CPC traditionell stark war, verkaufte sich der 464+ noch relativ gut, vor allem durch Bundle-Angebote mit der GX4000-Konsole. Die Strategie, einen Computer und eine Konsole auf derselben Hardwarebasis zu verkaufen, ging jedoch nicht auf. Ein Bericht in Tilt (Frankreich) vom Dezember 1990 urteilte nüchtern: „Der Plus ist hübsch, aber zu spät. Wäre er 1987 gekommen, hätte er die Szene neu definiert.

Die Entwickler hinter dem 464+ waren größtenteils dieselben, die bereits am ursprünglichen CPC mitgewirkt hatten. Besonders erwähnenswert ist Cliff Lawson, ein langjähriger technischer Entwickler bei Amstrad, der maßgeblich an der Hardwareintegration und dem Plus-Gate-Array beteiligt war. Lawson äußerte sich später enttäuscht über die geringe Unterstützung durch Softwarehäuser: „Wir gaben ihnen die Tools – aber sie blieben bei Spectrum-Ports mit vier Farben.

Gegenüber dem Vorgänger CPC 464 bot der CPC 464+ einen moderneren Look, theoretisch bessere Grafik, Sprite- und Raster-Interrupts sowie eine klarere Videoausgabe. Praktisch jedoch war der Mehrwert gering, solange keine Plus-optimierte Software verwendet wurde. Der C64 war zu diesem Zeitpunkt grafisch immer noch konkurrenzfähig – besonders mit der Vielzahl an hochwertigen Spielen – und der Amiga hatte den Markt längst übernommen. Der CPC 464+ wirkte wie ein schöner, aber veralteter Zwischenschritt. Dennoch war er ein würdiger Abschluss der CPC-Reihe: gut verarbeitet, technisch solide und optisch seiner Zeit voraus – aber zu spät erschienen, um noch einen Unterschied zu machen.

Trotz seiner geringen Verbreitung besitzt der Amstrad CPC 464+ eine kleine, aber bemerkenswerte Sammlung an Spielen, die speziell für die „Plus“-Reihe entwickelt oder angepasst wurden. Diese Titel nutzten in der Regel die erweiterten Grafikfähigkeiten wie Hardware-Sprites, erweiterte Farbpalette und Rastereffekte – Eigenschaften, die auf klassischen CPCs nicht zur Verfügung standen. Viele dieser Spiele erschienen zeitgleich auch für die GX4000-Konsole, da beide Geräte dieselbe technische Basis hatten, was einen reibungslosen Parallelvertrieb erlaubte. Einige dieser Spiele gelten heute als technische Highlights des 8-Bit-Zeitalters auf dem CPC.

Burnin’ Rubber war das vielleicht bekannteste Spiel für den CPC 464+, da es dem Gerät als Bundle beilag und damit praktisch jeder Käufer es besaß. Der rasante Racer erinnerte optisch an OutRun und präsentierte für CPC-Verhältnisse spektakuläre Scrolling-Grafik, schnelle Fahrmanöver und fein aufgelöste Sprites. Es war eines der ersten Spiele, das die erweiterten Plus-Grafikfunktionen wie Farbverläufe, Multiplex-Sprites und Raster-Scrolling aktiv nutzte. Die Musik und die glatte Performance waren ein Paradebeispiel für das, was auf dem CPC technisch möglich war – wenn man die Plus-Features ausschöpfte.

Pang, ursprünglich ein Arcade-Hit von Mitchell und Capcom, wurde von Ocean Software für den CPC Plus portiert. Die Plus-Version unterschied sich deutlich von der regulären CPC-Fassung: Sie bot saubere Arcade-Grafik, weichere Animationen und nutzte die neue Farbpalette intensiv aus. Das Spiel wurde in Zeitschriften wie Amstrad Action als „nahezu arcade-perfect“ bezeichnet. Besonders lobten Kritiker die farbintensive Darstellung und die reaktionsschnelle Steuerung, die nur durch das neue Gate-Array möglich war.

Switchblade, ursprünglich ein Atari ST-Spiel von Gremlin Graphics, erhielt eine exklusive Plus-Version, die mit deutlich besserer Grafik, erweiterten Effekten und optimierter Soundausgabe daherkam. Die Sprites waren detaillierter, es gab farbige Lichtverläufe und rudimentäre Partikeleffekte – ein Showcase für Plus-Technik. Im Vergleich zur regulären CPC-Version wirkte das Spiel wie aus einer anderen Hardwaregeneration. Es wurde in Frankreich in Amstrad Cent Pour Cent besonders positiv besprochen.

Robocop 2, eine Ocean-Produktion, war technisch ambitioniert, wenn auch spielerisch eher solide. Die Plus-Version hatte beeindruckende Hintergründe mit parallaxem Scrolling, Sprite-Multiplexing und Soundeffekte, die über die reguläre AY-Architektur hinausgingen. Auch hier profitierten die Grafiken deutlich vom erweiterten Farbraum der Plus-Reihe.

Barbarian II (Plus Edition) erhielt als eines der wenigen älteren Spiele eine technisch verbesserte „Plus-Version“, die vollständig überarbeitet wurde. Statt nur vier Farben gab es nun kräftige, satte Sprites mit verbesserten Animationen, sowie erweitertes Parallax-Scrolling im Hintergrund. Diese Fassung wurde damals nur als Bundle oder über Spezialhändler vertrieben und ist heute unter Sammlern sehr gesucht.

Navy Seals, ebenfalls von Ocean, war ein später Titel mit düsterem militärischen Szenario, realistischer Sprite-Animation und clever eingesetzten Lichteffekten, die stark von den Rasterfähigkeiten der Plus-Serie Gebrauch machten. Die CPC-Version wurde zwar auch für ältere Modelle vertrieben, doch nur auf dem 464+/6128+ konnten die erweiterten Licht- und Farbverläufe korrekt dargestellt werden.

Einige Demoszenen-Gruppen entwickelten sogar Plus-exklusive Tech-Demos, die nicht als Spiele, sondern als Grafik- und Musikpräsentationen galten. Diese Demos nutzten Hardware-Sprites, Farbrastereffekte und DMA-Sound, um den Plus-Modellen ein Denkmal zu setzen. Gruppen wie Logon System, Benediction und Condense trieben die Maschinen bis an ihre Grenzen.

Insgesamt bleibt festzuhalten: Die Spielebibliothek für den CPC 464+ war klein, aber fein. Was ihr an Quantität fehlte, machte sie oft mit Qualität wett – insbesondere in der grafischen und klanglichen Präsentation. Viele der Plus-Spiele wirken wie ein versäumter Blick in eine alternative Zukunft des CPC: eine Zukunft, in der die Hardware die Software endlich eingeholt hätte. Doch die goldene Zeit war da schon vorbei. Was bleibt, ist ein letzter Glanzmoment der 8-Bit-Ära – konzentriert in wenigen, aber außergewöhnlichen Spielen.

Amstrad CPC 464

Amstrad CPC 464

Amstrad CPC 464Der Amstrad CPC (Colour Personal Computer), eine Heimcomputer-Serie aus Großbritannien, wurde 1984 von Amstrad unter der Leitung von Alan Michael Sugar veröffentlicht. Die Serie war Amstrads Antwort auf die Dominanz von Commodore, Sinclair und Acorn im britischen Heimcomputermarkt der frühen 1980er Jahre. Sugar, ein britischer Unternehmer aus einfachen Verhältnissen, hatte sich bis dahin mit billigen Stereoanlagen und Haushaltsgeräten einen Namen gemacht. Mit dem CPC wollte er in den expandierenden Heimcomputermarkt einsteigen, allerdings mit einer radikal anderen Herangehensweise: statt einem nackten Motherboard wie beim Sinclair ZX Spectrum oder modularen Komponenten wie beim Commodore 64 sollte der CPC als komplettes, benutzerfreundliches Paket daherkommen – inklusive Monitor und eingebautem Massenspeicher.

Der ursprüngliche CPC 464 erschien im Juni 1984 zu einem Preis von etwa £199 mit Monochrommonitor oder £299 mit Farbmonitor. Inflationsbereinigt entspricht das heute etwa 770 bis 1.160 Euro. Diese Strategie – ein Komplettsystem ohne das sonst übliche Kabelgewirr und externe Netzteile – war eine durchschlagende Innovation. Die ersten Modelle verkauften sich hervorragend, was nicht zuletzt am aggressiven Marketing lag: Die Werbekampagnen stellten den CPC als stilvolle, moderne Alternative zu den alternden Heimcomputern der Konkurrenz dar. In der „Your Computer“-Ausgabe vom August 1984 hieß es: „Der CPC ist ein Statement: Endlich ein Computer, der wie ein Gerät für Menschen aussieht und nicht wie ein Spielzeug für Bastler.“

Technisch war der CPC 464 um den Zilog Z80A-Prozessor herum aufgebaut, der mit 4 MHz getaktet war. Der Z80 war zu dieser Zeit ein populärer 8-Bit-Prozessor, der ursprünglich von Zilog entwickelt worden war, einer Firma, die von ehemaligen Intel-Mitarbeitern gegründet wurde. Der Z80 war binärkompatibel zum Intel 8080, aber mit erweitertem Befehlssatz und zusätzlichen Registern. Dies machte ihn für viele Entwickler attraktiv, da er sowohl leistungsfähig als auch kostengünstig war. Der Z80 verarbeitete Daten in 8-Bit-Schritten und adressierte bis zu 64 KB RAM direkt. Der CPC 464 verfügte standardmäßig über 64 KB RAM, später gab es Modelle mit 128 KB.

Die Grafikeinheit des CPC bot drei verschiedene Bildschirmmodi: Mode 0 mit 160×200 Pixeln bei 16 Farben, Mode 1 mit 320×200 Pixeln bei 4 Farben, und Mode 2 mit 640×200 Pixeln bei nur 2 Farben. Damit bot der CPC eine enorme Flexibilität – und schlug den ZX Spectrum in Farbdarstellung und Auflösung deutlich. Die Palette umfasste 27 Farben, wobei je nach Modus eine bestimmte Auswahl gleichzeitig darstellbar war. Der Bildschirm wurde über einen eingebauten Gate Array Chip angesteuert, der die Zusammenarbeit zwischen dem Prozessor und dem CRTC (Cathode Ray Tube Controller, ein Hitachi 6845) regelte.

Die Tonerzeugung übernahm der AY-3-8912 Soundchip von General Instrument. Dieser dreistimmige PSG (Programmable Sound Generator) war auch im MSX-Standard, dem Atari ST und im ZX Spectrum 128 enthalten. Er ermöglichte komplexe Klangstrukturen und war fähig, einfache Musik sowie Soundeffekte für Spiele zu generieren. Der AY-3-8912 verfügte über drei unabhängige Kanäle mit steuerbarer Lautstärke und Rauschgenerator, was ihn dem SID-Chip des C64 zwar unterlegen, aber dem simplen Beeper des Spectrum weit überlegen machte.

Das Betriebssystem des CPC war AMSDOS, ein in ROM eingebettetes Dateisystem, das mit dem ebenfalls enthaltenen Locomotive BASIC eng verzahnt war. Dieses BASIC galt damals als eines der leistungsfähigsten auf Heimcomputern. Es ermöglichte strukturierte Programmierung, hatte viele Befehle für Grafik und Sound, und nutzte die Hardware effizient aus. Locomotive Software Ltd., die dieses BASIC entwickelte, bestand aus einer kleinen Gruppe talentierter Entwickler, angeführt von Richard Clayton. Sie arbeiteten eng mit Amstrad zusammen, um ein konsistentes Benutzererlebnis zu garantieren.

Der Aufbau des CPC war ein Alleinstellungsmerkmal: Der Computer war in die Tastatureinheit integriert, ein Bandlaufwerk (bzw. später ein 3-Zoll-Diskettenlaufwerk beim CPC 664/6128) war eingebaut, und ein Monitor diente gleichzeitig als Netzteil für das System – ein cleveres Design, das Kabelsalat und Kompatibilitätsprobleme minimierte. Der Massenspeicher war zunächst das Kassettenlaufwerk, später ersetzte Amstrad es durch ein 3-Zoll-Diskettenlaufwerk, das von Hitachi stammte. Diese Disketten boten eine Kapazität von 178 KB pro Seite und galten als zuverlässig, waren jedoch teurer und weniger verbreitet als die 5,25-Zoll- oder 3,5-Zoll-Diskettenformate der Konkurrenz. Dies führte dazu, dass viele Anwender Adapter oder Zusatzlaufwerke verwendeten.

Anschlusstechnisch verfügte der CPC über einen Expansion-Port, Joystick-Anschluss, Audio-Ausgang, Druckeranschluss und einen RGB-Monitoranschluss. Viele Peripheriegeräte wurden geplant oder tatsächlich produziert, darunter Plotter, externe Laufwerke, Speichererweiterungen, Maus-Interfaces, Lightguns und sogar MIDI-Erweiterungen. Amstrad versuchte auch, den CPC als Bildungsrechner in Schulen zu etablieren – mit begrenztem Erfolg, da BBC Micro und Acorn hier stärker waren.

Mit über drei Millionen verkauften Einheiten war die CPC-Serie kommerziell ein großer Erfolg, insbesondere in Frankreich, Spanien und Großbritannien. Der CPC wurde nicht nur im Handel stark beworben, sondern auch als „Volkscomputer“ im Schulsystem einiger Länder eingeführt. Die CPC 464, 664 und 6128 bildeten die Kernfamilie, später folgten kompakte Varianten wie der CPC 464+ und 6128+ im Jahr 1990, die sich jedoch nicht mehr gut verkauften. In einem Artikel der französischen Zeitschrift Tilt wurde 1985 geschrieben: „Der CPC hat das geschafft, was der Thomson MO5 nicht konnte: Schüler begeistern, Eltern überzeugen und Entwickler motivieren.“

Zu den Nachteilen des CPC gehörten die proprietären 3-Zoll-Disketten, die begrenzte Softwarekompatibilität mit anderen Plattformen, sowie die etwas schwerfällige Grafikprogrammierung in BASIC. Auch wenn die Hardware solide war, wurden viele Spiele nur in Modus 1 mit 4 Farben portiert, um die Speicherkapazität nicht zu überlasten – ein Punkt, der die visuelle Qualität vieler Titel gegenüber C64- oder ST-Versionen schmälert. Dafür punktete der CPC mit Zuverlässigkeit, einfacher Bedienung und gutem BASIC.

Im Vergleich zur Konkurrenz war der C64 klanglich überlegen (dank SID), der Spectrum billiger (aber technisch deutlich unterlegen), und der BBC Micro besser für Bildungseinrichtungen ausgestattet, aber teurer. Der CPC versuchte sich dazwischen zu positionieren – mit einem gewissen Maß an Erfolg. Alan Sugar selbst bemerkte einmal süffisant: „Wir bauen keine Computer für Freaks. Wir bauen Maschinen für Menschen, die einfach einen funktionierenden Computer wollen.“

Zwar war der Amstrad CPC nie so stark mit prominenten Fans verbunden wie der Commodore 64 oder der ZX Spectrum, doch gibt es einige bekannte Persönlichkeiten aus der Technik-, Musik- oder Gameszene, die sich öffentlich als Fans oder frühere Nutzer des Amstrad CPC geäußert haben. Hier sind einige davon, darunter auch solche, die heute in der Retro- oder Games-Community einen gewissen Bekanntheitsgrad besitzen, beispielsweise Ben Daglish – Der bekannte britische Komponist von 8-Bit-Musik (u.a. The Last Ninja, Krakout) arbeitete zwar vorrangig für den C64, äußerte aber mehrfach in Interviews seine Sympathie für den CPC-Soundchip AY-3-8912 und nannte ihn „eleganter als man glaubt“. In einem Interview mit Retro Gamer sagte er: „Mit ein bisschen Liebe und technischem Verständnis ließ sich dem CPC-Soundchip fast so viel Gefühl entlocken wie dem SID.“

Auch John Romero war von der CPC Reihe angetan. Der Mitbegründer von id Software (Doom, Quake) erwähnte in einem Twitter-Beitrag, dass er nie selbst einen CPC besaß, aber ein Fan von CPC-Demos geworden sei, nachdem er sie auf Retro-Festivals gesehen hatte: „Demos auf dem CPC zeigen, wie viel man aus limitierter Hardware herausholen kann – echtes Kunsthandwerk.

Heute gilt der Amstrad CPC als einer der stilvollsten und durchdachtesten Heimcomputer der 80er Jahre. Eine aktive Retro-Community pflegt sein Erbe, entwickelt neue Spiele, Hardware-Erweiterungen und Emulatoren. Der CPC war nie der revolutionärste Computer – aber er war einer der solidesten, und sein Erfolg zeigt, dass durchdachtes Design und kluge Marktstrategie selbst gegen technisch überlegene Konkurrenten bestehen konnten.

Amstrad GX4000

Amstrad GX4000

Amstrad GX4000

Der Amstrad GX4000, eine Videospielkonsole, die 1990 von Amstrad herausgebracht wurde. Diese exklusiv in Europa erhältliche Konsole war eine Neuauflage der CPC Plus-Computerreihe von Amstrad und bot direkte Konvertierungen von CPC Plus-Titeln. Sie war nur kurze Zeit auf dem Markt, bevor sie eingestellt wurde.

Der Amstrad GX4000 war der erste und einzige Versuch des britischen Unternehmens Amstrad, in den Videospielkonsolenmarkt einzutreten. Die Konsole wurde 1990 im CNIT Centre in Paris offiziell angekündigt und erschien einen Monat später in Großbritannien, Frankreich, Spanien und Italien. Die Konsole basierte auf der damals noch populären CPC-Technologie und teilte ihre Architektur mit der gleichzeitig veröffentlichten CPC-Plus-Computerreihe, was eine Kompatibilität mit den meisten CPC-Plus-Softwaretiteln ermöglichte. Der Slogan für die Maschine lautete: „Bringen Sie die ganze Arcade in Ihr Zuhause!

Als Hauptprozessor kam ein 8-Bit Zilog Z80A mit einer Taktfrequenz von 4 MHz zum Einsatz. Dieser Prozessor war für seine Zeit leistungsfähig und ermöglichte eine flüssige Ausführung der Spiele. Die Konsole verfügte über 64 KB RAM und 16 KB Video-RAM. Für die Grafik sorgte ein ASIC-Chip, der Unterstützung für Sprites, weiches Scrolling und programmierbare Interrupts bot. Die maximale Auflösung betrug 640×200 Pixel bei 2 Farben, während in niedrigeren Auflösungen bis zu 16 Farben gleichzeitig dargestellt werden konnten. Die Farbtiefe lag bei 12-Bit RGB, was eine Palette von 4096 Farben ermöglichte. Für den Sound war der AY-3-8912-Chip zuständig, der 3-Kanal-Stereo-Audio lieferte. Die Konsole wurde in Großbritannien für £99,99 und in Frankreich für 990 Francs angeboten. Inflationsbereinigt entspricht dies heute etwa 220 Euro. Im Lieferumfang waren das Rennspiel "Burnin' Rubber", ein Netzteil und zwei Controller enthalten.

Trotz anfänglich positiver Bewertungen konnte die GX4000 kommerziell nicht Fuß fassen. Insgesamt wurden nur etwa 15.000 Einheiten verkauft. Viele der verfügbaren Spiele waren lediglich leicht verbesserte Versionen bestehender CPC-Titel, was das Interesse der Verbraucher minderte. Verbraucher waren nicht daran interessiert 25 Pfund für ein Spiel zu bezahlen, dass sie für 3,99 Pfund auch auf Kassette erhalten konnten. Zudem konnte Amstrad nicht mit der Marketingkraft von Konkurrenten wie Sega und Nintendo mithalten. Einige Geschäfte reduzierten den Preis der Konsole bereits wenige Wochen nach der Markteinführung drastisch, und bis Juli 1991 wurde sie teilweise für nur £29,99 angeboten.

Die GX4000 unterstützte verschiedene Peripheriegeräte, darunter analoge Joysticks und Lightguns. Es gab jedoch nur wenige Spiele, die diese Hardware nutzten. Die Standard-Controller ähnelten denen anderer 8-Bit-Konsolen jener Zeit und verfügten über zwei Aktionstasten.

Insgesamt war der Amstrad GX4000 ein ambitionierter, aber letztlich erfolgloser Versuch, im hart umkämpften Konsolenmarkt Fuß zu fassen. Die Kombination aus starker Konkurrenz, mangelnder Softwareunterstützung und unzureichendem Marketing führte dazu, dass die Konsole bereits 1991 wieder vom Markt genommen wurde.

Amstrad PCW-16

Amstrad PCW-16

Der Amstrad PCW-16 wurde Anfang der 1990er Jahre als Nachfolger der erfolgreichen PCW-Reihe entwickelt, die seit 1985 insbesondere als kostengünstige Wordprozessoren für kleine Unternehmen, Selbstständige und den Bildungssektor beliebt war. Die ursprüngliche PCW-Serie, darunter Modelle wie der PCW-8256 und PCW-9512, zeichnete sich durch ihre Einfachheit und den Fokus auf Textverarbeitung aus, was sie zu einer günstigen Alternative zu den teureren IBM-kompatiblen PCs machte.

Amstrad erkannte jedoch, dass sich der Markt bis in die 1990er Jahre erheblich verändert hatte. Personal Computer wurden zunehmend leistungsfähiger, vielseitiger und günstiger. Die Einführung grafischer Benutzeroberflächen wie Windows und der Aufstieg von IBM-kompatiblen Systemen drängten spezialisierte Geräte wie die PCW-Reihe in eine Nische. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, wollte Amstrad mit dem PCW-16 eine modernisierte Version der beliebten Plattform auf den Markt bringen. Ziel war es, das Gerät für traditionelle PCW-Kunden attraktiv zu machen und gleichzeitig neue Käufer anzusprechen.

Die Entwicklung des PCW-16 begann mit der Idee, die Einfachheit und Zuverlässigkeit der PCW-Serie beizubehalten, jedoch in einem moderneren Gewand. Hierbei wurde die textbasierte Benutzeroberfläche durch The Desktop, eine grafische Umgebung, ersetzt. The Desktop sollte den Bedienkomfort erhöhen und gleichzeitig eine vertraute Umgebung für bestehende Nutzer bieten. Das neue Betriebssystem Roseanne wurde speziell für den PCW-16 entwickelt und sollte, wie seine Vorgänger, ein einfaches und effizientes Arbeiten ermöglichen.

Trotz dieser Bemühungen war die Marktbedeutung des PCW-16 begrenzt. Als das Gerät 1994 veröffentlicht wurde, war der Markt für spezialisierte Textverarbeitungscomputer weitgehend verschwunden. IBM-kompatible PCs und Apple-Computer hatten sich mit ihren vielseitigen Einsatzmöglichkeiten durchgesetzt, und selbst einfache Textverarbeitungsprogramme waren mittlerweile auf nahezu jedem Computer verfügbar. Zudem fehlten dem PCW-16 viele der Funktionen, die andere Computer seiner Zeit boten, wie erweiterbare Software oder ein offenes Betriebssystem. Die angekündigten Erweiterungsmöglichkeiten, etwa zusätzliche Speicheroptionen oder Anwendungen auf ROM-Bausteinen, wurden nie umgesetzt, was die Attraktivität des Geräts weiter schmälerte.

In Großbritannien und einigen anderen Märkten fand der PCW-16 eine kleine, treue Anhängerschaft, insbesondere unter langjährigen Amstrad-Nutzern. Dennoch blieb das Gerät ein Nischenprodukt. Es konnte nicht an den Erfolg der ursprünglichen PCW-Reihe anknüpfen und wurde bald darauf vom Markt genommen. Heute wird der PCW-16 als eine interessante, aber letztlich erfolglose Übergangslösung angesehen, die den technologischen und wirtschaftlichen Herausforderungen ihrer Zeit nicht gewachsen war.