Morrow Designs Micro Decision – Professionelle CP/M-Power im Übergang zum PC-Standard

Als George Morrow 1982 den Micro Decision auf den Markt brachte, war er längst keine unbekannte Größe mehr. Bereits in den 1970er-Jahren hatte er sich im entstehenden Mikrocomputermarkt etabliert und galt als überzeugter Befürworter des S-100-Busses, einem der ersten weit verbreiteten standardisierten Computerbusse, der in zahlreichen Systemen jener Zeit Verwendung fand. Morrow beteiligte sich nicht nur an dessen Verbreitung, sondern entwickelte auch eigene Erweiterungen und Zubehör. Mit einer Speichererweiterung für den Altair 8800 gab er sein Debüt als Hardwarehersteller.

Doch George Morrow plante mehr. Wie andere Unternehmer jener Zeit wollte er Computer nicht nur für Spezialisten bauen, sondern für eine breitere Anwenderschaft zugänglich machen. Anders als etwa Jack Tramiel zielte Morrow jedoch nicht primär auf den günstigsten Preis, sondern auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Leistung, Ausstattung und Kosten. Der Micro Decision war daher als kompakter Business-Computer konzipiert, der professionelle Anwendungen ermöglichen sollte, ohne in die Preisregion großer Bürorechner vorzudringen.

Vor diesem Hintergrund erschien 1982 Morrows eigener Rechner, der Micro Decision, als konsequenter Schritt vom Komponentenhersteller zum Anbieter kompletter Arbeitsplatzsysteme.

Technisch basierten die Micro-Decision-Rechner auf einem Zilog Z80A mit 4 MHz und nutzten 64 KB RAM, womit die maximale Speichergröße erreicht wurde, die unter CP/M direkt adressierbar war. Als Betriebssystem kam CP/M 2.2 zum Einsatz, ergänzt durch Morrows menügesteuerte Software-Oberfläche, die den Einstieg in die Softwarewelt erleichtern sollte. Damit war das System klar als Arbeitsmaschine gedacht und weniger als Experimentierplattform.

Die frühen Modelle wurden in Varianten mit ein oder zwei internen 5,25-Zoll-Diskettenlaufwerken angeboten. Hier lag auch der wichtigste Unterschied zwischen den verbreiteten Konfigurationen: Während das MD2 zwei einseitige Laufwerke mit zusammen etwa 400 KB nutzbarem Speicher bot, verfügte das MD3 über doppelseitige Laufwerke mit nahezu doppelter Kapazität. Für Anwender bedeutete dies vor allem weniger Diskettenwechsel und damit spürbar effizienteres Arbeiten.

Der Einführungspreis lag bei rund 1599 US-Dollar für ein vollständiges MD2-System und etwa 1899 US-Dollar für das leistungsfähigere MD3-Modell. Inflationsbereinigt entspricht dies heute grob fünf- bis sechstausend Dollar, womit sich die Rechner im unteren bis mittleren Business-Segment bewegten. Sie waren damit deutlich teurer als Heimcomputer, aber günstiger als viele größere Büroanlagen.

Zeitgenössische Tests bescheinigten dem System eine solide Ausstattung. In einer Rezension wurde der Micro Decision als leistungsfähiges CP/M-System mit einer für den Preis bemerkenswert umfangreichen Hard- und Software-Ausstattung beschrieben. Diese Einschätzung verdeutlicht den historischen Standpunkt: leistungsfähig innerhalb seiner Klasse, aber bereits technisch konservativ.

Im Wettbewerb standen die Morrow-Rechner vor allem mit anderen CP/M-Systemen wie dem Osborne 1, dem Kaypro II oder dem Xerox 820. Gegenüber diesen boten sie eine umfangreiche Softwareausstattung und ein vergleichsweise komfortables Bedienkonzept. Mit dem Aufkommen des IBM-PC-Standards verloren solche Systeme jedoch rasch an Bedeutung, da sich der Markt zunehmend auf 16-Bit-Architekturen verlagerte.

Im Laufe der Zeit entstand eine ganze Modellfamilie innerhalb der Micro-Decision-Serie. Neben frühen Diskettenvarianten erschienen später Systeme mit erweiterten Konfigurationen und optionalen Festplattenlösungen, darunter Modelle wie MD5, MD11 oder MD16. Konkrete Verkaufszahlen wurden nie veröffentlicht, doch gilt die Serie als solide verbreitet in professionellen Nischenmärkten, ohne jemals den Massenmarkt zu erreichen.

Rückblickend stehen die Micro-Decision-Rechner exemplarisch für die letzte Phase der CP/M-Business-Computer. Ihre Stärke lag in der praxisnahen Softwareausstattung und der klaren Ausrichtung auf produktives Arbeiten, während ihre Schwäche in der rasch einsetzenden technischen Überholung durch 16-Bit-Systeme lag. Damit markieren die Morrow-Systeme einen Übergangspunkt zwischen den frühen Mikrocomputern der CP/M-Ära und der Dominanz des IBM-PC-Standards.

Für Anwender boten die Rechner mehrere klare Vorteile. Die umfangreiche Softwareausstattung, die solide Hardwarebasis und das benutzerfreundliche Menüsystem erleichterten den Einstieg in professionelle Anwendungen. Gleichzeitig zeigte sich jedoch auch die Kehrseite: Die 8-Bit-Architektur galt bereits kurz nach Erscheinen als begrenzt, und mit der wachsenden Bedeutung von IBM-kompatiblen Systemen verlor CP/M schnell an Zukunftssicherheit. Genau diese Mischung aus solider Gegenwart und unsicherer Zukunft prägte die Wahrnehmung der Micro-Decision-Reihe.

 

Amiga 3000 – Die Maschine, die für Profis gedacht war, aber Fans gewann

Amiga 3000 – Die Maschine, die für Profis gedacht war, aber Fans gewann

Als Commodore im Frühjahr 1990 den Amiga 3000 präsentierte, schien der große Sprung in die professionelle Computerwelt vollzogen. Der Rechner, entwickelt von den Teams in West Chester (Pennsylvania) und Braunschweig, war keine Revolution, sondern die verfeinerte Vollendung des Amiga 2000 – präziser, stabiler, aufgeräumter. In ihm zeigte sich, wie weit Commodores Ingenieure den ursprünglichen Amiga-Gedanken treiben konnten, wenn sie freie Hand bekamen. Für unsere Generation war er geradezu ein Traum und preislich unendlich fern. Jedoch nicht für alle. Kurz nach Einführung besaß ein alter Klassenkamerad dieses Stück Hardware. Dass er sich das leisten konnte, lag möglicherweise an seinen Mailboxen und der Beteiligung an namhaften Cracker-Truppen und ihrem erträglichen Handwerk – aber das ist eine andere Geschichte und soll ein anderes Mal erzählt werden …

Im Inneren des Amiga 3000 arbeitete ein Motorola 68030 mit 16 oder 25 MHz, optional ergänzt durch eine 68882-FPU. Damit zog der Amiga erstmals vollständig in die 32-Bit-Welt ein, ohne externe Beschleunigerkarten wie beim Amiga 2500 zu benötigen. Ab Werk war der Rechner mit 1 MB Chip-RAM und 1 MB Fast-RAM ausgestattet, erweiterbar auf 2 MB Chip- und bis zu 16 MB Fast-RAM. Händler boten häufig aufgerüstete Versionen mit 4 MB Fast-RAM an, um ihn für DTP- und Grafikaufgaben attraktiver zu machen.

In der Anfangsphase zeigte sich Commodores Hang zur Improvisation: Kickstart 2.0, das neue ROM-Betriebssystem, war zum Serienstart noch nicht fertig. Daher wurden die ersten Amiga 3000 mit sogenannten Boot-ROMs ausgeliefert, ähnlich wie einst der Amiga 1000. Zur Einordnung: Kickstart war das Grundsystem des Amiga, gewissermaßen das Betriebssystem im ROM. Es enthielt den Kernel, die grafischen Routinen, den Speicher- und Geräte-Manager – das Rückgrat, auf dem Workbench und alle Programme aufbauten. Ohne Kickstart startete kein Amiga. Während es bei Modellen wie dem A500 oder A2000 fest im ROM lag, musste es bei frühen A3000-Serien noch von Diskette oder Festplatte nachgeladen werden.

Im ROM befand sich ein rudimentäres System, Kickstart 1.4 Beta, das beim Einschalten ein vollständiges Kickstart-Image von Diskette oder Festplatte lud. Dafür war mindestens 1 MB Fast-RAM (DIP oder ZIP) erforderlich, da das Image dort abgelegt wurde. Diese frühen ROMs funktionierten nur mit der MMU des 68030 – wer später eine 68040- oder 68060-Karte einsetzte, erlebte böse Überraschungen: Das System bootete schlicht nicht. Durch Drücken beider Maustasten ließ sich beim Einschalten ein Bootmenü aufrufen, in dem man zwischen Kick 1.3 und Kick 2.x wählen konnte. Das jeweils benötigte Kickstart-File erwartete der Rechner unter „Wb_2.x:devs/kickstart“ oder „Wb_1.3:devs/kickstart“. Klickte man im Menü mit der Maus in die linke obere Ecke, startete das rudimentäre Kickstart 1.4 direkt aus dem ROM – eine versteckte Notfunktion, die Commodore-Techniker liebevoll eingebaut hatten.

Ein Nachteil dieser Lösung: Da das Kickstart-Image im oberen Bereich des Fast-RAM lag, standen rund 512 KB weniger Speicher zur Verfügung. Erst spätere Revisionen mit echten ROM-Bausteinen – zunächst in einem ROM-Tower, später fest gesockelt – enthielten ein vollwertiges Kickstart 2.0, wodurch dieser Speicher wieder frei wurde und der Bootvorgang erheblich schneller verlief.

Das Amiga-Grafiksystem war weiterhin ein Musterbeispiel für elegantes Hardware-Design. Der Blitter erlaubte schnelle Blockverschiebungen, während der programmierbare Bildgenerator und der Sprite-Controller flüssige Animationen ermöglichten. Die Bildwiederholfrequenz betrug 50 oder 60 Hertz. Die Auflösungen reichten von 320 × 256 bis 1280 × 512 Pixel. Im Overscan-Modus ließ sich der sichtbare Bereich erweitern, wodurch bei Video- und Titelanwendungen die Bildränder verschwanden. In der höchsten Auflösung konnten vier Farben gleichzeitig dargestellt werden, in niedrigeren Modi bis zu 32 oder 4096 Farben – Letzteres mit Einschränkungen, aber für 1990 beeindruckend.

Zur Wahrung der Kompatibilität bot der A3000 sämtliche Standard-Amiga-Grafikmodi über die bekannte 23-polige RGB-Buchse bei 15 kHz Zeilenfrequenz. Besitzer von Multisync-Monitoren, die 31 kHz verarbeiten konnten, kamen dank des neuen „Amber“-Chips erstmals in den Genuss flimmerfreier VGA-Darstellung – ein Quantensprung für professionelle Nutzer.

Eine weitere Besonderheit des A3000 war das aufgesetzte Daughterboard, das beim A3000 die Erweiterungssteckplätze bereitstellte – also den Grafikkarten-Slot, die Zorro-III- und die ISA-Steckplätze. Bei einigen frühen Revisionen waren die ISA-Ports allerdings falsch bestromt, und generell sind deren Datenleitungen nicht direkt mit dem Amiga-Bus verbunden. Um sie nutzen zu können, benötigte man eine Bridgeboard-Karte mit eigener x86-CPU, die die ISA-Steckplätze aktivierte. Unter Kickstart 1.3 ließ sich das Daughterboard zu Testzwecken sogar weglassen; ab Kickstart 2.0 führte dessen Fehlen jedoch zu einem gelben Bildschirm – ein klares Signal für fehlende Bus-Initialisierung.

Auf dem Daughterboard saß auch der Super Buster, Commodores zentraler Buscontroller. Er vermittelte zwischen CPU, Speicher und den Amiga-Erweiterungsbussen und diente als Bindeglied zwischen Zorro II und dem neuen Zorro III. In der Praxis blieb seine Entwicklung jedoch unvollendet: Es existierten mehrere Revisionen mit teils deutlichen Unterschieden. Die frühen A3000-Varianten (Revisionen bis 7) boten nur eine grundlegende Unterstützung von Zorro III und verzichteten auf echtes DMA; Zorro-III-Karten liefen hier lediglich im kompatiblen Zorro-II-Modus, was die Leistung deutlich einschränkte. Spätere Überarbeitungen, beginnend mit Revision 9 (bekannt aus dem A4000), führten DMA ein und verbesserten die Performance geringfügig, enthielten jedoch einen Fehler im Busmanagement, der unter bestimmten Umständen zu Systemhängern führen konnte. Erst Revision 11, wie sie im A4000T serienmäßig und für den A3000 als Nachrüst-Upgrade erhältlich war, bot eine stabile DMA-Unterstützung für einen Busmaster – genug für professionelle Anwendungen, aber noch nicht das ursprünglich geplante Zorro-III-Ideal.

Um diese Revision überhaupt einsetzen zu können, musste der A3000 mit der 25-MHz-Variante des Boards ausgestattet sein; die 16-MHz-Version war damit nicht kompatibel. Der Super Buster blieb damit ein Beispiel für Commodores typischen Spagat zwischen Vision und Umsetzbarkeit – ein konzeptionell ambitioniertes Bauteil, das sein volles Potenzial nie ganz entfalten konnte.

Mit dem Zorro III-Bus führte Commodore die erste vollständig 32-Bit-fähige Amiga-Architektur ein. Theoretisch lag die Bandbreite bei 150 MB/s, realistisch erreichten Systeme 6 bis 15 MB/s, abhängig von DMA-Controller und Peripherie. Entscheidend war weniger der Wert als das Konzept: abwärtskompatibel, DMA-fähig und zukunftssicher.

Ebenfalls neu war der integrierte SCSI-Controller, der Zusatzkarten überflüssig machte und echten DMA-Zugriff erlaubte. Zusammen mit Workbench 2.0, dem Fast File System und der neuen GUI wurde der A3000 zum stabilsten und zuverlässigsten Amiga, den Commodore je gebaut hatte.

Das Gehäuse war flach, hellgrau und sachlich – „Kein Spielzeug mehr“, schrieb die c’t 1990, „sondern ein echter Arbeitscomputer mit Unix-Ambitionen.“ Eine Variante mit Amiga Unix SVR4 (A3000UX) fand ihren Platz in Universitäten und technischen Instituten. Dave Haynie resümierte später: „The 3000 was the machine we always wanted to build if management had just let us.“ (Der 3000 war die Maschine, die wir immer bauen wollten, wenn uns das Management nur gelassen hätte.)

Der Einführungspreis lag bei 3499 US-Dollar (heute etwa 8400 Euro). In Deutschland kostete die 100-MB-SCSI-Variante rund 6 000 DM, also 10 200 Euro inflationsbereinigt. Damit stand der A3000 in direkter Konkurrenz zu Workstations wie der NeXTstation oder dem Atari TT030 – aber mit unverkennbar eigenem Charakter.

Zeitgenössische Magazine zogen ein klares Fazit. Amiga Format schrieb: „The A3000 is the Amiga grown up – fast, serious and stylish.“ (Der A3000 ist der erwachsen gewordene Amiga – schnell, ernsthaft und elegant.) Das Amiga Magazin befand: „Ein Traum für alle, die ernsthaft arbeiten wollen und trotzdem den Spaß am Amiga behalten möchten.

Der Amiga 3000 blieb ein Computer für Kenner – zu teuer für Heimanwender, zu speziell für den Büromarkt, aber technisch makellos. Ein Rechner, der aus Leidenschaft und Ingenieursgeist entstand, nicht aus Marketing.

(mein besonderer Dank geht an "Frank H Aus L", der mit seinem Fachwissen und seiner Expertise diesen Artikel erst ermöglicht hat).

Philips NMS 801

Philips NMS 801 – Der MSX, der keiner war

Philips NMS 801Als der Philips NMS 801 im Jahr 1989 auf dem italienischen Markt erschien, war die große MSX-Ära bereits Geschichte. Die Heimcomputerlandschaft befand sich im Wandel, und Philips versuchte, mit einem ungewöhnlichen Hybridgerät zwischen Konsole und Computer noch einmal Fuß zu fassen. Der NMS 801 war auf den ersten Blick ein vertrautes Mitglied der NMS-Familie – graues Kunststoffgehäuse, MSX-typische Formensprache – doch hinter der Fassade verbarg sich ein System, das nur vorgab, ein MSX zu sein.

Auf der Verpackung prangte stolz der Hinweis „MSX compatibile“, nicht das offizielle Logo. Ein feiner, aber bedeutender Unterschied: Der Rechner erfüllte die technischen Grundvoraussetzungen eines MSX1, ohne wirklich vollständig kompatibel zu sein. Sein Inneres zeigte einen Zilog Z80A-Prozessor (SGS Z8400AB1) mit 3,58 MHz, 64 Kilobyte RAM und 16 Kilobyte VRAM, verwaltet vom Texas Instruments TMS9129NL. Dazu kam ein klassischer dreistimmiger PSG-Soundchip, der das typische Zwitschern und Brummen jener Epoche lieferte. Auf dem Bildschirm erschienen 256 × 192 Pixel bei 16 Farben – solide, aber Standard. Doch entscheidende Merkmale eines echten MSX fehlten: kein Cartridge-Slot, kein Druckerport, keine Disketten-Schnittstelle. Der seitliche „Slot“ war nur ein Formelement im Gehäuse, die Platine darunter schlicht leer.

Der Rechner startete in MSX BASIC Version 3.0 – eine Überraschung, denn diese Firmware war eigentlich MSX2- und MSX2+-Systemen vorbehalten. Das führte zu einer merkwürdigen Situation: Der NMS 801 verstand Befehle, die er gar nicht ausführen konnte. Grafik- und Farbkommandos, die höhere Modi voraussetzten, wurden ignoriert, während das System sich weiterhin als „MSX BASIC 3.0“ meldete. Das war ebenso charmant wie widersprüchlich und machte den Computer zu einem kleinen Kuriosum: ein Gerät mit dem Selbstbewusstsein eines MSX2, aber den Fähigkeiten eines MSX1.

Noch widersprüchlicher war der Hinweis auf der Verpackung, der vollmundig „Compatible MSX-DOS“ versprach. Tatsächlich besaß der Rechner keinerlei Möglichkeit, ein Diskettenlaufwerk anzuschließen. Kein Bus, kein Port, keine Erweiterungsbuchse. Die einzige Datenschnittstelle war der Tape-Port auf der Rückseite, gedacht für den beigelegten Philips-Datenrekorder. Neben ihm fanden sich zwei Joystick-Ports, ein fest installiertes SCART-Kabel für Videoausgabe und ein HF-Ausgang für ältere Fernseher. Mehr brauchte es laut Philips auch nicht – schließlich sollte der NMS 801 kein Arbeitsgerät sein, sondern ein Unterhaltungsapparat für Wohnzimmer und Kinderzimmer.

Im Inneren verriet der Aufbau alles über diese Philosophie. Die Hauptplatine trug den Aufdruck CELINT Ltd. 1989 – Made in Italy. CPU, Videochip und Sound-PSG lagen dicht beieinander, gespeist von einer kleinen Tochterplatine für die Spannungsversorgung. Viele Boards trugen noch die ursprüngliche Kennzeichnung NMS 800, der Name 801 war nur ein nachträglicher Aufkleber. Auch im Handbuch wurde die Typnummer einfach überklebt – ein Sinnbild für die Pragmatik, mit der Philips das Modell aus bestehenden Teilen zusammenstellte.

Verkauft wurde der NMS 801 als Komplettpaket: Im Karton lagen ein Joystick, der Datenrekorder-Anschluss, das Handbuch und sechs Kassetten mit insgesamt 50 Spielen, die unter der Bezeichnung “Philips Game Pack” erschienen. Sie stammten von der britischen Firma Mr. Micro und vereinten Public-Domain- und BASIC-Programme, die bekannte Klassiker leicht verfremdet nachahmten. Auf einer Kassette fand sich Galactic Invaders, ein simpler Space Invaders-Klon mit Einzelschuss-Mechanik, auf einer anderen Frog River, unverkennbar eine Variation von Frogger. Brick Buster versuchte sich an Breakout, Labyrinth Run an Pac-Man, Tennis Match erinnerte an Pong, und Submarine Attack kopierte das Prinzip von Sea Wolf. Dazu gesellten sich Denkspiele, Reaktionsübungen und simple Abenteuer – meist in BASIC programmiert, langsam, aber charmant.

Diese Pseudoadaptionen besaßen zwar nicht den Glanz echter Konami- oder Compile-Titel, erfüllten aber ihren Zweck: Sie vermittelten Anfängern das Gefühl, sofort losspielen zu können. Ein italienisches Werbeblatt pries sie an mit den Worten:

„50 videogiochi pronti per divertirsi – come nei grandi computer!“
(„50 Videospiele, sofort spielbereit – wie auf den großen Computern!“)

Charmant übertrieben, gewiss, doch der Gedanke war ehrlich: ein Computer, der aus der Schachtel heraus Spaß machte, ohne Zusatzkäufe oder technische Kenntnisse. Damit zielte Philips auf eine Käuferschicht, die sich weder mit Erweiterungsslots noch mit Diskettenformaten befassen wollte.

Der Einführungspreis lag bei etwa 340 000 Lire, inflationsbereinigt rund 370 Euro oder 320 Pfund. Für ein Gerät ohne Erweiterbarkeit war das zu viel, um den Massenmarkt zu gewinnen, aber zu wenig, um ernsthafte Computerfans anzusprechen. Entsprechend leise verschwand der NMS 801 wieder vom Markt. In der Fachpresse fand er kaum Beachtung – nur in kleinen Händleranzeigen wurde er erwähnt, meist als „MSX-ähnlicher Lern- und Spielecomputer“.

Heute hat der NMS 801 seinen Platz als Sammlerstück und Kuriosität gefunden. Er ist das Sinnbild einer Übergangszeit: die späten Atemzüge der 8-Bit-Ära, in der große Hersteller ihre letzten Restbestände zu konsolenartigen Hybriden zusammenfügten. Sein BASIC 3.0 läuft noch immer, seine Kassetten quietschen nostalgisch – und wer Frog River spielt, lächelt wissend, denn er erkennt die Frösche aus dem Original. Der NMS 801 ist damit kein großer Computer, aber ein liebenswerter kleiner Schwindler: ein „MSX, der keiner war“.

 

Ontel Amigo

Ontel Amigo – Der CP/M-All-in-One mit zwei Prozessoren

ontel amigoDer Ontel Amigo war ein 8-Bit-Personal Computer, den die US-Firma Ontel Corporation Anfang 1983 auf den Markt brachte. Das kompakte System integrierte Rechner und Bildschirm in einem Gehäuse und wurde sowohl für den Heimgebrauch als auch für kleine Büros konzipiert. Ontel hatte zuvor vor allem intelligente Terminalsysteme (OP‑1-Serie) hergestellt; mit dem Amigo wollte man nun ein „freundliches“ Einzelplatz-System anbieten – der Produktname bedeutet auf Spanisch „Freund“. Tatsächlich war Ontel damit Vorreiter: Die britische Firma C/WP übernahm das Design (dort als Cortex vermarktet), und Commodore soll wegen der Namensähnlichkeit seines 1985 erschienenen Amiga sogar etwas nervös gewesen sein. Noch bevor der Amigo größere Verbreitung finden konnte, wurde Ontel 1982 jedoch von Visual Technology übernommen, sodass das Gerät in den USA nur kurz unter dem Namen Ontel Amigo lief. Die Entwicklungsleitung hatte zu dieser Zeit Ike Nassi (später bei Visual Technology), der 1982–1983 als Vice President Engineering bei Ontel tätig war. Ontel-Gründer und CEO war David Ophir – seine Initialen „OP“ hatten bereits die frühere OP‑1-Produktreihe geprägt.

Das Amigo-System zeichnete sich durch eine außergewöhnliche Dual-Prozessor-Architektur aus. Als Hauptprozessor diente ein 4 MHz schneller Zilog Z80A mit 64 KB RAM, der unter CP/M (inklusive Grafik-Erweiterung GSX-80) das Betriebssystem und die Anwendungsprogramme steuerte. Zusätzlich enthielt der Amigo einen MOS 6502-Prozessor, der ausschließlich für die Videoausgabe zuständig war. Diese Aufgabenteilung – ein zweiter 8-Bit-Chip als Grafikkontroller – war Anfang der 1980er neuartig und verlieh dem Rechner in Grafikoperationen eine im CP/M-Marktsegment überdurchschnittliche Leistungsfähigkeit. „Das Display wurde von einem 6502 mit eigenem RAM gesteuert“, erinnerte sich ein Ontel-Anwender, „so war es für seine Zeit ziemlich schnell und leistungsfähig“. Insgesamt standen dem 6502 rund 40–44 KB dedizierter Bildschirmspeicher zur Verfügung. Mit diesem Hardware-Trick gehörte der Amigo zu den ersten Computern, die Digital Researchs neuen Grafikstandard GSX-80 unterstützten, um CP/M ein plattformübergreifendes Grafik-API zu geben. Ontel nutzte diese Fähigkeit insbesondere für Präsentationsgrafiken und für eine angepasste Version des damals führenden Textverarbeitungsprogramms WordStar. Die mitgelieferte WordStar-Ausgabe war speziell auf den Amigo zugeschnitten: Die abgesetzte IBM-ähnliche Tastatur besaß z. B. direkt belegte Tasten für häufige WordStar-Befehle, was die Textbearbeitung effizienter machte. Auch sonst betonte Ontel die Benutzerfreundlichkeit – eine Anzeige pries den Cortex (Amigo-Klon) als „really very friendly computer“ an.

Technisch war der Ontel Amigo für einen CP/M-Heimcomputer sehr gut ausgestattet. Das Gerät besaß ein integriertes 12‑Zoll-Monochromdisplay mit einer hohen Grafikauflösung von 640 × 300 Bildpunkten (im Textmodus 80 Spalten × 25 Zeilen). Diese Auflösung lag über dem, was viele Konkurrenten boten – zum Vergleich: der IBM PC mit CGA-Grafik erreichte 640 × 200 Pixel (2 Farben) oder 320 × 200 (4 Farben). Allerdings war der Amigo ein reines Schwarzweiß-System ohne Farbfähigkeit. Für typische Heimanwendungen der Zeit (Spiele, Grafik) war das ein Nachteil, doch für Geschäftsgraphiken und Text war die Darstellung sehr scharf. Ein dedizierter Soundchip fehlte; das System konnte lediglich einfache Töne bzw. den System-Beep ausgeben, was aber im Büroeinsatz kaum ins Gewicht fiel. Als Hauptspeicher standen 64 KB RAM zur Verfügung – voll ausgeschöpft durch CP/M 2.2, das im Amigo zum Einsatz kam. CP/M mit GSX ermöglichte es, neben rein textorientierten Programmen auch grafische Anwendungen auszuführen. So gehörten Zeichenprogramme wie Digital Researchs DR Graph oder das CAD-ähnliche GraphPlan perspektivisch zum Softwareangebot für GSX-Plattformen. In der Praxis blieb die Auswahl jedoch begrenzt; viele GSX-Ankündigungen waren „Zukunftsmusik“ und 8-Bit-CP/M war 1983 bereits ein auslaufendes System. Ontel setzte daher vor allem auf bewährte CP/M-Software: Neben WordStar liefen Standardprogramme wie dBASE II, Multiplan oder MBASIC, sodass dem Nutzer eine breite Softwarepalette zur Verfügung stand. Die Entscheidung, beim Amigo trotz aufkommender 16-Bit-CPUs noch auf 8 Bit zu setzen, begründete Ontel ausdrücklich mit dem riesigen Fundus an etablierter CP/M-Software, der sofort nutzbar war. Dieses Argument leuchtete vielen Anwendern ein, denn 1983 gab es für das neue MS-DOS des IBM PC noch weit weniger Anwendungen als für CP/M.

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Von außen ähnelte der Amigo einem kompakten Büroterminal oder einem frühen All-in-One-Heimcomputer (ähnlich dem Commodore PET oder TRS-80 Model III). Die gesamte Elektronik und der Monitor waren in einem gemeinsamen Gehäuse untergebracht, während die Tastatur als separates Gerät angeschlossen wurde. Das Gehäuse war etwa 30 × 33 × 43 cm groß und wog rund 16 kg – im Vergleich zu heutigen Heimcomputern also sehr schwer, aber für ein frühes 80er-Jahre-System durchaus normal. In Großbritannien bot C/WP das identische System in sechs verschiedenen Gehäusefarben an (u.a. Rot, Grün, Gelb oder Beige), womit der Cortex diesem Konzept bunter Heimcomputer 15 Jahre vor Apples iMac vorausgriff. In den USA wurde der Ontel Amigo hingegen meist im seriösen Beige oder Grau ausgeliefert. An Anschlüssen stellte das Modell alles bereit, was in seiner Klasse erwartet wurde: Eine serielle RS-232-Schnittstelle ermöglichte den Anschluss von Modems oder Terminals, und über die Centronics-Parallelschnittstelle konnten Drucker angeschlossen werden. Intern besaß das System keinen Steckkarten-Bus wie der IBM PC, doch Ontel integrierte bereits alle wichtigen Komponenten onboard, wodurch externe Erweiterungen kaum nötig waren. Massenspeicher wurden über externe Laufwerke angebunden: Üblich waren zwei 5,25″-Diskettenlaufwerke (360 KB DS/DD) in separaten Gehäusen, die via Kabel mit dem Amigo verbunden wurden. Für größere Datenmengen war ein 5 MB fassendes externes Winchester-Festplattenlaufwerk als Option erhältlich – damals eine beträchtliche Kapazität, allerdings verteuerte das Festplatten-Upgrade das System deutlich. Ontel bot zudem einen passenden Nadeldrucker (Matrix Printer) als Zubehör an. Die geplante Palette an Peripheriegeräten umfasste damit im Grunde alles, was man zur textorientierten Büroarbeit benötigte.

Preislich bewegte sich der Ontel Amigo im oberen Segment der Heimcomputer und kleinen Bürosysteme. Der Listenpreis zur Markteinführung lag bei 2.395 US-Dollar – trotz einfacherer 8-Bit-Technik also in einer ähnlichen Liga wie ein IBM PC oder Apple Lisa des Jahres 1983. Händler erhielten dabei Rabatte von 33–40 %, was darauf hindeutet, dass Ontel vor allem über Wiederverkäufer und OEM-Partner vertreiben wollte. In Deutschland hätte der Amigo inklusive Importaufschlag und Steuern etwa 15.000 DM gekostet. Zum Vergleich: Ein Commodore 64 war 1983 für unter 1.000 DM zu haben, ein IBM 5150 mit Monitor kostete hingegen gut 10.000 DM. Der hohe Preis des Amigo spiegelt seine ambitionierte Ausstattung wider, erschwerte aber die Positionierung im Heimmarkt erheblich. Inflationsbereinigt entspricht der US-Preis grob 6.500–7.000 € in heutigem Geldwert. In Großbritannien wurde das Schwestermodell Cortex Ende 1983 für £1.795 + MwSt angeboten, was etwa £8.700 im Jahr 2025 entspricht (über 10.000 €). Damit war das System deutlich teurer als populäre Homecomputer der Zeit und konkurrierte eher mit professionellen CP/M-Maschinen. Ontel argumentierte, der Mehrwert rechtfertige den Preis: Immerhin erhielt man einen robusten All-in-One-Rechner mit hoher Auflösung und großer Softwarebibliothek, der sofort einsatzbereit war und keine aufwendige Installation benötigte. Für den Heimgebrauch im engeren Sinne – also als Familiencomputer, Lerncomputer für Kinder oder Spielmaschine – war der Amigo jedoch weniger geeignet, vor allem wegen fehlender Farbe und Sound und des hohen Preises. Seine Stärken lagen im Bereich Textverarbeitung, Programmierung (viele Programmiersprachen waren für CP/M verfügbar) und bei technisch versierten Hobbyanwendern, die das ungewöhnliche Design schätzten. Gegenüber Konkurrenzmodellen wie dem Osborne 1 oder Kaypro II (tragbare CP/M-Systeme) bot der Amigo eine höhere Bildschirmauflösung und komfortableres Arbeiten am großen Monitor, war dafür aber nicht mobil. Im Vergleich zum IBM PC fehlten ihm die 16-Bit-Leistung und die Erweiterbarkeit – viele Unternehmen setzten lieber auf IBMs wachsenden PC-Standard, während 8-Bit-Systeme wie der Amigo allmählich an Attraktivität verloren.

Die Resonanz auf den Ontel Amigo fiel daher gemischt aus. Lob gab es für die innovative Dual-CPU-Architektur und die schnelle Grafik: Zeitgenössische Berichte hoben hervor, dass Ontel mit dem Amigo ein „8-Bit-Z80A-basiertes System mit 64K RAM“ präsentiere, das „auf den Einzelanwender im Büro abzielt“ – also ein neues Konzept zwischen Heim- und Bürorechner. Gelobt wurde auch die solide Verarbeitung und die im Lieferumfang enthaltene Software (neben WordStar u.a. ein Datenbankprogramm und mehrere Entwicklungswerkzeuge). Die Kritikpunkte hingegen konzentrierten sich auf die begrenzten audiovisuellen Fähigkeiten im Vergleich zu richtigen Heimcomputern sowie auf den ungünstigen Zeitpunkt: 1983 zeichnete sich bereits ab, dass der IBM PC zum De-facto-Standard werden würde. Ein 8-Bit-CP/M-Rechner für fast 2500 Dollar galt da als riskante Wette. Tatsächlich blieben die Verkaufszahlen des Amigo bescheiden – genaue Stückzahlen sind nicht überliefert, aber das Modell ist heute eine Rarität. Ontel bemühte sich zwar um OEM-Abnehmer: So wurde das Amigo-Design wie erwähnt an C/WP in Großbritannien lizenziert und von der argentinischen Firma Latindata in Südamerika vertrieben. Doch einen durchschlagenden Markterfolg erzielte der Amigo nicht. In einem spanischen Computermagazin von 1985 beschrieb ein Nutzer das Ontel Amigo zwar als „excelente equipo“ (ausgezeichnetes Gerät), beklagte aber die geringe Verbreitung und fehlende Unterstützung – er rief deshalb andere Besitzer dazu auf, einen User-Club zu gründen. Diese Anekdote unterstreicht, dass der Amigo trotz seiner technischen Vorzüge keine große Nutzerbasis aufbauen konnte.

Der Ontel Amigo ist ein interessantes Beispiel für einen Übergangs-Heimcomputer der frühen 1980er. Einerseits brachte er professionelle Merkmale – hochauflösende Grafik, duale Prozessorarchitektur, breite Softwareunterstützung – ins heimische Arbeitszimmer und war seiner Zeit in mancher Hinsicht voraus. Andererseits war er zur falschen Zeit am falschen Markt: Die Zukunft gehörte den günstigeren Heimcomputern für den Massenmarkt sowie den 16-Bit-PCs für den Geschäftsmarkt. Der Amigo konnte sich zwischen diesen Stühlen nicht dauerhaft behaupten und verschwand bald vom Markt. Seine Entwickler wechselten teils zu anderen Projekten: Ontels Technikchef Ike Nassi ging 1983 zu Visual Technology und arbeitete dort am Visual 1050, der im Grunde ein direkter Nachfahre des Amigo war. Dieses Nachfolgemodell nutzte die Amigo-Architektur, setzte aber bereits CP/M 3.0 (CP/M Plus) ein und erschien Ende 1983 unter Visuals Marke. Auch andere Hersteller wie Televideo brachten auf Amigo-Ideen basierende CP/M-Rechner mit Grafik heraus (z. B. Televideo TS-803). Insgesamt blieb der Ontel Amigo jedoch ein Exot. In der Retro-Computing-Community wird seine technische Besonderheit – zwei CPUs, davon eine als Grafikprozessor – bis heute gewürdigt. Historisch steht der Amigo sinnbildlich für den Spagat zwischen Heim- und Bürowelt Anfang der 1980er: ein ambitionierter Heimcomputer für den produktiven Einsatz, der schließlich vom Siegeszug der IBM-PC-Plattform überrollt wurde.

 

National CF-2000

National CF-2000

National CF-2000Der National CF-2000, eingeführt im Oktober 1983, war ein MSX1-Computer, hergestellt von der japanischen Firma Matsushita Denki, die in Japan unter der Marke National und international als Panasonic bekannt war. Dieses Modell war Teil der "King-Kong"-Produktlinie von National und wurde speziell für den japanischen Markt entwickelt.

Im Inneren des CF-2000 arbeitete ein Z80A-Prozessor von NEC (D780C-1) mit einer Taktfrequenz von 3,58 MHz. Dieser 8-Bit-Prozessor war für seine Effizienz und Vielseitigkeit bekannt und fand in vielen Heimcomputern der 1980er Jahre Verwendung. Er führte Befehle sequentiell aus und konnte pro Taktzyklus eine Vielzahl von Operationen durchführen, was ihn für die damalige Zeit zu einer leistungsfähigen Wahl machte.
Der CF-2000 war mit 16 KB RAM ausgestattet, was für grundlegende Anwendungen ausreichend war. Für Nutzer mit höheren Anforderungen bot National das Modell CF-3000 an, das über 64 KB RAM verfügte und eine separate Tastatur besaß.

Als Massenspeicher diente ein externer Kassettenrekorder, der über einen speziellen Anschluss verbunden wurde. Dies war eine kostengünstige Lösung, die jedoch langsamer und weniger zuverlässig als spätere Diskettenlaufwerke war.

Der CF-2000 verfügte über mehrere Anschlüsse:
• RF-Ausgang für den Anschluss an Fernseher
• Composite-Video- und Audio-Ausgänge
• Anschluss für Datenrekorder
• Parallel Port für Drucker
• Zwei allgemeine Anschlüsse für Joysticks oder andere Peripheriegeräte
• Zwei Cartridge-Steckplätze für Software-Erweiterungen

Diese Vielfalt an Anschlüssen ermöglichte es den Nutzern, den Funktionsumfang des Computers erheblich zu erweitern.
In Bezug auf die Grafik bot der CF-2000 eine Auflösung von 256 x 192 Pixeln mit einer Farbtiefe von 16 Farben. Diese Spezifikationen ermöglichten für die damalige Zeit ansprechende grafische Darstellungen und Spiele. Der verwendete Soundchip, ein AY-3-8910, war in der Lage, dreistimmige Musik und Soundeffekte zu erzeugen, was die akustische Qualität vieler Anwendungen und Spiele verbesserte.

Der CF-2000 war mit dem MSX-BASIC-Betriebssystem ausgestattet, das auf einem 32 KB ROM gespeichert war. Dieses System ermöglichte es den Nutzern, eigene Programme zu schreiben und auszuführen, was zur Popularität des Computers beitrug. MSX-BASIC war die integrierte Programmiersprache aller MSX-Computer und basierte auf Microsoft Extended BASIC. Es wurde speziell für die MSX-Plattform entwickelt und bot eine benutzerfreundliche Umgebung zum Programmieren und zur Steuerung von Hardware-Komponenten. Die Syntax war einfach und leicht verständlich, da sie auf Zeilennummern basierte und direkte Befehle für Grafik, Sound und Dateiverwaltung enthielt.

Ein herausragendes Merkmal von MSX-BASIC war die direkte Unterstützung von Grafik- und Soundbefehlen. So konnte ein einzelner Befehl wie PSET (x,y),C einen Pixel an einer bestimmten Position setzen, während LINE (x1,y1)-(x2,y2),C eine Linie zwischen zwei Punkten zeichnete. Kreise wurden mit CIRCLE (x,y),r,C erstellt. Auch Musik konnte mit einfachen Befehlen wie PLAY "CDEFGAB" oder SOUND x,y programmiert werden. Zudem ermöglichte MSX-BASIC eine einfache Dateiverwaltung, indem Programme auf Kassetten oder Disketten gespeichert und geladen werden konnten. Durch Erweiterungen in Form von Modulen oder Cartridges ließ sich der Funktionsumfang zusätzlich vergrößern, beispielsweise durch das FM-PAC-Modul, das erweiterte Soundfähigkeiten bot.
Nachteilig war jedoch die begrenzte Speicherkapazität von 16 KB RAM, die für anspruchsvollere Anwendungen nicht ausreichte.

Der ursprüngliche Verkaufspreis des CF-2000 lag bei ¥59.800. Unter Berücksichtigung der Inflation entspricht dies etwa €450 im Jahr 2025. Diese Schätzung basiert auf durchschnittlichen Inflationsraten und Wechselkursen zwischen dem japanischen Yen und dem Euro über die Jahre.